Gegen Massentierhaltung & für ein EU-weites Qualitäts-Siegel!


Gegen Massentierhaltung & für ein EU-weites Qualitäts-Siegel!
Das Problem
english | deutsch
Jährlich sterben in Europa 35.000 Menschen
an Antibiotika-resistenten Keimen!
Quelle: Europäische Kommission,
Informationen zu antimikrobiellen Resistenzen, 2023
Im Jahr 2019 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) antimikrobielle Resistenzen zu einer der zehn größten globalen Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Im Juli 2022 ermittelte die Kommission gemeinsam mit den
Mitgliedstaaten antimikrobielle Resistenzen als eine der drei größten Gesundheitsgefahren.
Video ARD zur WHO-Warnung vor Multiresistenten Keimen:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1390706~player_branded-true.html
Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung solcher Keime ist die exzessive Vergabe von Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung. Selbst für den Menschen lebenswichtige Reserveantibiotika werden in der Massentierhaltung in zunehmendem Ausmaß verabreicht.
Rufen Sie jetzt den Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf, die Massentierhaltung auf schnellstmöglichem Weg in eine ökologische Tierhaltung zurückzuführen – ohne prophylaktische oder metaphylaktische Gabe von Antibiotika an gesunde Tiere.
Forderung
Um die Antibiotikavergabe drastisch zu reduzieren und Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, fordern wir die Besatzungszahlen in den Großställen gesetzlich stark zu reduzieren und die Hygiene zu verbessern. Die massive Gabe von Antibiotika an gesunde Tiere muss sofort verboten werden. Laut der neuen EU-Tierarzneimittelverordnung sollen Antibiotika zwar nur an kranke Tiere gegeben werden, in Ausnahmefällen ist jedoch auch die vorbeugende Gabe von Antibiotika möglich. Antibiotika können auch an die ganze Herde vorbeugend gegeben werden, wenn ein anderes Tier in der Herde Symptome zeigt (der Fachbegriff dafür ist
»Metaphylaxe«). Damit ist der Antibiotikaverbrauch in der Massentierhaltung nach wie vor ein großes Problem. Auch sind erheblich mehr Kontrollen zur Überprüfung der notwendigen Vorgaben erforderlich, sowie eine hohe Bestrafung bei Nichteinhaltung. Gleichzeitig muss der Gesetzgeber deutlich bessere Rahmenbedingungen für eine ökologische Tierhaltung schaffen. Hierfür braucht es mindestens eine bundesweite, besser noch eine europaweite Gesetzgebung, um das Wettbewerbsgleichgewicht zu wahren.
Zwar gibt es inzwischen ein Tierhaltungslogo in Deutschland, dies ist allerdings völlig unzureichend, da es allein auf die Haltung von Mastschweinen abzielt, andere Nutztiere dabei aber außer Acht lässt. Die Antibiotikavergabe spielt hier keine Rolle. Außerdem beschränkt sich die Kennzeichnung auf inländisches Schweinefleisch und nicht auf Importe von Tieren oder Fleisch. Manuela Ripa MdEP fordert ein Umdenken hin zum verantwortungsbewussten Fleischkonsum:
"Wir brauchen jetzt ganz dringend einen Systemwechsel: Weg von der Massentierhaltung und hin zu weniger und gesundem Fleischkonsum. Das können wir auch dadurch erreichen, indem Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit bekommen, informierte Kaufentscheidungen zu
tätigen. Dafür schlage ich ein europaweit einheitliches und verbindliches Fleischsiegel vor, auf dem mit bildlichen
Darstellungen gezeigt wird, wie Tiere gehalten werden und was Fleischkonsum für Mensch, Tier und Umwelt wirklich bedeutet. Bilder wirken! So ein Siegel sollte auch Informationen zum Einsatz von Gentechnik, Antibiotika und Totalherbiziden enthalten."
Die Fakten
In Deutschland werden jährlich 750 Millionen Nutztiere geschlachtet - die allermeisten davon kommen aus der Massentierhaltung. Fische in Aquakulturen sind hier nicht einberechnet. Die drei meist gehaltenen Arten sind Hühner (ca. 628 Mio. Individuen), Schweine (ca. 58 Mio. Individuen) und Puten (ca. 38 Mio. Individuen). Die großflächige Vergabe von Antibiotika ist bei all diesen Tierarten üblich.
„Das ist ein großes Problem, auch für die Gesundheit der Menschen.“, erklärt Manuela Ripa, Abgeordnete der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) im Europaparlament und Aktivistin gegen Massentierhaltung. „Denn wenn wir unsere Antibiotika intensiv für die Massentierhaltung verwenden, bilden sich auf Dauer zwangsläufig Resistenzen - und dann haben wir nichts mehr in der Hand, wenn ein Mensch an bisher unproblematischen Infektionen erkrankt. Verschlimmert wird dieses Problem noch dadurch, dass auch sogenannte Reserveantibiotika großflächig in der Tierhaltung eingesetzt werden, welche eigentlich für besonders schwere Krankheitsfälle benötigt werden.“
Eine Untersuchung der Albert-Schweitzer-Stiftung hatte im vergangenen Jahr auf Hühnerfleischprodukten des Discouters Lidl eine Vielzahl von Keimen nachgewiesen
wurde. In 71 Prozent (!) der Proben sollen das Enzym ESBL nachgewiesen worden sein. Dieses macht die auf dem Fleisch gefundene Bakterien immun gegen bestimmte Bakterien. Bereits 2015 hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Putenfleisch von diversen Discountern in zwölf deutschen Städten untersucht. Bei
diesen bundesweiten Stichproben wurden auf 80-90 Prozent % (!) der Fleischstücke Antibiotika-resistente MRSA-Keime und sog. ESBL-produzierende Keime nachgewiesen. Vergleichsweise testete der BUND auch Hofschlachtereien, bei denen die Puten konventionell bzw. ökologisch gehalten wurden. Dabei wurden keine Belastungen von Antibiotika-resistenten Keimen nachgewiesen.
Aber nicht nur durch belastetes Fleisch können die resistenten Keime auf den Menschen übergehen, sondern auch durch den direkten Kontakt mit den Tieren. Betroffen sind vor allen Landwirte, Tierärzte und Schlachter, welche die resistenten Keime dann an weitere Menschen übertragen.
Das Hygiene Institut der Universitätsklinik Münster führt in einer Publikation – unter Berücksichtigung div. Studien – folgende Zahlen für Träger des multiresistenten Keims MRSA auf (Abstrich aus der Nase): 80-90% der Schweinehalter! Bis zu 45% der Tierärzte! Hingegen ist die übrige Bevölkerung in Deutschland - ohne regelmäßigen Tierkontakt oder beruflichen Kontakt mit MRSA-Trägern - unter fünf Prozent betroffen. Daraus geht ganz eindeutig hervor, dass die Problematik insbesondere aus den Tierställen der Massentierhaltung kommt. (Quelle: https://www.germanwatch.org/sites/default/files/germanwatch_antibiotika_schuetzen_resistenzen_bekaempfen_2023_0.pdf)
Das Grundwasser wird ebenfalls verseucht, da die belastete Gülle als Nährmittel auf die Felder ausgetragen und somit auch auf vegetarische Produkte übertragen wird.
Manuela Ripa
Europa-Abgeordnete der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP
www.manuela-ripa.eu
Mehr Informationen: www.agrarwende-jetzt.de
Bildrechte: Fotolia Budimir Jevtic

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Das Problem
english | deutsch
Jährlich sterben in Europa 35.000 Menschen
an Antibiotika-resistenten Keimen!
Quelle: Europäische Kommission,
Informationen zu antimikrobiellen Resistenzen, 2023
Im Jahr 2019 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) antimikrobielle Resistenzen zu einer der zehn größten globalen Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Im Juli 2022 ermittelte die Kommission gemeinsam mit den
Mitgliedstaaten antimikrobielle Resistenzen als eine der drei größten Gesundheitsgefahren.
Video ARD zur WHO-Warnung vor Multiresistenten Keimen:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1390706~player_branded-true.html
Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung solcher Keime ist die exzessive Vergabe von Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung. Selbst für den Menschen lebenswichtige Reserveantibiotika werden in der Massentierhaltung in zunehmendem Ausmaß verabreicht.
Rufen Sie jetzt den Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf, die Massentierhaltung auf schnellstmöglichem Weg in eine ökologische Tierhaltung zurückzuführen – ohne prophylaktische oder metaphylaktische Gabe von Antibiotika an gesunde Tiere.
Forderung
Um die Antibiotikavergabe drastisch zu reduzieren und Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, fordern wir die Besatzungszahlen in den Großställen gesetzlich stark zu reduzieren und die Hygiene zu verbessern. Die massive Gabe von Antibiotika an gesunde Tiere muss sofort verboten werden. Laut der neuen EU-Tierarzneimittelverordnung sollen Antibiotika zwar nur an kranke Tiere gegeben werden, in Ausnahmefällen ist jedoch auch die vorbeugende Gabe von Antibiotika möglich. Antibiotika können auch an die ganze Herde vorbeugend gegeben werden, wenn ein anderes Tier in der Herde Symptome zeigt (der Fachbegriff dafür ist
»Metaphylaxe«). Damit ist der Antibiotikaverbrauch in der Massentierhaltung nach wie vor ein großes Problem. Auch sind erheblich mehr Kontrollen zur Überprüfung der notwendigen Vorgaben erforderlich, sowie eine hohe Bestrafung bei Nichteinhaltung. Gleichzeitig muss der Gesetzgeber deutlich bessere Rahmenbedingungen für eine ökologische Tierhaltung schaffen. Hierfür braucht es mindestens eine bundesweite, besser noch eine europaweite Gesetzgebung, um das Wettbewerbsgleichgewicht zu wahren.
