

Faire Tickets für alle: Konzerte vor Spekulation, Bots und Wucherpreisen schützen


Faire Tickets für alle: Konzerte vor Spekulation, Bots und Wucherpreisen schützen
Das Problem
Unsere Forderung
Wir fordern den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung auf, den gewerblichen Weiterverkauf von Tickets für Konzert-, Kultur- und Sportveranstaltungen unverzüglich gesetzlich zu regulieren. Konkret fordern wir drei Maßnahmen:
Ein gesetzliches Veranstalterrecht zur Kontrolle des Weiterverkaufs — verbunden mit einer echten Handlungspflicht für Plattformen. Veranstalter müssen verbindlich festlegen dürfen, auf welchen autorisierten Plattformen Tickets für ihre Veranstaltungen weiterverkauft werden dürfen. Angebote auf nicht autorisierten Plattformen — einschließlich allgemeiner Online-Marktplätze wie Kleinanzeigen, Ebay, Viagogo oder Ticombo — müssen per "Notice and Takedown"-Verfahren rechtssicher entfernt werden können. Plattformen sind gesetzlich zu verpflichten, gemeldete Wucher-Angebote unverzüglich zu prüfen, zu entfernen und wiederholt auffällige Verkäufer-Accounts dauerhaft zu sperren. Verstöße gegen diese Pflichten müssen mit empfindlichen Bußgeldern sanktioniert werden.
Eine gesetzliche Preisobergrenze von maximal 25 Prozent auf den Originalpreis für den gewerblichen Weiterverkauf. Aufschläge darüber hinaus sind als sittenwidrig zu klassifizieren und mit empfindlichen Sanktionen zu belegen.
Ein ausdrückliches Verbot des Einsatzes von Ticket-Bots sowie des massenhaften Ankaufs von Tickets über Fake-Accounts, Strohleute oder gefälschte Identitäten. Bei begründetem Verdacht ist die Beweislast umzukehren: Nicht der Veranstalter muss den Missbrauch nachweisen, sondern die Plattform die rechtmäßige Herkunft der angebotenen Tickets.
--------
Begründung
Das Problem: Ein nahezu regulierungsfreier Markt für Ticketspekulanten
Der deutsche Ticketzweitmarkt ist in den vergangenen Jahren zu einem milliardenschweren Geschäftsmodell für Spekulanten geworden – zulasten von Fans, Künstlerinnen und Künstlern, Veranstaltern und der gesamten Kulturwirtschaft. Während in Frankreich, Großbritannien, Italien und Belgien längst klare gesetzliche Schranken gelten und die USA mit dem "BOTS Act" bereits 2016 ein Bot-Verbot eingeführt haben, fehlt in Deutschland ein wirksamer rechtlicher Rahmen.
Die Folgen sind gravierend: Tickets werden mithilfe automatisierter Software (sogenannter "Bots") in Sekundenbruchteilen massenhaft aufgekauft und unmittelbar danach auf unautorisierten Plattformen wie Viagogo, Ticombo, SeatsNet oder Gigsberg zu Preisaufschlägen von teilweise bis zu 250 Prozent angeboten. Eine Untersuchung der Konzertagentur MCT im Vorfeld der Florence-and-the-Machine-Konzerte in Köln, München und Berlin ergab, dass allein für diese drei Termine über 2.800 Tickets auf nur fünf nicht autorisierten Plattformen angeboten wurden — nahezu alle zu einem Vielfachen des Originalpreises.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung auf allgemeinen Online-Marktplätzen wie Kleinanzeigen und Ebay. Seit Monaten erscheinen dort Tickets bereits wenige Sekunden nach dem offiziellen Vorverkaufsstart zu exorbitanten Aufschlägen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer solche Wucher-Angebote melden, bleiben die Plattformen in der Praxis untätig: Angebote werden nicht entfernt, Verkäufer-Accounts bleiben aktiv, dieselben gewerblichen Wiederverkäufer tauchen unter neuen Profilen sofort wieder auf. Ohne eine gesetzliche Handlungspflicht und ohne wirksame Sanktionen wird der Selbstreinigungsmechanismus dieser Plattformen weiterhin versagen.
