

Hannover Limmer, 30. Mai 2019
Mit großem Respekt vor Ihrer Lebensleistung weiß auch ich als (ganz kleiner) Unternehmer, dass man einmal mehr aufstehen muss als hinfallen, um etwas zu erreichen. Auch ist mir bekannt, dass es oft einfacher ist, etwas Altes abzureißen und neuzubauen als aufwändig zu sanieren. Aber was ginge mit dem Abriss der Altgebäude unwiderruflich verloren! Neulich erzählte eine frühere Conti-Büroangestellte von der faszinierenden 50er Jahre-Atmosphäre in Gebäude 44 (Baujahr 1922), wo Arbeiter in Unterhemden an riesigen Walzen heiße Gummimatten zerteilt haben. Wo in Gebäude 51 (Baujahr 1924) Schlosser die Formen für den Guss von Trecker- und Lkw-Felgen hergestellt haben. Jeder Stein dort atmet Geschichte.
Für diese Zeugen aus einer anderen Welt haben Sie nun den Abriss beantragt.
Tatsache ist, dass an Ihnen als Eigentümer und „knochenharter Unternehmer“, wie Ihnen ein Richter bescheinigt hat, kein Weg vorbei führt, wenn es um die Wasserstadt Limmer mit diesem einzigartigen Bestand an Industriedenkmälern geht. Sie haben es in der Hand, diese Gebäude zu erhalten. Mut und unternehmerische Leistung haben Sie schon oft bewiesen. Überraschen Sie uns, indem Sie den Abrissantrag zurückziehen. Setzen Sie sich ein Denkmal, indem sich Ihr Name fest mit der Rettung der letzten verbliebenen Conti-Produktionsgebäude in Limmer verbindet. Und lassen Sie sich und Ihr Lebenswerk feiern am Samstag mit Helene Fischer und 6000 Gästen.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Papenburg!
Uwe Staade, Sprecher der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer