Gießen, jetzt handeln! Für ein sicheres, sauberes und lebendiges Walltor-Quartier.

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Timo Weber und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Becher,

sehr geehrte Damen und Herren des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung,

wir alle wünschen uns eine Gießener Innenstadt, die attraktiv, sicher und einladend ist – ein Ort, an dem sich Familien, Anwohner, Besucher und Gewerbetreibende gleichermaßen wohlfühlen. Das Walltor-Quartier, ein historisch und sozial wichtiger Teil unseres Stadtzentrums, hat dieses Potenzial. Doch die Realität sieht für viele von uns, die hier leben und arbeiten, täglich anders aus.

Die ungeschönte Realität: Ein Quartier in der Abwärtsspirale.

Das Walltor-Quartier leidet unter einer Kette von sich gegenseitig verstärkenden Problemen, die weit über ästhetische Fragen hinausgehen. Eine einseitige Gewerbestruktur mit einem Überangebot an „To-Go“-Gastronomie führt zu einem massiven und dauerhaften Müllproblem. Diese sichtbare Verwahrlosung signalisiert, dass soziale Normen hier außer Kraft gesetzt sind – ein Phänomen, das die Kriminologie als „Broken-Windows-Effekt“ beschreibt.   

Die Folgen sind für jeden sichtbar und spürbar: Das Quartier hat sich zu einem bekannten Treffpunkt für Drogenhandel und -konsum entwickelt. Lärm, gewalttätige Auseinandersetzungen, Vandalismus und extreme Verunreinigungen durch menschliche Fäkalien sind an der Tagesordnung und beeinträchtigen massiv unsere Lebens- und Arbeitsqualität. Insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit entstehen „Angsträume“, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern gemieden werden. Dieser Rückzug der Öffentlichkeit überlässt den öffentlichen Raum jenen Akteuren, die die Probleme verursachen, und verstärkt die negative Spirale weiter.    

Das kritische Zeitfenster: Die Gefahr unvollständiger Lösungen.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt Gießen durch Fördermittel der öffentlichen Hand und mit der geplanten Umgestaltung des Brandplatzes in das Quartier investieren will. Doch wir warnen eindringlich davor, den Fehler zu wiederholen, der andernorts – wie am Gießener Kirchplatz – bereits gemacht wurde: Eine rein bauliche Aufwertung ohne flankierende soziale und sicherheitspolitische Maßnahmen ist zum Scheitern verurteilt. 

Die Erfahrung zeigt unmissverständlich: Werden attraktive neue Bänke, Grünflächen und Plätze geschaffen, ohne die zugrundeliegenden Probleme zu lösen, werden diese von den bereits etablierten Problemgruppen vereinnahmt. Die städtische Investition verbessert dann nicht die Aufenthaltsqualität für die Allgemeinheit, sondern subventioniert unfreiwillig die Infrastruktur der Drogen- und Alkoholszene. Das Ergebnis ist eine Verschwendung von Steuergeldern und eine weitere Verfestigung der Probleme.   

Der Weg nach vorn: Unser konstruktiver Vorschlag für eine ganzheitliche Lösung

Wir fordern Sie auf, die einmalige Chance der Brandplatz-Umgestaltung zu nutzen, um einen wirklich nachhaltigen und wirksamen Wandel einzuleiten. Anstatt isolierter Maßnahmen appellieren wir an Sie, den vorliegenden, fundierten und integrierten 3-Phasen-Plan zur Revitalisierung des Walltor-Quartiers zu adoptieren und umzusetzen. Dieser Plan verknüpft bauliche Verbesserungen untrennbar mit Konzepten für Sicherheit, Sauberkeit, soziale Hilfe und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.   

