

Gernsheim, Hessen – Vorgestern retteten wir von AAP drei Berberaffen, die als Haustiere gehalten wurden. Die Tiere lebten in einer Gruppe zusammen und kamen aus einem Zirkus, einem Zoo und einer Privathaltung. Die Besitzerin gab die Tiere wegen eines Umzugs zu AAP. Es braucht neue Gesetze, um Tiere und Menschen zu schützen und ihr Wohlergehen sicherzustellen. Derzeit wird das Tierschutzgesetz überarbeitet und wir fordern die Einführung einer bundesweiten Positivliste, die regelt, welche Tiere als Haustiere geeignet sind.
Hinter einer Tankstelle in einem Industriegebiet leben drei Berberäffchen. In der Natur würden sie in Familienverbänden weite Bergregionen bewohnen. In Deutschland spielt sich ihr Leben in drei Käfigen zwischen einem morschen Klavier und zwei zerbrochenen Plastikflamingos ab. Genauso zusammengewürfelt, wie die Unterkunft der Tiere ist auch ihre Herkunft. Berberaffe Judy lebte als Haustier auf einer Kamelfarm. Sie leidet unter einer Fehlstellung der Beine, da sie falsch gefüttert wurde. Äffchen „Frau Rothenhöfer“ trat im Zirkus auf, bis sie nicht mehr gebraucht wurde. Beide Tiere wurden verschenkt. Die Kleinste, „Frau Hebermehl“, wurde für 600€ von einem Zoo verkauft, weil dieser sie nicht aufziehen wollte. Eine alarmierende Situation: Unerwünschte Exoten aus Zirkus und Zoo werden an Privatpersonen abgeschoben oder verkauft. Schieben Zirkus und Zoos ihre Tiere an Privathaushalte ab?
„Wir erhalten so viele Anfragen aus Deutschland, dass wir nur einen Bruchteil retten können. Das Problem muss an den Wurzeln gepackt werden. Es braucht neue präventive Gesetze zum Umgang mit exotischen Haustieren“, sagt David van Gennep, Geschäftsführer von AAP. Von 2012 bis 2022 hat AAP ca. 1000 Rettungsanfragen aus Deutschland erhalten.
Affen sind keine geeigneten Haustiere – außer in Deutschland
Obwohl Berberaffen nicht artgerecht gehalten werden können, zählen sie in Hessen und anderen Bundesländern als normale Haustiere. Da nationale Gesetze zur Haltung exotischer Tiere fehlen, hat jedes Bundesland eigene Gesetze erlassen. Dadurch entstehen Lücken in der ohnehin chaotischen Gesetzgebung.
Auch die hessische Tierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin kritisiert die aktuelle Situation: „Es ist absolut unverantwortlich, dass solche Tiere gehalten werden – im Sinne der Tiere, aber auch für die Sicherheit der Menschen. Es braucht ein bundesweites Verbot“. Das sieht auch die Mehrheit der Deutschen so: Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass 90 % den Handel und die Haltung exotischer Tiere stärker regulieren wollen. 81 % der Befragten sind für ein Verbot.
Fordert mit uns gemeinsam eine Positivliste und teilt diese Petition.