Vielen Dank für die Unterstützung und die zahlreichen Unterschriften zur Petition. Das gemeinsame Engagement hat gezeigt, dass vielen das Thema wichtig ist.
Dennoch bleibt noch Handlungsspielraum. Um das Anliegen weiter zu stärken, besteht die Möglichkeit, konkrete Sicherheitsbedenken direkt an den VfB zu senden: service@vfb-stuttgart.de . Alle dort eingehenden E-Mails werden als Tickets angelegt, was ein großes Potenzial für uns hat, echte Aufmerksamkeit zu erregen.
Leider sind Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen für Funktionäre offensichtlich bedeutungslos. Die Sicherheit der eigenen Fans, Spieler und AnwohnerInnen können aber selbst solche Leute nicht einfach ignorieren.
Daher habe ich die Idee, so viele E-Mails mit Sicherheitsbedenken direkt an den VfB zu schicken, wie möglich, und zwar vor Abschluss der Petition, die andere Beweggründe hat.
Jedes sachlich formulierte Sicherheitsbedenken kann dazu beitragen, dass die Verantwortlichen beim VfB die Situation aufmerksam prüfen und entsprechend reagieren. Ich habe einen Brief als Vorlage unten angefügt. Es reicht, wenn einzelne Punkte aus der Vorlage verschickt werden, damit nicht alle E-Mails exakt gleich lauten und dadurch exakt gleich beantwortet werden können. Zum Umformulieren kann KI genutzt werden.
Dank gilt allen, die sich bereits eingesetzt haben – und jenen, die weiterhin dazu beitragen, die Absage des Spiels zu erreichen.
Wera van Dillen - Free Palestine Stuttgart
Betreff: Sicherheit und Verantwortung beim VfB Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv am 11. Dezember 2025
Sehr geehrter Herr Allgaier,
ich möchte meine Sorge um die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer, Spieler, Anwohner und Anwohnerinnen und Mitarbeitenden beim kommenden Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv am 11. Dezember 2025 (Anstoß 18:45 Uhr) zum Ausdruck bringen.
Vor dem Hintergrund der andauernden Situation in Gaza und der angespannten gesellschaftlichen Stimmungslage ist diese Begegnung von besonderer Sensibilität. Erfahrungen aus anderen europäischen Städten zeigen, dass Spiele mit israelischen Mannschaften unter solchen Umständen ein erhöhtes Konfliktpotenzial im öffentlichen Raum und im Stadion bergen können.
Ein prägnantes Beispiel liefert Amsterdam: Am 7. November 2024 kam es im Umfeld der Europa-League-Begegnung zwischen Ajax Amsterdam und Maccabi Tel Aviv zu schweren Übergriffen auf israelische Fans. In der Folge wurden fünf Männer vor Gericht verurteilt – unter anderem wegen Körperverletzung, Bedrohung und Aufruf zu Gewalt in Chatgruppen. Die niederländischen Behörden reagierten mit einer Notverordnung, zusätzlichen Polizeikräften und Versammlungsbeschränkungen, um die Lage zu stabilisieren. Dieser Fall verdeutlicht, wie rasch sich eine sportliche Begegnung zu einem Brennpunkt gesellschaftlicher Spannungen entwickeln kann, wenn Prävention und Kommunikation zu spät greifen.
Ich bin überzeugt, dass der VfB Stuttgart – als traditionsreicher Verein mit großem gesellschaftlichem Einfluss – sich seiner besonderen Verantwortung bewusst ist. Deshalb möchte ich Sie bitten, offen darzulegen, wie der Verein die aktuelle Lage einschätzt und welche konkreten Maßnahmen geplant sind, um Sicherheit, Transparenz und Vertrauen zu gewährleisten.
Ich rege an, dabei folgende Punkte zu berücksichtigen:
1. Wie gedenkt der VfB mit Fans umzugehen, die aus Angst oder aus Mitgefühl mit den Opfern auf einen Stadionbesuch verzichten möchten – wird es hierfür kulante Rückgabe- oder Erstattungsmöglichkeiten geben?
2. Welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen sind für den 11. Dezember 2025 vorgesehen, um Fans, Spieler und Mitarbeitende bestmöglich zu schützen?
3. Auf welche Weise wird die Öffentlichkeit, insbesondere Anwohnerinnen und Anwohner, über Sicherheitsvorkehrungen und mögliche Einschränkungen informiert, um Verunsicherung vorzubeugen?
4. Wie unterstützt der Verein Spieler, die sich in dieser besonderen Lage psychisch belastet fühlen oder persönliche Bedenken äußern?
5. Sollte sich im Zuge der behördlichen Gefährdungsbewertung zeigen, dass ein sicherer Ablauf trotz verstärkter Maßnahmen nicht gewährleistet werden kann, vertraue ich darauf, dass der VfB gemeinsam mit den Behörden auch eine Verlegung oder Absage verantwortungsvoll prüft. Sicherheit und Menschlichkeit sollten in jedem Fall Vorrang haben.
6. Beteiligt sich die gegnerische Mannschaft an den erhöhten Sicherheitskosten? Wenn ja, in welcher Relation?
Ich bin überzeugt, dass der VfB durch frühzeitige, transparente Kommunikation und ein klares Sicherheitskonzept das Vertrauen der Fans stärkt und zugleich ein Zeichen für Verantwortung und Besonnenheit setzt.
Ich appelliere eindringlich an Sie, die Sorgen vieler Fans und sicher auch einiger Spieler ernst zu nehmen und alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um eine sichere, friedliche und respektvolle Atmosphäre zu gewährleisten, und wenn dies nicht möglich ist, das Spiel abzusagen.
Der Schutz der Menschen muss oberste Priorität haben – er steht über wirtschaftlichen Interessen, sportlichen Abläufen oder Imagefragen. Es wäre fahrlässig, die bekannten Warnsignale zu ignorieren oder Sicherheitsbedenken zugunsten des Spielbetriebs zurückzustellen.
Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen