Petition updateGerechte Behandlung für Lipödem-Patientinnen – Menschenrechte und Grundgesetz achten!Die Zeit rennt, 95 % ignorieren es – und unsere gesamte Gesellschaft trägt die Folgen
Ruth SchumacherBerlin, Germany
Dec 25, 2024

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

zu allererst möchte ich mich für die 269 Unterschriften bedanken, die in der ersten Woche dieser Petition geleistet wurden. Damit gehört ihr zu den 5 %, die handeln, doch die Zeit wird knapp. Am 23. Februar 2025 ist Bundestagswahl und um das Thema Lipödem endlich in die öffentliche Debatte und den Wahlkampf zu bringen, bleibt uns nur noch wenig Zeit. Bis spätestens 7. Januar 2025 müssen wir eine kritische Masse an Unterschriften erreichen, um sichtbar zu machen, was nicht länger unsichtbar bleiben darf.

Lipödem betrifft Millionen Frauen in Deutschland. Doch die Auswirkungen gehen weit über die Betroffenen hinaus. Dieses Thema betrifft unser Gesundheitssystem, unsere Wirtschaft, unsere Sozialsysteme und damit die Stabilität unseres gesamten Landes. Es ist kein individuelles Problem – es ist eine Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft.

Meine Tochter ist eine von Millionen betroffenen Frauen. Sie konnte dank der Unterstützung einer einzigen Person zwei Operationen durchführen lassen, die ihr einen Teil ihrer Lebensqualität zurückgegeben haben. Doch zwei weitere Eingriffe sind finanziell noch nicht gesichert und insgesamt wird sie gezwungen, sich immens zu verschulden, um irgendwie eine Chance auf ein Leben zu haben. Dieses Schicksal teilt sie mit vielen anderen Frauen, die täglich mit Schmerzen, Einschränkungen und einem System kämpfen, das ihnen die notwendige Unterstützung verweigert.

Die Folgen sind gravierend – nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle. Jede Frau, die durch Lipödem arbeitsunfähig wird, ist eine Fachkraft, die ausfällt. Und das in einer Zeit, in der der Fachkräftemangel eines der größten Probleme unserer Wirtschaft ist. Jede verlorene Arbeitskraft verschärft diesen Mangel und erhöht den Druck auf Unternehmen, soziale Sicherungssysteme und die gesamte Gesellschaft.

Doch die Auswirkungen hören hier nicht auf. Frauen, die aufgrund ihrer Erkrankung aus dem Berufsleben gedrängt werden, fehlen nicht nur als Fachkräfte, sondern auch als Steuerzahlerinnen und Beitragszahlerinnen in die Rentenkasse. Dieser Verlust ist besonders dramatisch in einer Zeit, in der die Stabilität der Rente ohnehin fraglich ist. Und wenn diese Frauen Kinder haben, verschärft sich die Situation weiter. Familien, die finanziell und emotional durch die Erkrankung belastet sind, können ihren Kindern oft nicht die notwendige Unterstützung bieten – sei es für Bildung, Freizeit oder Entwicklung.

Das bedeutet, dass wir nicht nur Fachkräfte in der aktuellen Generation verlieren, sondern auch in der nächsten. Kinder aus solchen Familien haben oft nicht die gleichen Chancen wie andere. Manche von ihnen können ihre Ausbildung nicht abschließen, andere erkranken vielleicht selbst am vererbbaren Lipödem und fallen später ebenfalls aus dem Arbeitsleben heraus. So entsteht ein Teufelskreis: Statt neue Fachkräfte hervorzubringen, verlieren wir potenzielle Beitragszahlerinnen und engagierte Arbeitskräfte, die unsere Wirtschaft und unsere Sozialsysteme dringend brauchen.

Das ist eine Entwicklung, die wir uns schlichtweg nicht leisten können. Doch die Krankenkassen tragen hier eine große Verantwortung – und statt Teil der Lösung zu sein, verschärfen sie das Problem. Sie weigern sich, die Kosten für Operationen zu übernehmen, die nachweislich helfen und finanzieren stattdessen teure konservative Behandlungen, die oft kaum Wirkung zeigen. Das ist kein Dilemma, sondern eine bewusste Entscheidung für kurzfristige Einsparungen und gegen nachhaltige Lösungen. Dieses Verhalten belastet nicht nur die betroffenen Frauen, sondern auch die Wirtschaft, das Gesundheitssystem und letztlich jeden einzelnen von uns.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen tragen zur Problematik bei. Richter entscheiden immer wieder gegen die Betroffenen, weil sie sich an Regelungen binden, die auf längst überholtem medizinischem Wissen basieren. Für die Frauen bedeutet das, dass sie jahrelang um ihre Rechte kämpfen müssen – Zeit, die sie eigentlich für ihre Genesung und ihr Leben brauchen würden.

Die Situation ist auch für die nächste Generation alarmierend. Viele Frauen, die von ihrer Erkrankung wissen, entscheiden sich bewusst gegen Kinder, weil sie nicht möchten, dass ihre Nachkommen unter den gleichen Belastungen leiden – finanziell, körperlich und emotional. Und selbst wenn sie Kinder bekommen, sind die Hürden oft kaum zu überwinden. Wenn Familien unter der finanziellen Last der Erkrankung leiden, fehlt es an Möglichkeiten, die Kinder angemessen zu fördern, ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen und sie so auf eine erfolgreiche Zukunft vorzubereiten.

Die Folgen sind spürbar: Wir verlieren nicht nur die Arbeitskraft der betroffenen Frauen, sondern auch die Chancen ihrer Kinder, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Und in einer Zeit, in der der Fachkräftemangel, der Rentendruck und die sozialen Ungleichheiten immer größer werden, ist das nicht nur tragisch – es ist gefährlich für uns alle.

Trotz der Dringlichkeit handeln noch immer 95 % der Menschen, die diese Petition aufrufen, nicht. Nur 5 % haben bisher unterschrieben. Dabei kostet eine Unterschrift nichts und kann anonym erfolgen. Diese Petition wurde gestartet, um Millionen Frauen eine Stimme zu geben, unsere Wirtschaft zu stärken und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Doch ohne die Unterstützung der breiten Masse werden wir es nicht schaffen, genug politischen Druck aufzubauen.

An die 5 %, die bereits unterschrieben haben: Ihr seid die Stimme der Veränderung. Aber wir brauchen euch jetzt mehr denn je. Sprecht mit euren Freund*innen, Familien und Kolleg*innen. Erklärt, warum dieses Thema nicht nur Frauen mit Lipödem betrifft, sondern uns alle. Wenn wir Arbeitskräfte im Berufsleben halten, die nächste Generation fördern und das Gesundheitssystem entlasten wollen, müssen wir jetzt handeln.

Die Zeit rennt uns davon. Bitte unterschreibt, teilt und motiviert andere, dies ebenfalls zu tun. Gemeinsam können wir beweisen, dass wir für eine gerechtere, menschlichere und verantwortungsbewusstere Gesellschaft einstehen.

Handeln ist das Einzige, was zählt. Lasst uns jetzt handeln – für Millionen Frauen, für unser Land, für die nächste Generation und für eine bessere Zukunft.

HINWEIS: Ich bin keine Fachperson, sondern eine Mutter, die seit Jahren miterlebt, was das Gesundheitssystem mit Betroffenen macht. Dieses Update spiegelt meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wider und ersetzt keine fachliche Beratung. Ich ermutige alle Leserinnen und Leser, sich zusätzlich selbst zu informieren, medizinischen Rat einzuholen und verschiedene Quellen kritisch zu prüfen.
 

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