Actualización sobre la peticiónFORDERUNG NACH WIEDERGUTMACHUNG DER VERHÖHNUNG DER NAZIOPFER DURCH RUTENFESTABZEICHEN
Bitte wird zur Forderung

Stefan Weinert88212 Ravensburg, Alemania

5 mar 2017
Liebe Leser*innen dieser Zeilen,
im Jahre 2015 ließen sich weder die Stadtverwaltung noch die verantwortliche Rutenfestkommission (RFK) davon abhalten, das Gebäude der ehemaligen NSDAP-Zentrale als Motiv für das Festabzeichen des Heimatfestes "Rutenfest" zu wählen. Ihre wirtschaftlichen Interessen wurden vor die der Opfer des Nationalsozialismus gestellt. In den Jahren 1937 - 45 residierten hier Männer und Frauen, die für die Ermordung vieler Patienten der "Heilanstalt Weissenau", die Zwangssterilisierung von Roma und Sinti und die Vertreibung und Verbringung der hier beheimateten Juden in die KZ und Ermordung (mit)verantwortlich war.
Erst Ende Januar 2017 wurde an dem Gebäude Seestrasse 32 durch die Stadtverwadltung medienwirksam eine kleine Erinnerungstafel angebracht. Allerdings hat die Stadt Ravensburg dies nicht freiwillig getan, sondern auf Druck von außen, und zwar von mehreren Stellen.
In meiner theologischen, seelsorgerlichen und psychologischen Ausbildung habe ich gelernt, dass es nur recht und billig ist, ein Vergehen auf der Ebene wieder gutzumachen, auf der es auch begangen wurde, ansonsten sei es keine Wiedergutmachung.
Deshalb reicht das kaum wahrnehmbare Schild an dem Gebäude Seestrasse 32 überhaupt nicht, zumal die Veranstaltung bei seiner Anbringung eine Farce war.
Ich fordere daher sowohl die Ravensburger Stadtverwaltung, als auch die RFK dazu auf, für das Jahr 2017 (es sind noch fast fünf Monate bis dahin) das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen jüdischen Synagoge in der "Grüner-Turm-Strasse" (bis 1934 "Judenstrasse" !) zu wählen. Das ist genau die Ebene, die eine Wiedergutmachung fordert.
Stefan Weinert
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