--------
Wer profitiert – und wer verliert
Die Gewinne dieses Geschäftsmodells fließen weder den Künstlerinnen und Künstlern zu, noch refinanzieren sie Produktionen, Tourneen oder kulturelle Infrastruktur. Sie versickern bei kommerziellen Zwischenhändlern und intransparent agierenden Online-Plattformen. Verlierer sind:
Fans, die für reguläre Eintrittspreise schlicht keine Tickets mehr erhalten und sich gezwungen sehen, überteuerte und teils gefälschte Karten auf dem Zweitmarkt zu erwerben.
Künstlerinnen und Künstler, die ihre Ticketpreise bewusst sozialverträglich gestalten, um eine breite und generationenübergreifende Zuhörerschaft zu erreichen — und deren Konzerte durch Spekulanten dennoch zum Luxusgut werden. Die wirtschaftlichen Folgen für die Kunstschaffenden sind erheblich: Die hohen Mehreinnahmen am Sekundärmarkt fließen nicht in neue Musik, Tournee-Crews, Bühnenproduktionen, Nachwuchsförderung oder die Refinanzierung von Aufnahmestudios. Sie landen vollständig bei kommerziellen Zwischenhändlern, die zur kulturellen Wertschöpfung nichts beitragen. Mindestens ebenso schwer wiegt der Reputationsschaden: Wer für ein Ticket das Drei- oder Vierfache des Originalpreises bezahlt hat, verbindet seinen Unmut oft mit der Band oder Künstlerin selbst — obwohl diese am Wucher nichts verdient hat und die ursprünglichen Preise bewusst niedriger angesetzt waren. Besonders hart trifft die Entwicklung aufstrebende und kleinere Acts: Ihre Tourkalkulation ist auf eine junge, einkommensschwächere Fanbasis angewiesen, die exorbitante Sekundärpreise nicht aufbringen kann. Bleibt diese Zielgruppe aus, gerät die wirtschaftliche Basis ganzer Karrieren ins Wanken. Auch die künstlerische Selbstbestimmung leidet: Wer eine Show konzipiert und seine Eintrittspreise bewusst kalkuliert, soll auch entscheiden dürfen, zu welchen Bedingungen die Karten ihren Weg zum Publikum finden. Dass die schärfste Kritik am unregulierten Zweitmarkt aktuell aus der Künstlerschaft selbst kommt, ist kein Zufall — sie ist die wirtschaftlich am direktesten Geschädigte.
Veranstalter und Konzertagenturen, deren Kundenbeziehung beschädigt wird, weil Fans zu Unrecht den Eindruck gewinnen, die Originalpreise seien überzogen — und deren Aufwand für Personalisierung, Sicherheitsmaßnahmen und Zugangskontrollen durch Bots und Spekulanten regelmäßig unterlaufen wird.
Die Kulturlandschaft insgesamt, denn überhöhte Sekundärpreise verkleinern die Reichweite kultureller Teilhabe und reduzieren das Freizeitbudget vieler Menschen auf wenige Veranstaltungen pro Jahr. Live-Kultur droht zum Privileg derjenigen zu werden, die sich Spekulationspreise leisten können.
--------
Die Rechtslage ist unzureichend
Veranstalter können bislang lediglich über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen Weiterverkaufsverbote durchsetzen und auf das Wettbewerbsrecht (UWG) zurückgreifen. Mehrere Urteile – darunter Entscheidungen der Landgerichte München I, Berlin II, Hamburg, Mannheim und Frankfurt am Main – haben die Wirksamkeit solcher Klauseln zwar bestätigt, doch erfassen sie das Problem nur punktuell. Eine systematische, durchsetzungsstarke Regulierung gegen Bot-Einsatz, Leerverkäufe und Preiswucher fehlt vollständig. Bestehende zivilrechtliche Instrumente kommen regelmäßig zu spät, sind teuer und für einzelne Geschädigte praktisch nicht nutzbar.