Zwar gibt es inzwischen ein Tierhaltungslogo in Deutschland, dies ist allerdings völlig unzureichend, da es allein auf die Haltung von Mastschweinen abzielt, andere Nutztiere dabei aber außer Acht lässt. Die Antibiotikavergabe spielt hier keine Rolle. Außerdem beschränkt sich die Kennzeichnung auf inländisches Schweinefleisch und nicht auf Importe von Tieren oder Fleisch. Manuela Ripa MdEP fordert ein Umdenken hin zum verantwortungsbewussten Fleischkonsum:
"Wir brauchen jetzt ganz dringend einen Systemwechsel: Weg von der Massentierhaltung und hin zu weniger und gesundem Fleischkonsum. Das können wir auch dadurch erreichen, indem Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit bekommen, informierte Kaufentscheidungen zu
tätigen. Dafür schlage ich ein europaweit einheitliches und verbindliches Fleischsiegel vor, auf dem mit bildlichen
Darstellungen gezeigt wird, wie Tiere gehalten werden und was Fleischkonsum für Mensch, Tier und Umwelt wirklich bedeutet. Bilder wirken! So ein Siegel sollte auch Informationen zum Einsatz von Gentechnik, Antibiotika und Totalherbiziden enthalten."
Die Fakten
In Deutschland werden jährlich 750 Millionen Nutztiere geschlachtet - die allermeisten davon kommen aus der Massentierhaltung. Fische in Aquakulturen sind hier nicht einberechnet. Die drei meist gehaltenen Arten sind Hühner (ca. 628 Mio. Individuen), Schweine (ca. 58 Mio. Individuen) und Puten (ca. 38 Mio. Individuen). Die großflächige Vergabe von Antibiotika ist bei all diesen Tierarten üblich.
„Das ist ein großes Problem, auch für die Gesundheit der Menschen.“, erklärt Manuela Ripa, Abgeordnete der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) im Europaparlament und Aktivistin gegen Massentierhaltung. „Denn wenn wir unsere Antibiotika intensiv für die Massentierhaltung verwenden, bilden sich auf Dauer zwangsläufig Resistenzen - und dann haben wir nichts mehr in der Hand, wenn ein Mensch an bisher unproblematischen Infektionen erkrankt. Verschlimmert wird dieses Problem noch dadurch, dass auch sogenannte Reserveantibiotika großflächig in der Tierhaltung eingesetzt werden, welche eigentlich für besonders schwere Krankheitsfälle benötigt werden.“
Eine Untersuchung der Albert-Schweitzer-Stiftung hatte im vergangenen Jahr auf Hühnerfleischprodukten des Discouters Lidl eine Vielzahl von Keimen nachgewiesen
wurde. In 71 Prozent (!) der Proben sollen das Enzym ESBL nachgewiesen worden sein. Dieses macht die auf dem Fleisch gefundene Bakterien immun gegen bestimmte Bakterien. Bereits 2015 hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Putenfleisch von diversen Discountern in zwölf deutschen Städten untersucht. Bei
diesen bundesweiten Stichproben wurden auf 80-90 Prozent % (!) der Fleischstücke Antibiotika-resistente MRSA-Keime und sog. ESBL-produzierende Keime nachgewiesen. Vergleichsweise testete der BUND auch Hofschlachtereien, bei denen die Puten konventionell bzw. ökologisch gehalten wurden. Dabei wurden keine Belastungen von Antibiotika-resistenten Keimen nachgewiesen.
Aber nicht nur durch belastetes Fleisch können die resistenten Keime auf den Menschen übergehen, sondern auch durch den direkten Kontakt mit den Tieren. Betroffen sind vor allen Landwirte, Tierärzte und Schlachter, welche die resistenten Keime dann an weitere Menschen übertragen.
Das Hygiene Institut der Universitätsklinik Münster führt in einer Publikation – unter Berücksichtigung div. Studien – folgende Zahlen für Träger des multiresistenten Keims MRSA auf (Abstrich aus der Nase): 80-90% der Schweinehalter! Bis zu 45% der Tierärzte! Hingegen ist die übrige Bevölkerung in Deutschland - ohne regelmäßigen Tierkontakt oder beruflichen Kontakt mit MRSA-Trägern - unter fünf Prozent betroffen. Daraus geht ganz eindeutig hervor, dass die Problematik insbesondere aus den Tierställen der Massentierhaltung kommt. (Quelle: https://www.germanwatch.org/sites/default/files/germanwatch_antibiotika_schuetzen_resistenzen_bekaempfen_2023_0.pdf)
Das Grundwasser wird ebenfalls verseucht, da die belastete Gülle als Nährmittel auf die Felder ausgetragen und somit auch auf vegetarische Produkte übertragen wird.
Manuela Ripa
Europa-Abgeordnete der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP
www.manuela-ripa.eu
Mehr Informationen: www.agrarwende-jetzt.de
Bildrechte: Fotolia Budimir Jevtic

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Petition am 4. April 2017 erstellt