Petition updateGegen die atomare BedrohungDie Raketenstationierung steigert die Eskalationsgefahren
Bernhard TrautvetterEssen, Germany
Aug 18, 2025

Es geht darum, das Risiko des Kontrolle-Verlusts abzubauen, nicht es zu steigern...!

"Als Mittelstreckenraketen mit größerer Reichweite sind sogenannte »Long-Range Hypersonic Weapons« (langreichweitige Hyperschall-Waffen) vorgesehen. Unter dem Namen Dark Eagle, seit 2019 in Entwicklung, wird Einsatzbereitschaft für dieses System erstmals Ende 2024 erwartet. (USGAO 2024, S. 10). Auf einer zweistufigen Trägerrakete sitzt ein manövrierfähiges Gleitfahrzeug. Zerstörungswirkung entfaltet es alleine durch die Energie des Aufpralls (kinetisch), es gibt keinen Sprengkörper (DOTE 2023). Die Reichweite des Systems wird mit 2.770 km abgeschätzt, offiziell wird die Geschwindigkeit mit größer als Mach 5 (fünffache Schallgeschwindigkeit) angegeben – eine Tautologie, da die Definition von Hyperschallwaffen sagt, dass sie schneller als Mach 5 fliegen. Andere Quellen sprechen auch von Mach 17. Letzteres ist vermutlich die Geschwindigkeit, die das System nach der Brennphase der Rakete und vor der Phase des Gleitens in der Atmosphäre hat. Während der Gleitphase reduziert sich die Geschwindigkeit kontinuierlich, und steigt erst beim finalen Sturzflug wieder an.

Neben diesem System umfasst die MDTF eine »Mid-Range Capability«, die ebenfalls in Deutschland stationiert werden soll. Das Startsystem »Typhon« kann zwei unterschiedliche Flugkörper flexibel aus denselben Startkanistern abfeuern (vgl. Feickert 2024b): Die deutsch-amerikanische Erklärung vom Juli nennt explizit die Flugkörper SM-6 und »Tomahawk«. SM-6 ist ursprünglich eine Abwehrrakete gegen Flugzeuge und Raketen, kann aber auch gegen Bodenziele eingesetzt werden, die Reichweite wird mit 370-500 km angegeben (vgl. Missile Defense Project 2023, Wright und Barrie 2024). Eine Version mit deutlich erweiterter Reichweite ist in Entwicklung und soll 2029 einsatzbereit sein – ob diese auch in Typhon zum Einsatz kommen kann, ist unklar (USGAO 2024, S. 10).

Der zweite Flugkörper des Systems Typhon ist der Marschflugkörper »Tomahawk«. Diese Waffe ist bei der amerikanischen Marine seit 1983 im Einsatz (vgl. Missile Defense Project 2024). Im gleichen Jahr wurden bodengestützte Tomahawks im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses in Deutschland stationiert. Während der INF-Vertrag in Kraft war, kamen nur seegestützte Varianten zum Einsatz. Als Teil von Typhon werden nun erstmals wieder bodengestützte Varianten eingesetzt. Die Reichweite der Waffe wird typischerweise mit 1.600 km angegeben (vgl. US Navy 2021). Die Bundeswehr gibt dagegen eine Reichweite von 2.500 km auf ihrer Webseite an (vgl. Bundeswehr 2024). Diese Reichweite wurde eigentlich nur von früheren nuklear-bestückten Versionen erreicht, die nicht mehr existieren. Moderne Varianten besitzen konventionelle Bewaffnung und fliegen mit einer Geschwindigkeit von knapp unter 900 km/h. Tomahawk Marsch­flugkörper wurden schon sehr häufig in bewaffneten Konflikten eingesetzt, laut Herstellerangaben gab es bisher 2.350 Einsätze der ab 1993 produzierten GPS-gelenkten Varianten (vgl. Raytheon o.J.)."

Quelle: https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/stationierung-ab-2026/

 

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