#KöniginKatharinaStift in Gefahr - Stimme gegen abstruse Pläne des "Aufbruch Stuttgart"

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Wer aus dem Stuttgarter Hauptbahnhof kommt, sucht lange nach gefälligen Fassaden, bis der Blick am Schulhaus des Traditionsgymnasiums Königin-Katharina-Stift hängen bleibt: Eine historische Perle im nachkriegsgebeutelten Zentrum der Landeshauptstadt. Und zwar noch in aktiver Nutzung durch eine wunderbare, aktive und lebendige Schule.

Wer Stuttgart kennt, kennt das Königin-Katharina-Stift: Früher "Höhere-Töchter-Anstalt", heute koedukatives Gymnasium mit bilingualem Italienisch-Zug, Hochbegabtenzug, Kulturprojekten und seit neustem auch einem Informatik-Angebot. Eine Schule mit besonderen Schülerinnen und Schülern und einer hochengagierten Lehrerschaft, die die Kooperationsmöglichkeiten der Kulturmeile Stuttgarts in mustergültiger Weise nutzt. Theaterprojekte, Kooperationen mit dem Haus der Geschichte und dem Landesmuseum sind gerade wegen der Lage des "Katzenstifts" einzigartig. Integration von Kindern mit Migrationshintergrund sowie Kindern mit den ungewöhnlichsten Begabungsprofilen gelingt hier, wie es nur gelingen kann.

Der Verein "Aufbruch Stuttgart" um die beiden Vorsitzenden, den Moderator Wieland Backes sowie den bekannten Architekten Arno Lederer, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Gelände des Königin-Katharina-Stiftes mit einer neuen Oper zu überbauen, weil sie dies für den einzig sinnvollen Weg für die Oper selbst sowie für die städtebaulich dem historischen Zustand ansatzweise ähnelnde Symmetrie halten. Sie nehmen dabei den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes aus den Jahren 1903-1905 ebenso in Kauf wie einen immensen Imageschaden für die Schule mit 200jähriger Tradition. Für sie scheint das Königin-Katharina-Stift "nur eine Schule unter vielen" zu sein, die auch anderswohin ziehen kann. Dass das Schulgebäude vor Kurzem mit Millionenaufwand saniert und modernisiert wurde, scheint bei ihrer Diskussion ebenso wenig eine Rolle zu spielen wie die Befassung mit einem angemessenen neuen Quartier für die Schule: Der Verein schlägt im Ernst vor, dass die Schule in das ehemalige, viel zu kleine Schulhaus der Neckar-Realschule ziehen möge! Dann wird noch eine phantastische "Katharinenterasse" drum herum auf Pläne gezeichnet und fertig! Es wird zudem behauptet, dass die Pläne des Vereins den Steuerzahler günstiger kämen.

Tatsächlich ist es so, dass derzeit überhaupt nicht beziffert werden kann, was die Lösung mit der noch zu bebauenden "Katharinenterasse" über dem Moloch des Wagenburgtunnels kosten würde. Auch nicht, wie das Gebäude der Neckarrealschule genau umgebaut werden könnte, damit es den Ansprüchen eines 3-4-zügigen Gymnasiums genügt. Als die Neckarrealschule selbst seiner Zeit vor Beginn der Bauarbeiten durch S21 aus dem Gebäude auszog, hatte sie gute Gründe dafür. Umgekehrt bot der damalige OB Schuster dem KKSt eine Bleibegarantie und eine vollumfassende Sanierung an, wenn sie die Nachteile durch die große S21-Baustelle über einige Zeit in Kauf nehmen würden. Daher blieb das "Katzenstift" damals, wo es war und ertrug die schwierige Baustellen-Situation, die jedoch jetzt bald endet.

Um die - aus der Sicht des "Aufbruchs" ins Stocken geratene - Diskussion um den Standort der Oper wieder erneut zu entfachen, lobt der Verein nun einen Architekten-Wettbewerb aus, der das Areal des Königin-Katharina-Stiftes nicht nur nicht ausnimmt, sondern explizit für die Planung einer neuen Oper geradezu empfiehlt (s. in der StZ veröffentlichter Grobentwurf von Arno Lederer). Das Preisgeld soll aus privaten Spenden (!) stammen und im für Architektenwettbewerbe dieser Größenordnung üblichen Rahmen von ca. 100.000.-€ bis 150.000.-€ liegen. Es gibt also Stuttgarter Bürger, die für die Überbauung des "Katzenstiftes" bzw. dessen Umsiedlung (falls das Gebäude aus Denkmalschutzgründen lästigerweise doch erhalten werden muss) beträchtliche Summen an Geld spenden.

Die Pläne des "Aufbruchs" für Oper und Staatstheater sind bisher nicht belastbar vom Verein durchkalkuliert worden. Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, die Einbeziehung des Areals des Königin-Katharina-Stifts beim Opern-Neubau sei die sinnvollste Lösung für die Gestaltung eines neuen "Kulturquartiers", um Druck auf den Gemeinderat und den OB aufzubauen.Gerade jetzt, nachdem der Architektenwettbewerb ausgelobt werden soll, muss befürchtet werden, dass die medienwirksame Inszenierung des "Aufbruch" gegen das Königin-Katharina-Stift weiter an Fahrt aufnimmt.

Jedoch zeigt diese Petition, dass der "Aufbruch Stuttgart" nicht repräsentativ für alle Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts spricht - es gibt auch andere Ansichten! 

Sehr verehrte Gemeinderätinnen und -räte der Stadt Stuttgart, bleiben Sie stark und erhalten Sie das Königin-Katharina-Stift in seiner Bausubstanz aus den Jahren 1903-1905 und seiner derzeitigen, bestimmungsgemäßen Nutzung! Es sind hier Menschen betroffen, nicht nur Gebäude. Junge, engagierte Menschen, die die Zukunft unserer Stadt Stuttgart bedeuten! Menschen, die hier an Kultur herangeführt werden! Setzen Sie sich weiterhin ein für das "junge Herz der Kulturmeile" - das Königin-Katharina-Stift Stuttgart.



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