Petition updateFrau Lemke, stoppen Sie den Import von Jagdtrophäen geschützter Tierarten!Bundesregierung bekennt sich zur Trophäenjagd
Dr. Christian FelixGermany
May 25, 2017
Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, am 17. Mai haben wir die Petition übergeben. Zu den 187.000 online gesammelten Unterschriften kamen noch einige Tausend auf handschriftlich ausgefüllten Listen hinzu. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr großartiges Engagement beim Sammeln von Unterschriften! Die Süddeutsche Zeitung berichtete über die Petition und deren Hintergründe: www.sueddeutsche.de/wissen/artenschutz-stosszaehneals-andenken-1.3509606 Die Vertreter zahlreicher Umwelt- und Naturschutzverbände begleiteten die Übergabe. Mit einer gemeinsamen Pressemitteilung hatten sie sich zuvor an die Öffentlichkeit gewandt [1]. Im Anschluss an die Übergabe waren die Verbände zu einem vertraulichen Gespräch mit Mitarbeitern des Umweltministeriums (BMUB) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), das die Trophäenimporte genehmigt, eingeladen. Staatssekretär Jochen Flasbarth vom BMUB bekannte sich bei der Entgegennahme der Petition im Bonner Dienstsitz klar zur Trophäenjagd. Er vertritt als höchster Beamter die Ministerin Barbara Hendricks und damit die Bundesregierung. Flasbarth begründete seine Haltung mit Standardargumenten der Jagdbefürworter: Es seien die Kritiker der Großwildjagd, die koloniales Verhalten zeigten, nicht die Großwildjäger. Wer gegen den Import von Jagdtrophäen sei, müsse auch die Jagd in Deutschland abschaffen wollen. Außerdem werde in Afrika nur in guten Beständen gejagt. Die Trophäenjagd diene zu deren Regulierung und mache die Ursprungsländer zu Partnern. Einen Tag später begrüßte der Deutsche Jagdverband in einer Pressemitteilung das Bekenntnis des BMUB zur Trophäenjagd. Nun, in Deutschland dürfen vom Aussterben bedrohte Arten nicht aus reiner Trophäengier getötet werden, außerdem braucht man einen Jagdschein, beide Voraussetzungen sind bei der Trophäenjagd im Ausland nicht erfüllt. Auch die Jagdmethoden wären in Deutschland verboten: Immer wieder werden Tiere aus Schutzgebieten in umliegende Jagdgebiete gelockt, um dort von Spaßtouristen auf unterschiedliche Weise getötet zu werden. Erlaubt ist sogar die Jagd mit Pfeil und Bogen oder Armbrust. Auch die zitierten „guten Bestände“ gibt es kaum noch. Die Populationen von Geparden, Löwen, Leoparden, Nashörner, Elefanten und Giraffen sind stark zurück gegangen. Die Importpraxis des BfN folgt dem Willen des Ministeriums von Barbara Hendricks. Die Ministerin könnte den Import von Jagdtrophäen stoppen, doch die Hobbyjagd auf gefährdete Tiere, ist offenbar politisch gewünscht. In einem Hintergrundpapier versucht das BMUB die Trophäenjagd in ein positives Licht zu rücken [2]. Doch bei genauer Betrachtung hält keines der dort ausgebreiteten Argumente unter Heranziehung der Faktenlage einer kritischen Prüfung stand. Beispielsweise gibt die Behauptung, in Benin hätte sich der Bestand an Löwen durch die Bejagung positiv entwickelt, Rätsel auf, denn gerade für Benin verneint die EU die Nachhaltigkeit der Löwenjagd und hat seit 2014 ein generelles Importverbot verhängt. Sind die Wildtiere das Bauernopfer in einem politischen Spiel, in dem sich die Bundesregierung durch das Bekenntnis zur Trophäenjagd die Kooperationsbereitschaft einiger weniger afrikanischer Staaten sichern möchte? Millionen Euro an deutschen Steuergeldern werden in die Infrastruktur afrikanischer Jagdgebiete investiert [3]. Dabei ist die Trophäenjagd ethisch inakzeptabel, sie ist ein Relikt der Kolonialzeit und dezimiert die von Ausrottung bedrohten Tierarten weiter, wie beispielsweise auch das Europäische Parlament am 24. November 2016 in einer Resolution festgehalten hat [4]. Wir werden solange weiter machen, bis Deutschland den Trophäenimport beendet und dem Beispiel Hollands und Frankreichs (für Löwen) folgt. In einer nächsten Benachrichtigung werden wir schreiben, was Sie tun können. Allein 2015 genehmigte das BfN die Einfuhr u. a. folgender Tiere, die von deutschen Jagdtouristen getötet worden sind: 28 Elefanten 29 Leoparden 6 Geparden 13 Löwen 21 Flusspferde 17 Braunbären 8 Wölfe Werben Sie für: change.org/grosswildjagd Wenn Sie Fragen haben: stopp.grosswildjagd@gmail.com Herzliche Grüße Christian Felix [1] www.nabu.de/news/2017/05/22451.html [2] www.bmub.bund.de/N54208/ [3] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/063/1806317.pdf [4] www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&reference=P8-TA-2016-0454&language=EN&ring=A8-2016-0303
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