Petition updateGerechte Behandlung für Lipödem-Patientinnen – Menschenrechte und Grundgesetz achten!PFAS und Lipödem – Die unsichtbare Gefahr für unsere Gesundheit
Ruth SchumacherBerlin, Germany
Feb 18, 2025

Seit Jahren warnen Wissenschaftler*innen vor den Auswirkungen von PFAS (per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen) auf den menschlichen Körper. Diese synthetischen Chemikalien sind in unzähligen Alltagsprodukten enthalten, extrem langlebig und reichern sich über die Zeit im Körper an. Nun gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass PFAS nicht nur mit Krebs, Hormonstörungen und Immunsystem-Problemen in Verbindung stehen, sondern auch den Fettstoffwechsel beeinflussen – eine Erkenntnis, die für Lipödem-Patientinnen besonders relevant sein könnte.

Wie PFAS den Stoffwechsel beeinflussen und was das für Lipödem bedeutet

Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich Frauen betrifft. Die Krankheit ist nicht nur extrem schmerzhaft, sondern führt unbehandelt oft zu schweren Bewegungseinschränkungen und massiven psychischen Belastungen. Während die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es Hinweise darauf, dass Umweltfaktoren wie PFAS eine Rolle spielen könnten.

PFAS wirken als endokrine Disruptoren – das bedeutet, sie können den Hormonhaushalt massiv stören. Da Lipödem oft in hormonellen Umbruchphasen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) ausbricht oder sich verschlimmert, liegt der Verdacht nahe, dass PFAS eine zusätzliche Belastung für den ohnehin sensiblen Stoffwechsel von Betroffenen darstellen. Zudem zeigen neuere Studien, dass PFAS Entzündungen im Körper verstärken, was gerade für eine Erkrankung wie Lipödem, die bereits eine chronische Entzündung des Fettgewebes mit sich bringt, gravierende Folgen haben kann.

Gibt es Studien, die PFAS und Lipödem direkt verbinden?

Bislang gibt es keine direkte wissenschaftliche Studie, die PFAS mit der Entstehung oder Verschlimmerung des Lipödems in Verbindung bringt. Allerdings gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, dass PFAS den Fettstoffwechsel und das Immunsystem beeinflussen können – zwei Faktoren, die für Lipödem-Patientinnen von zentraler Bedeutung sind.

Ich bin keine Wissenschaftlerin, sondern eine Mutter, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, weil meine Tochter betroffen ist. Meine Recherchen basieren auf öffentlich zugänglichen Studien und Berichten, die ich hier zusammenfasse, um auf mögliche Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Ich erhebe keinen Anspruch darauf, eine abschließende wissenschaftliche Bewertung zu liefern – aber ich sehe es als meine Verantwortung, diese Informationen weiterzugeben, damit Betroffene selbst nachforschen und fundierte Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen können.

  • Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) aus dem Jahr 2024 fand heraus, dass PFAS im Blut mit ungünstigen Blutfettwerten assoziiert sind, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. (Link zur Studie)
  • Eine Untersuchung der Keck School of Medicine aus dem Jahr 2023 zeigte, dass die Exposition gegenüber PFAS die Funktion von Schilddrüsenhormonen beeinflusst und den Fett- sowie Aminosäurestoffwechsel stört. (Link zur Studie)

Diese Ergebnisse sind alarmierend – denn Lipödem-Patientinnen kämpfen bereits mit einem gestörten Fettstoffwechsel und einer hohen Entzündungsbelastung. Auch wenn die direkte Verbindung zwischen PFAS und Lipödem noch nicht nachgewiesen wurde, zeigen diese Studien, dass PFAS die Fettverteilung, den Stoffwechsel und das Immunsystem negativ beeinflussen können.

Wie kann man seine eigene PFAS-Belastung testen?

Das Problem: Obwohl die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS mittlerweile anerkannt sind, gibt es in Deutschland keine flächendeckenden Tests, um die individuelle Belastung zu überprüfen. Blut- und Urintests sind oft nur im Rahmen von Forschungsprojekten verfügbar. Dennoch gibt es spezialisierte Umweltmediziner, die solche Tests unter bestimmten Umständen anbieten. Wer sich Sorgen über eine mögliche PFAS-Belastung macht, sollte gezielt nach Fachärzt*innen mit Erfahrung in Umweltmedizin suchen und sich über Testmöglichkeiten informieren.