Politischer Konsens ist bereits da – jetzt muss gehandelt werden
Im Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode haben CDU/CSU und SPD ausdrücklich zugesagt, "den Ticketzweitmarkt für Sport- und Kulturveranstaltungen stärker zu regulieren, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor überhöhten Preisen, Intransparenz und betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen". Im Mai 2026 haben sich Künstlerinnen und Künstler wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Kraftklub und Nina Chuba sowie über 100 Branchenorganisationen – darunter der Deutsche Musikrat, der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) – in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt und genau diese Maßnahmen gefordert.
Der politische Wille ist erklärt. Die Forderungen sind aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft vorgelegt. Die rechtlichen Vorbilder aus dem europäischen Ausland sind erprobt. Es fehlt einzig die gesetzgeberische Umsetzung.
Unsere Botschaft an die Bundesregierung
Kultur ist keine Ware, und Tickets sind keine Spekulationsobjekte. Der Zugang zu Konzerten, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen darf nicht vom Erfolg automatisierter Aufkauf-Software oder von der Zahlungsbereitschaft auf intransparenten Sekundärmärkten abhängen. Wir fordern die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag gegebene Zusage einzulösen und noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz vorzulegen, das die oben genannten Maßnahmen verbindlich umsetzt.
Wenn du diese Petition unterzeichnest, sendest du ein klares Signal: Fans, Künstlerinnen und Künstler, Veranstalter und Verbraucherinnen und Verbraucher fordern faire, transparente und durchsetzbare Regeln für den Ticketmarkt in Deutschland.
Jede Unterschrift zählt. Bitte unterschreibe diese Petition und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden, in deinen Netzwerken und überall dort, wo Menschen Musik, Kultur und Sport lieben.
--------
Auswahl der Berichterstattung zur Petition (nach Datum, und dann von A-Z):
Mai 2026
Backstage PRO (12.05.2026): "Deutsche Bands und Musiker fordern strengere Regeln gegen überteuerte Zweitmarkt-Tickets" https://www.backstagepro.de/thema/deutsche-bands-und-musiker-fordern-strengere-regeln-gegen-ueberteuerte-zweitmarkt-tickets-2026-05-12-BRzpKG9CrNRolling Stone (Mai 2026): "Ticketzweitmarkt-Regulierung: Bands fordern Gesetz gegen Wucherpreise" (Ralf Niemczyk) https://www.rollingstone.de/ticketzweitmarkt-regulierung-bands-forderungen-3142221/
Theatermanagement aktuell (12.05.2026): "Sechs Hebel gegen die Ticket-Abzocke in Deutschland" https://www.theatermanagement-aktuell.de/sechs-hebel-gegen-die-ticket-abzocke-in-deutschland/
Verbandsbüro (Mai 2026): "Ticketzweitmarkt: Livebranche fordert strenge Regeln gegen Spekulation" https://www.verbandsbuero.de/ticketzweitmarkt-livebranche-fordert-strenge-regeln-gegen-spekulation/
openPR / MTR Legal Rechtsanwälte (06.05.2026): "Ticketvertrieb: Rechtmäßigkeit des Verbots von überteuerten Weiterverkäufen" (zum Urteil des
LG Frankfurt am Main) https://www.openpr.de/news/1311284/Ticketvertrieb-Rechtmaessigkeit-des-Verbots-von-ueberteuerten-Weiterverkaeufen.html
März 2026
CMS Law (24.03.2026): "Ticketzweitmarkt: Tickets aus dem Netz – und dann kein Einlass?" (Urteile LG München I, Berlin II, Hamburg, Mannheim; gemeinsames Positionspapier DOSB, DFB, DFL, BDKV vom 25.07.2025) https://cms.law/de/deu/legal-updates/ticketzweitmarkt-tickets-aus-dem-netz-und-dann-kein-einlass
JuraForum (26.03.2026): "Tickets: Darf man Eintrittskarten weiterverkaufen?" https://www.juraforum.de/news/tickets-darf-man-eintrittskarten-weiterverkaufen_247469
Januar 2026
Anwalt.org / Jan Frederik Strasmann LL.M. (aktualisiert 15.01.2026): "Dürfen Sie Fußball-Tickets weiterverkaufen?" https://www.anwalt.org/fussball-tickets-weiterverkaufen/
Ohne präzises Datum (jüngste Aktualisierung im Mai 2026)
Oppenhoff Rechtsanwälte: "Geplante Regulierungen im Ticketverkauf: Was Ticketanbieter und Veranstalter jetzt wissen müssen" https://www.oppenhoff.eu/en/news/detail/geplante-regulierungen-im-ticketverkauf-was-ticketanbieter-und-veranstalter-jetzt-wissen-muessen/

54
Das Problem
Unsere Forderung
Wir fordern den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung auf, den gewerblichen Weiterverkauf von Tickets für Konzert-, Kultur- und Sportveranstaltungen unverzüglich gesetzlich zu regulieren. Konkret fordern wir drei Maßnahmen:
Ein gesetzliches Veranstalterrecht zur Kontrolle des Weiterverkaufs — verbunden mit einer echten Handlungspflicht für Plattformen. Veranstalter müssen verbindlich festlegen dürfen, auf welchen autorisierten Plattformen Tickets für ihre Veranstaltungen weiterverkauft werden dürfen. Angebote auf nicht autorisierten Plattformen — einschließlich allgemeiner Online-Marktplätze wie Kleinanzeigen, Ebay, Viagogo oder Ticombo — müssen per "Notice and Takedown"-Verfahren rechtssicher entfernt werden können. Plattformen sind gesetzlich zu verpflichten, gemeldete Wucher-Angebote unverzüglich zu prüfen, zu entfernen und wiederholt auffällige Verkäufer-Accounts dauerhaft zu sperren. Verstöße gegen diese Pflichten müssen mit empfindlichen Bußgeldern sanktioniert werden.
Eine gesetzliche Preisobergrenze von maximal 25 Prozent auf den Originalpreis für den gewerblichen Weiterverkauf. Aufschläge darüber hinaus sind als sittenwidrig zu klassifizieren und mit empfindlichen Sanktionen zu belegen.
Ein ausdrückliches Verbot des Einsatzes von Ticket-Bots sowie des massenhaften Ankaufs von Tickets über Fake-Accounts, Strohleute oder gefälschte Identitäten. Bei begründetem Verdacht ist die Beweislast umzukehren: Nicht der Veranstalter muss den Missbrauch nachweisen, sondern die Plattform die rechtmäßige Herkunft der angebotenen Tickets.
--------
Begründung
Das Problem: Ein nahezu regulierungsfreier Markt für Ticketspekulanten
Der deutsche Ticketzweitmarkt ist in den vergangenen Jahren zu einem milliardenschweren Geschäftsmodell für Spekulanten geworden – zulasten von Fans, Künstlerinnen und Künstlern, Veranstaltern und der gesamten Kulturwirtschaft. Während in Frankreich, Großbritannien, Italien und Belgien längst klare gesetzliche Schranken gelten und die USA mit dem "BOTS Act" bereits 2016 ein Bot-Verbot eingeführt haben, fehlt in Deutschland ein wirksamer rechtlicher Rahmen.