Unsere drei zentralen Forderungen für das Walltor-Quartier:

1. Forderung: Sofortmaßnahmen für Sicherheit und Sauberkeit: Wir fordern die umgehende Umsetzung von Maßnahmen, die schnell eine sichtbare Verbesserung der Grundordnung herstellen:

Städtebauliche Kriminalprävention (CPTED): Beseitigen Sie Angsträume durch ein modernes Beleuchtungskonzept, den strategischen Rückschnitt von Bepflanzung zur Schaffung von Sichtachsen und eine klare Kennzeichnung von privaten und öffentlichen Bereichen. 

Public-Private-Partnership „Sauberes Quartier“: Initiieren Sie eine verbindliche Partnerschaft, in der die Gewerbetreibenden, insbesondere die Hauptverursacher des Mülls, aktiv in die Verantwortung für die Sauberkeit ihres Umfelds eingebunden werden und sich an den Kosten für eine deutlich verbesserte Müllentsorgung (mehr und größere Abfallbehälter, höhere Reinigungsfrequenz) beteiligen.   

 
2. Forderung: Ein ausbalancierter Ansatz von Präsenz und Hilfe: Wir fordern die Etablierung einer dauerhaften und sichtbaren Präsenz vor Ort, die sowohl Regeln durchsetzt als auch Hilfe anbietet:

Einrichtung eines „Walltor-Kümmerer“-Teams: Stellen Sie ein mobiles Team zusammen, das aus fest für das Quartier zuständigen Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (zur konsequenten, aber kommunikativen Ahndung von Verstößen) und professionellen Sozialarbeitern (Streetworkern) besteht. Diese sollen aktiv auf die Drogenszene zugehen, Hilfsangebote unterbreiten und Wege aus der Sucht aufzeigen.

Institutionalisierte Sicherheitspartnerschaft: Richten Sie einen „Runden Tisch Sicherheit Walltor-Quartier“ ein, an dem sich Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Sozialdiensten, Anwohnern und Gewerbetreibenden regelmäßig austauschen und ihre Maßnahmen eng abstimmen. 

 

3. Forderung: Eine nachhaltige Zukunftsstrategie für das Quartier: Wir fordern die Schaffung von Strukturen, die den Erfolg langfristig sichern und die strukturellen Ursachen der Probleme beheben:

Aktives Quartiersmanagement: Schaffen Sie eine feste Vollzeitstelle für einen Quartiersmanager, der als zentraler Ansprechpartner und Koordinator vor Ort agiert, Projekte steuert und die Beteiligung aller Akteure sicherstellt.

Proaktive Gewerbeansiedlung: Brechen Sie die schädliche Monostruktur auf, indem die Stadt durch ein aktives Leerstands- und Ansiedlungsmanagement gezielt einen vielfältigen Branchenmix fördert. Dies wird neue Kundengruppen anziehen und zur Belebung des Quartiers beitragen.  


Ein Appell für eine gemeinsame Erfolgsgeschichte.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, das Walltor-Quartier steht an einem Wendepunkt:

Wir haben jetzt die Chance, es richtig zu machen und ein Modellprojekt für eine moderne, integrierte und bürgernahe Stadtentwicklung in Gießen zu schaffen.

Wir, die Unterzeichnenden, bitten Sie eindringlich: Ergänzen Sie Ihre Baupläne um die hier vorgestellten, unverzichtbaren sozialen und sicherheitspolitischen Maßnahmen. Nehmen Sie unseren Ruf nach einer ganzheitlichen Lösung ernst und treten Sie in einen konstruktiven Dialog mit uns. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Walltor-Quartier wieder zu einem stolzen, sicheren und lebendigen Teil unserer Stadt wird.

An alle Gießener Bürger, die sich angesprochen oder als Anwohner, Gewerbetreibende direkt betroffen fühlen: Bitte unterzeichnen Sie diese Petition.

