Globale Gesundheitsthemen sind wichtig in diesen Tagen. Auch wir haben uns sehr intensiv mit den Auswirkungen des Covid-19 auseinandergesetzt. Und auch wir erkennen in der Infektionshäufigkeit unter anderem für jene eine besondere Schutzbedürftigkeit, die noch immer entlang der griechisch-türkischen Grenze und auf den ägäischen Inseln sind. Zuletzt hatten die Global Initiative on Health, Migration and Development, die Schöpflin Stiftung und Bildung für alle e.V. Handlungsempfehlungen herausgegeben, die wir im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, Kommunen und Einzelpersonen als durch- und umsetzbar erachten.
Weshalb ist die Umsetzung der Handlungsempfehlungen dringender denn je?
Die Situation ist menschenverachtend. Unsere Recherche hat uns auf Berichte geführt, die zuletzt auch PRO ASYL veröffentlich hat. Darin werden die Zustände beschrieben, in denen sich Menschen in Europa befinden:
„Derzeit sind a) in Mytilene 502 irregulär eingereiste Ausländer, Familien und Kinder auf einem Transportschiff der griechischen Marine untergebracht; b) in Chios sind seit dem 1. März bisher 258 Personen irregulär eingereist. Davon sind 136 Personen auf einem kommunalen Grundstück mit nur einer Toilette intergebracht und weitere eingereiste 122 Personen im offenen Bereich des Hafens von Chios; sie übernachten in Bussen, es wurden 2 chemische Toiletten aufgestellt; c) Auf Samos wurden 93 irregulär eingereiste 93 Ausländer in einer Halle des Hafenamts ohne Toilette und Wasserversorgung untergebracht; d) Auf Rhodos befinden sich 38 irregulär eingereiste Ausländer in örtlichen Polizeizellen; e) In Symi befinden sich 21 irregulär eingereiste Ausländer auf dem Balkon der Polizeibehörde; f) in Kastelorizo mit 400 Einwohnern sind seit dem 1. März 100 irregulär eingereiste Ausländer angekommen, für die es an jeglicher Infrastruktur mangelt; g) In Kos befinden sich 150 irregulär eingereiste Ausländer in einer Wartehalle für Passagiere im Hafen mit 2 Toiletten und h) auf Leros befinden sich 252 irregulär eingereiste Ausländer in einem Schuppen im Hafen der Insel mit 2 chemischen Toiletten“.(https://www.stonisi.gr/post/7601/mazika-ekswdika-apo-toys-astynomikoys-gia-to-metanasteytiko)
Diese Zustände müssen von Nichtregierungsorganisationen sichtbar gemacht werden, von Rechtsexpert*innen angeklagt werden und von Politiker*innen geändert werden.
Was kann jeder von uns jetzt tun?
Diese Frage bekommen wir häufig zu hören. Wir empfehlen folgende Möglichkeiten:
1) Veit Cornelis von der Global Initiative on Health, Migration and Development war 2017 selbst in Griechenland. Dort hat er Jonas Härter kennengelernt, der sich noch immer als Mitbegründer der schweizerischen NGO Aidhoc vor Ort engagiert. Der Spendenaufruf dieser Organisation zielt direkt auf die Notwendigkeiten, die auch wir in unseren Handlungsempfehlungen erkannt haben: Soforthilfe für NGOs und Rechtsbeistand für Schutzsuchen und Helfende. Besuchen Sie die Webseite, beachten Sie den Spendenaufruf und unterstützen Sie die Kolleg*innen vor Ort. Es werden akut 15.000 Euro benötigt. https://aidhoc.org/2020/03/13/dringender-spendenaufruf/
2) Darüber hinaus werden wir häufig gefragt, ob man nun nach Griechenland fahren sollte, um dort zu helfen. Wir raten dazu, die bereits vor Ort befindlichen Organisationen insbesondere finanziell zu unterstützen. Diese sind z.B. MSF Greece, Pro Asyl und Equal Rights Beyond Borders. Informieren Sie sich und machen Sie auf diese Organisationen aufmerksam.
Wir bitten alle Lesenden um Beachtung und Weiterleitung. Selbstverständlich stehen wir für Fragen und Anmerkungen jederzeit zur Verfügung. Weitere Infos erhalten Sie auch über die Newsletter der Global Initiative und der Schöpflin Stiftung. Die Webseite von Bildung für alle e.V. finden Sie hier.