Tamara WidzinskiLudwigsburg, Jerman
26 Mei 2022

ver.di informiert
VORSTAND SPALTET DEN BETRIEBSRAT – ANDREA WIDZINSKI NICHT MEHR VORSITZENDE DES BETRIEBSRATES!
 
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
 
sie haben es getan. Auf der Betriebsratssitzung am 18. Mai 2022 wurde Andrea Widzinski als Vorsitzende abberufen. Der Skandal ist nicht die Abwahl einer Vorsitzenden.
Auch wenn dies ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang ist. Das Verwerfliche ist, dass die Abwahl – nach nur 8 Wochen – ohne Angabe von Gründen erfolgt ist.
Alle Angebote, sich doch noch einmal zusammenzuraufen, die Probleme zu besprechen und einvernehmlich zu lösen wurden kategorisch abgelehnt.
Offenkundig hat sich eine Mehrheit im Betriebsrat entschieden, sich dem Willen und dem Druck des Vorstandes zu unterwerfen.
Ob der Betriebsrat in dieser Verfassung konfliktfähig und in der Lage ist, eine ernstzunehmende Interessenvertretung sicherzustellen ist unwahrscheinlich.  
 
Diese Art von Konfliktlösung führt dazu, dass es nur solange eine gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand gibt, solange der Betriebsrat macht, was der Vorstand will.
Welcher Arbeitgeber soll einen solchen Betriebsrat noch ernst nehmen?
 
Dabei geht es um nichts weniger als Ihre Interessen, die auf dem Altar der angeblich vertrauensvollen Zusammenarbeit und der Herstellung eines vermeintlich harmonischen Miteinanders geopfert werden.
Kaum zu glauben, dass dies die adäquate Umsetzung des durch die Betriebswahl zum Ausdruck gebrachten Wählerwillens sein soll.
Die Wählerinnen und Wähler warten weiter darauf, dass die Verantwortlichen erklären, warum dieser Schritt notwendig sein soll.
 
Nun braucht es eine Betriebsversammlung, auf der die Vorgänge aufgearbeitet werden. Anschließend ist Gelegenheit für einen Neuanfang – wenn es sein muss durch eine Neuwahl.
So bekommen Sie, die Beschäftigten, Gelegenheit eine Entscheidung darüber zu treffen, wie und durch wen Sie vertreten werden wollen.
    
Besonders bedauerlich ist auch, dass der Vorstand die Gelegenheit nicht nutzt, die neue große Bank als modern und zukunftsfähig, mit den richtigen Antworten für die neue herausfordernde Zeit darzustellen, sondern sich als rückwärtsgewandt, in Gutsherrenart, geführt von alten weißen Männern präsentiert.  
 
Wie Sie an den, in den letzten Tagen erschienenen, Presseartikel erkennen können, gibt es eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit und auch ein Aufschrei der Empörung.
Inzwischen gibt es wieder ein breites Gesellschaftliches Bündnis mit Vertretern aus Kirche, Politik und Gewerkschaften, angeführt von Ihrer Gewerkschaft ver.di, welche das weitere Geschehen in Ihrer Bank genauestens beobachtet und auch bereit ist sehr schnell Taten folgen zu lassen.
 
 
Herzlichen Gruß
Und einen sonnigen Tag
 
Frank Hawel
 
ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg
Landesfachbereich A, Finanzdienste
 
Theodor-Heuss-Str. 2 / Haus 1
70174 Stuttgart
Tel.: 0711-88788  010       
mobil: 015115175268
e-mail: frank.hawel@verdi.de

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