Liebe Freundinnen und Freunde der Schütt!
Wir kontaktieren dich heute, weil du 2017 eine Petition auf change.org unterschrieben hast, um die Schütt vor einem Transport- und Logistikzentrum zu bewahren. Vielen Dank für diese Unterstützung.
Leider blieben die mehr als 4500 Stimmen, die sich 2017 (online und offline) für den Erhalt der Naturlandschaft ausgesprochen haben, von den Mehrheitsparteien bislang ungehört.
Es wird zunehmend ernst um die 200.000 Quadratmeter große Wiese. Der Bau des Transport und Logistikzentrums ALPLOG Nord wird seitens der Stadt Villach seit letztem Jahr wieder vehement forciert!
Was tun wir jetzt?
In einem ersten Schritt sammeln wir wieder Unterschriften. Diesmal in Form eines Gemeindevolksbegehrens das laut §55 des Villacher Stadtrechts, bei Erreichen der notwendigen rund 2500 handgefertigten Unterschriften (von EU-BürgerInnen mit Hauptwohnsitz in Villach) verpflichtend im Gemeinderat behandelt werden muss. Das Gemeindevolksbegehren fordert den Villacher Gemeinderat dazu auf, eine Gemeindevolksbefragung zu der umstrittenen Thematik zu initiieren. Die Volksbefragung soll klären, wie die Villacherinnen und Villacher zum Bau eines Transport- und Logistik-Zentrums in Schütt-Federaun stehen und die Grundlage für weitere, politische Entscheidungen bilden.
Wir sind der Überzeugung, dass eine so weitreichende Entscheidung nur gemeinsam mit der Villacher Bevölkerung getroffen werden kann und nicht über uns hinweg.
Nähere Informationen zum Gemeindevolksbegehren findet ihr hier auf unserer Homepage: https://rettmadieschuett.info/gemeindevolksbegehren/
Noch lebt die Chance die Schütt zu retten. Derzeit liegen keinerlei notwendige Genehmigungen für das Projekt vor und auch keine gültige Naturverträglichkeitsprüfung.
Gemeinsam können wir diesen besonderen Lebensraum für die Zukunft erhalten!
In diesem Video haben wir versucht einen kleinen ökologischen und geographischen Überblick über die bedrohte Naturlandschaft zu geben: https://www.youtube.com/watch?v=6jbctYOxN0c
Wenn auch DU dich aktiv einbringen möchtest, kontaktiere uns bitte per Mail an mitmachen@rettmadieschuett.info
Bleib informiert durch unsere Kanäle. Hilf mit, indem du der Initiative in den Sozialen Medien folgst und deine Freunde, Familie und Bekannte darauf hinweist.
Homepage: https://rettmadieschuett.info
Info-Ticker auf Telegram: https://t.me/rettmadieschuett
Facebook: https://www.facebook.com/RettmadieSchuett
Instagram-Account: https://www.instagram.com/rettmadieschuett
Je mehr Menschen erfahren, dass es die Initiative gibt und Aktionen geplant sind, desto größer ist auch die Chance, dass wir den besonderen Lebensraum in Schütt-Federaun langfristig erhalten können.
Wir hoffen auf deine Unterstützung!
Hölfts olle mit – Rett’ ma die Schütt!*
Was gibt es Neues?
Nach der ersten Protestwelle gegen das geplante Transport- und Logistikzentrum in der Schütt im Jahr 2017, ist es um das Vorhaben lange Zeit still geworden. Vor den Gemeinderatwahlen im März 2021 waren sich alle Parteien einig, die Lebensgrundlage Boden künftig schützen zu wollen und die Verbauung Villach‘s einzudämmen. Seit dem Frühjahr 2021, nach der Gemeinderatswahl, hat die Stadt Villach die Planungen rund um „ALPLOG Nord“ (neuerdings oftmals als LCA-Nord bezeichnet) wieder intensiviert.
Auf rund 200.000 Quadratmeter fruchtbarem Boden in der Schütt, direkt angrenzend an die beiden Natura2000-Gebiete „Schütt-Graschelitzen“ und „Villacher Alpe - Dobratsch“, soll ein Transport- und Logistikzentrum ohne Bahnanschluss entstehen.
Auf der gegenüberliegenden Gail-Seite steht bereits ein Logistikzentrum - das „LCAS“ - was im Gegensatz zu Alplog Nord einen Bahnanschluss hat und bereits brachliegende Flächen zur Verfügung stellen könnte. Das LCAS ist derzeit überhaupt nur zu 40% ausgelastest! Auch der Finkensteiner Bürgermeister Christian Poglitsch äußerte sich angesichts der vorhandenen, freien Kapazitäten auf der Süd-Seite und der aktuell laufenden Bemühungen der Gemeinde, weitere Flächen mit Bahnanschluss für Erweiterungen verfügbar zu machen, öffentlich kritisch zu den Ausbauplänen der Stadt Villach in der Schütt.
Angesichts der geringen Auslastung des bestehenden Areals und Erweiterungsmöglichkeiten (mit Bahn-Anschluss) auf der Süd-Seite der Gail, ist es völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar, warum auf der Nord-Seite, direkt angrenzend an zwei Naturschutzgebiete, intakte Naturflächen zerstört werden sollen.
Das durch ALPLOG Nord bedrohte Areal war bis 2005 als Landschaftschutzgebiet „Schütt-Ost“ ausgewiesen. Durch eine Verbauung der Fläche würde nicht nur der Lebensraum der „Federauner Felder“ verschwinden, auch die Tiere die in den angrenzenden Natura2000-Schutzgebieten leben, wären massiv betroffen. Der Lebensraum des Neuntöters und das bevorzugte Jagdrevier des Uhus würden unter Beton verschwinden. Auch das Vorkommen weiterer Vogelarten direkt am betroffenen Areal – wie die Waldohreule und der Flussuferläufer - sind wahrscheinlich.
Auch den Menschen, die in der Nähe des geplanten Standortes wohnen, würde bei einer Umsetzung des Vorhabens eine massive Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen drohen. Die geplanten LKW-Docking-Stationen würden Verkehr anziehen der Luft- und Licht-Verschmutzung nach sich zieht und auch die ohnehin bereits große Lärmbelastung noch weiter erhöht.
Die intakten Gebäude auf dem Gelände, die unter anderem einer Familie seit 15 Jahren als Zuhause dienen, sollen abgerissen werden um den wirtschaftlichen Plänen zu weichen. Dazu gab es auch einen Artikel in der Kleinen Zeitung.
Die Kosten für die Stadt Villach sind hoch: Ca. € 5 Millionen wurden schon für den Ankauf der Grundstücke ausgegeben. Von 2017 bis 2021 beteiligte sich die Stadt Villach an der „Logistik Center Austria Süd GmbH“ und investierte rund € 500.000 Steuergeld in die Investorensuche. Darüber hinaus hat sich die Stadt Villach bereit erklärt die Kosten für den Hochwasserschutz und andere Erschließungs-Maßnahmen, wie eine Zufahrtsstraße zum Betriebsgelände, zu übernehmen. So kommen weitere € 7,5 Millionen dazu. Insgesamt würden also alleine auf die Stadt Villach Kosten von mindestens € 13 Millionen Steuergeldern zukommen, von denen für 2022 € 3,2 Millionen im Budget der Stadt für die Errichtung der neuen Straße und den Hochwasserschutz vorgesehen sind.
Man stelle sich vor, wie viele sinnvolle und notwendige Projekte im Bereich des Klimaschutzes, des Bodenschutzes und/oder der Stärkung regionaler Kreisläufe mit diesen Steuermitteln unterstützt und umgesetzt werden könnten…
In der Sitzung des Villacher Gemeinderates am 04.12.2021 wurde der „Deutschen Logistic Holding“ von der Mehrheit des Gemeinderates (SPÖ, FPÖ und ÖVP) ein Vorkaufsrecht für die sich derzeit im Besitz der Stadt Villach befindliche Grünfläche eingeräumt.
Derzeit sind rund drei Viertel des Areals als „landwirtschaftliche Nutzfläche“ gewidmet, nur 6,5 Hektar haben die für einen Bau notwendige Widmung. Genehmigungen für das umfangreiche Vorhaben oder eine aktuelle Naturverträglichkeitsprüfung gibt es noch nicht.
Trotzdem wird von den Projekt-Befürwortern versucht die Verbauung der Schütt als „vollendete Tatsache“ und als „alternativlos“ darzustellen um mögliche Proteste der Villacher Bevölkerung im Keim zu ersticken. Der Druck, der dadurch auf die Prüfungsorgane entsteht, schmälert auch das Vertrauen in ergebnisoffene Verfahren.
Obwohl noch lange nicht geklärt ist, ob der Bau rechtlich überhaupt möglich und von der Villacher Bevölkerung gewünscht wäre, wird die Verbauung der Grünfläche bereits auf der Homepage des LCA, der ÖBB und der DLH beworben.
Dieses Vorgreifen ist respektlos gegenüber den anrainenden Menschen, der Natur, dem Boden und gegenüber allen Lebewesen die auf oder in der Nähe der Wiese leben und durch Widmungsverfahren, Naturverträglichkeitsprüfung etc. eigentlich geschützt werden sollten.
Es drängt sich die Frage auf wozu es diese Verfahren und Rechtsinstanzen überhaupt gibt, wenn sich Politik und Wirtschaft gemeinsam schon im Vorfeld in der Kommunikation darüber hinwegsetzen?
Die politisch Verantwortlichen haben offensichtlich den Ruf der Zeit und den Willen sehr vieler Villacherinnen und Villacher noch nicht gehört. Die Lage ist ernst.
Wir lassen uns nicht entmutigen und sind fest entschlossen, alles uns mögliche zu tun, um unserem Anliegen Gehör zu verschaffen und die Bäume, Tiere, Kleinstlebewesen, und überhaupt die Biodiversität und den kostbaren, fruchtbaren Boden vor Ort zu schützen und zu erhalten. Gerade angesichts der aktuellen, globalen Situation ist das wichtiger denn je.
Noch kann die Schütt gerettet werden. Wir hoffen dabei auf deine Unterstützung!
Hölfts olle mit – Rett’ ma die Schütt!*