

Was hat der Fall in Stade mit der Gewaltschutz-Situation in Deutschland und mit Coercive Control zu tun (für die ich in der Petition einen eigenen Straftatbestand fordere)?
Das gesamte Interview findet Ihr in der taz!
Ein Auszug:
taz: Frau Mundlos, in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade wurden sechs Menschen getötet. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bezeichnet die Gewalttat als singulären Fall. Sehen Sie das auch so?
Christina Mundlos: Der Fall ist natürlich schockierend, aber singulär ist er ganz und gar nicht. Ich war überrascht, dass sich Kanzler Friedrich Merz „schwer erschüttert“ gezeigt hat. Ich frage mich, wo diese Erschütterung bei Hunderten von Femiziden ist, die es jedes Jahr in Deutschland gibt.
taz: Die Tat soll sich während eines Termins in einem Sorgerechtsfall ereignet haben. Der Vater war bereits durch Bedrohungen aufgefallen, wurde von der Polizei aber nicht als gewalttätig eingestuft. Warum wurden die Drohungen nicht ernster genommen?
Mundlos: Dass Bedrohungen als unbedeutend abgetan werden, erleben wir im Familienrecht, im Jugendamt und bei der Polizei oft. Und das, obwohl es bereits eine Studie der Bundesregierung gab, die belegt, dass die Hälfte solcher Drohungen in Taten münden. Hunde, die bellen, beißen oft, und das wird nicht erkannt.