 

 

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Boris BenderPetitionsstarter*in
Erfolg
Diese Petition war mit 1.087 Unterstützer*innen erfolgreich!
Aktuelle Unterzeichner*innen:
Timo Weber und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Becher,

sehr geehrte Damen und Herren des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung,

wir alle wünschen uns eine Gießener Innenstadt, die attraktiv, sicher und einladend ist – ein Ort, an dem sich Familien, Anwohner, Besucher und Gewerbetreibende gleichermaßen wohlfühlen. Das Walltor-Quartier, ein historisch und sozial wichtiger Teil unseres Stadtzentrums, hat dieses Potenzial. Doch die Realität sieht für viele von uns, die hier leben und arbeiten, täglich anders aus.

Die ungeschönte Realität: Ein Quartier in der Abwärtsspirale.

Das Walltor-Quartier leidet unter einer Kette von sich gegenseitig verstärkenden Problemen, die weit über ästhetische Fragen hinausgehen. Eine einseitige Gewerbestruktur mit einem Überangebot an „To-Go“-Gastronomie führt zu einem massiven und dauerhaften Müllproblem. Diese sichtbare Verwahrlosung signalisiert, dass soziale Normen hier außer Kraft gesetzt sind – ein Phänomen, das die Kriminologie als „Broken-Windows-Effekt“ beschreibt.   

Die Folgen sind für jeden sichtbar und spürbar: Das Quartier hat sich zu einem bekannten Treffpunkt für Drogenhandel und -konsum entwickelt. Lärm, gewalttätige Auseinandersetzungen, Vandalismus und extreme Verunreinigungen durch menschliche Fäkalien sind an der Tagesordnung und beeinträchtigen massiv unsere Lebens- und Arbeitsqualität. Insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit entstehen „Angsträume“, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern gemieden werden. Dieser Rückzug der Öffentlichkeit überlässt den öffentlichen Raum jenen Akteuren, die die Probleme verursachen, und verstärkt die negative Spirale weiter.    

Das kritische Zeitfenster: Die Gefahr unvollständiger Lösungen.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt Gießen durch Fördermittel der öffentlichen Hand und mit der geplanten Umgestaltung des Brandplatzes in das Quartier investieren will. Doch wir warnen eindringlich davor, den Fehler zu wiederholen, der andernorts – wie am Gießener Kirchplatz – bereits gemacht wurde: Eine rein bauliche Aufwertung ohne flankierende soziale und sicherheitspolitische Maßnahmen ist zum Scheitern verurteilt. 

Die Erfahrung zeigt unmissverständlich: Werden attraktive neue Bänke, Grünflächen und Plätze geschaffen, ohne die zugrundeliegenden Probleme zu lösen, werden diese von den bereits etablierten Problemgruppen vereinnahmt. Die städtische Investition verbessert dann nicht die Aufenthaltsqualität für die Allgemeinheit, sondern subventioniert unfreiwillig die Infrastruktur der Drogen- und Alkoholszene. Das Ergebnis ist eine Verschwendung von Steuergeldern und eine weitere Verfestigung der Probleme.   

Der Weg nach vorn: Unser konstruktiver Vorschlag für eine ganzheitliche Lösung

Wir fordern Sie auf, die einmalige Chance der Brandplatz-Umgestaltung zu nutzen, um einen wirklich nachhaltigen und wirksamen Wandel einzuleiten. Anstatt isolierter Maßnahmen appellieren wir an Sie, den vorliegenden, fundierten und integrierten 3-Phasen-Plan zur Revitalisierung des Walltor-Quartiers zu adoptieren und umzusetzen. Dieser Plan verknüpft bauliche Verbesserungen untrennbar mit Konzepten für Sicherheit, Sauberkeit, soziale Hilfe und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.   

Unsere drei zentralen Forderungen für das Walltor-Quartier:

1. Forderung: Sofortmaßnahmen für Sicherheit und Sauberkeit: Wir fordern die umgehende Umsetzung von Maßnahmen, die schnell eine sichtbare Verbesserung der Grundordnung herstellen:

Städtebauliche Kriminalprävention (CPTED): Beseitigen Sie Angsträume durch ein modernes Beleuchtungskonzept, den strategischen Rückschnitt von Bepflanzung zur Schaffung von Sichtachsen und eine klare Kennzeichnung von privaten und öffentlichen Bereichen. 

Public-Private-Partnership „Sauberes Quartier“: Initiieren Sie eine verbindliche Partnerschaft, in der die Gewerbetreibenden, insbesondere die Hauptverursacher des Mülls, aktiv in die Verantwortung für die Sauberkeit ihres Umfelds eingebunden werden und sich an den Kosten für eine deutlich verbesserte Müllentsorgung (mehr und größere Abfallbehälter, höhere Reinigungsfrequenz) beteiligen.   

 
2. Forderung: Ein ausbalancierter Ansatz von Präsenz und Hilfe: Wir fordern die Etablierung einer dauerhaften und sichtbaren Präsenz vor Ort, die sowohl Regeln durchsetzt als auch Hilfe anbietet:

Einrichtung eines „Walltor-Kümmerer“-Teams: Stellen Sie ein mobiles Team zusammen, das aus fest für das Quartier zuständigen Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (zur konsequenten, aber kommunikativen Ahndung von Verstößen) und professionellen Sozialarbeitern (Streetworkern) besteht. Diese sollen aktiv auf die Drogenszene zugehen, Hilfsangebote unterbreiten und Wege aus der Sucht aufzeigen.

Institutionalisierte Sicherheitspartnerschaft: Richten Sie einen „Runden Tisch Sicherheit Walltor-Quartier“ ein, an dem sich Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Sozialdiensten, Anwohnern und Gewerbetreibenden regelmäßig austauschen und ihre Maßnahmen eng abstimmen. 

 

3. Forderung: Eine nachhaltige Zukunftsstrategie für das Quartier: Wir fordern die Schaffung von Strukturen, die den Erfolg langfristig sichern und die strukturellen Ursachen der Probleme beheben:

Aktives Quartiersmanagement: Schaffen Sie eine feste Vollzeitstelle für einen Quartiersmanager, der als zentraler Ansprechpartner und Koordinator vor Ort agiert, Projekte steuert und die Beteiligung aller Akteure sicherstellt.

Proaktive Gewerbeansiedlung: Brechen Sie die schädliche Monostruktur auf, indem die Stadt durch ein aktives Leerstands- und Ansiedlungsmanagement gezielt einen vielfältigen Branchenmix fördert. Dies wird neue Kundengruppen anziehen und zur Belebung des Quartiers beitragen.  


Ein Appell für eine gemeinsame Erfolgsgeschichte.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, das Walltor-Quartier steht an einem Wendepunkt:

Wir haben jetzt die Chance, es richtig zu machen und ein Modellprojekt für eine moderne, integrierte und bürgernahe Stadtentwicklung in Gießen zu schaffen.

Wir, die Unterzeichnenden, bitten Sie eindringlich: Ergänzen Sie Ihre Baupläne um die hier vorgestellten, unverzichtbaren sozialen und sicherheitspolitischen Maßnahmen. Nehmen Sie unseren Ruf nach einer ganzheitlichen Lösung ernst und treten Sie in einen konstruktiven Dialog mit uns. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Walltor-Quartier wieder zu einem stolzen, sicheren und lebendigen Teil unserer Stadt wird.

An alle Gießener Bürger, die sich angesprochen oder als Anwohner, Gewerbetreibende direkt betroffen fühlen: Bitte unterzeichnen Sie diese Petition.

 

 

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Boris BenderPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Alexander Steiß
Alexander Steiß
Leiter Ordnungsamt der Stadt Gießen
Frank-Tilo Becher
Frank-Tilo Becher
Oberbürgermeister der Stadt Gießen (Dezernat I)
Gerda Weigel-Greilich
Gerda Weigel-Greilich
Stadträtin der Stadt Gießen (Dezernat IV)
Alexander Wright
Alexander Wright
Bürgermeister der Stadt Gießen (Dezernat II)

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