Neben dem persönlichen Gesundheitsrisiko gibt es auch einen politischen Aspekt: PFAS sind bereits in Trinkwasser und Böden nachweisbar – eine Belastung, die langfristig alle betrifft. Die ARD-Sendung Panorama hat kürzlich über dieses Problem berichtet und erschreckende Erkenntnisse über die Verbreitung und gesundheitlichen Folgen von PFAS in Deutschland offengelegt. Die gesamte Folge kann hier angesehen werden: Panorama-Folge: Vergiftet - Die Macht der Chemielobby

Lipödem: Mehr als ein kosmetisches Problem

Die neue Forschung zu PFAS zeigt einmal mehr, dass Lipödem keine harmlose "Gewichtsfrage", sondern eine ernsthafte medizinische Erkrankung ist. Sie geht mit chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und psychischen Belastungen einher. Die aktuellen Entwicklungen belegen zudem, dass Lipödem weit über das äußere Erscheinungsbild hinausgeht – es betrifft das Immunsystem, den Stoffwechsel und möglicherweise auch die Belastung durch Umweltgifte.

Und doch erhalten Betroffene oft keine angemessene Behandlung. Viele Frauen mit Lipödem müssen jahrelang kämpfen, um ihre Erkrankung anerkennen zu lassen. Noch immer gibt es Kassenrichtlinien, die Patientinnen dazu zwingen, sich durch jahrelange ineffektive Therapien zu quälen, bevor überhaupt eine Operation in Betracht gezogen wird – und selbst dann werden Anträge oft abgelehnt.

Warum dieses Update so lange auf sich warten ließ

Normalerweise versuche ich, euch regelmäßig über neue Entwicklungen zu informieren – doch dieses Mal hat es einen Monat gedauert. Der Grund ist leider ein sehr persönlicher: Meine Tochter hatte eine drastische Verschlechterung ihrer Gesundheit und musste innerhalb kürzester Zeit mehrfach notfallmäßig in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen behandelt werden.

Dieser Zustand zeigt einmal mehr, dass Lipödem weit mehr ist als nur ein ästhetisches Problem. Es betrifft nicht nur das Fettgewebe, sondern kann den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen – von Kreislaufproblemen über Organbelastungen bis hin zu schweren Schmerzepisoden, die die Lebensqualität massiv einschränken.

Meine Erfahrung der letzten Wochen bestätigt, was ich schon lange weiß: Das Gesundheitssystem muss endlich die Realität von Lipödem-Patientinnen anerkennen und ihnen eine menschenwürdige Behandlung ermöglichen.

Noch fünf Tage bis zur Bundestagswahl – jetzt handeln!

In nur fünf Tagen findet die Bundestagswahl statt. Das Thema Lipödem ist zu wichtig, um es einfach untergehen zu lassen. Im letzten Update habe ich euch bereits einen Musterbrief zur Verfügung gestellt, den ihr an die Politiker*innen schicken könnt, die sich zur Wahl stellen. Jetzt ist die Zeit, diesen Brief noch einmal zu nutzen und gezielt Druck auszuüben.

Viele gesundheitspolitische Themen stehen auf der Kippe – aber wenn wir laut genug sind, können wir zumindest dafür sorgen, dass Lipödem nicht erneut ignoriert wird.

Jede Stimme zählt, jede Nachricht an Politiker*innen macht einen Unterschied. Nutzt eure Stimme – für euch selbst, für eure Angehörigen und für alle Frauen, die unter dieser Erkrankung leiden.

Danke für eure Unterstützung

Bitte teilt diese Petition, sprecht darüber und helft, noch mehr Aufmerksamkeit für Lipödem und die gesundheitlichen Gefahren durch PFAS zu schaffen.

Gemeinsam können wir etwas bewegen.

 

HINWEIS: Ich bin keine Fachperson, sondern eine Mutter, die seit Jahren miterlebt, was das Gesundheitssystem mit Betroffenen macht. Dieses Update spiegelt meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wider und ersetzt keine fachliche Beratung. Ich ermutige alle Leserinnen und Leser, sich zusätzlich selbst zu informieren, medizinischen Rat einzuholen und verschiedene Quellen kritisch zu prüfen.
 

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X