Die Folgen sind gravierend: Tickets werden mithilfe automatisierter Software (sogenannter "Bots") in Sekundenbruchteilen massenhaft aufgekauft und unmittelbar danach auf unautorisierten Plattformen wie Viagogo, Ticombo, SeatsNet oder Gigsberg zu Preisaufschlägen von teilweise bis zu 250 Prozent angeboten. Eine Untersuchung der Konzertagentur MCT im Vorfeld der Florence-and-the-Machine-Konzerte in Köln, München und Berlin ergab, dass allein für diese drei Termine über 2.800 Tickets auf nur fünf nicht autorisierten Plattformen angeboten wurden — nahezu alle zu einem Vielfachen des Originalpreises.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung auf allgemeinen Online-Marktplätzen wie Kleinanzeigen und Ebay. Seit Monaten erscheinen dort Tickets bereits wenige Sekunden nach dem offiziellen Vorverkaufsstart zu exorbitanten Aufschlägen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer solche Wucher-Angebote melden, bleiben die Plattformen in der Praxis untätig: Angebote werden nicht entfernt, Verkäufer-Accounts bleiben aktiv, dieselben gewerblichen Wiederverkäufer tauchen unter neuen Profilen sofort wieder auf. Ohne eine gesetzliche Handlungspflicht und ohne wirksame Sanktionen wird der Selbstreinigungsmechanismus dieser Plattformen weiterhin versagen.
--------
Wer profitiert – und wer verliert
Die Gewinne dieses Geschäftsmodells fließen weder den Künstlerinnen und Künstlern zu, noch refinanzieren sie Produktionen, Tourneen oder kulturelle Infrastruktur. Sie versickern bei kommerziellen Zwischenhändlern und intransparent agierenden Online-Plattformen. Verlierer sind:
Fans, die für reguläre Eintrittspreise schlicht keine Tickets mehr erhalten und sich gezwungen sehen, überteuerte und teils gefälschte Karten auf dem Zweitmarkt zu erwerben.
Künstlerinnen und Künstler, die ihre Ticketpreise bewusst sozialverträglich gestalten, um eine breite und generationenübergreifende Zuhörerschaft zu erreichen — und deren Konzerte durch Spekulanten dennoch zum Luxusgut werden. Die wirtschaftlichen Folgen für die Kunstschaffenden sind erheblich: Die hohen Mehreinnahmen am Sekundärmarkt fließen nicht in neue Musik, Tournee-Crews, Bühnenproduktionen, Nachwuchsförderung oder die Refinanzierung von Aufnahmestudios. Sie landen vollständig bei kommerziellen Zwischenhändlern, die zur kulturellen Wertschöpfung nichts beitragen. Mindestens ebenso schwer wiegt der Reputationsschaden: Wer für ein Ticket das Drei- oder Vierfache des Originalpreises bezahlt hat, verbindet seinen Unmut oft mit der Band oder Künstlerin selbst — obwohl diese am Wucher nichts verdient hat und die ursprünglichen Preise bewusst niedriger angesetzt waren. Besonders hart trifft die Entwicklung aufstrebende und kleinere Acts: Ihre Tourkalkulation ist auf eine junge, einkommensschwächere Fanbasis angewiesen, die exorbitante Sekundärpreise nicht aufbringen kann. Bleibt diese Zielgruppe aus, gerät die wirtschaftliche Basis ganzer Karrieren ins Wanken. Auch die künstlerische Selbstbestimmung leidet: Wer eine Show konzipiert und seine Eintrittspreise bewusst kalkuliert, soll auch entscheiden dürfen, zu welchen Bedingungen die Karten ihren Weg zum Publikum finden. Dass die schärfste Kritik am unregulierten Zweitmarkt aktuell aus der Künstlerschaft selbst kommt, ist kein Zufall — sie ist die wirtschaftlich am direktesten Geschädigte.
Veranstalter und Konzertagenturen, deren Kundenbeziehung beschädigt wird, weil Fans zu Unrecht den Eindruck gewinnen, die Originalpreise seien überzogen — und deren Aufwand für Personalisierung, Sicherheitsmaßnahmen und Zugangskontrollen durch Bots und Spekulanten regelmäßig unterlaufen wird.
Die Kulturlandschaft insgesamt, denn überhöhte Sekundärpreise verkleinern die Reichweite kultureller Teilhabe und reduzieren das Freizeitbudget vieler Menschen auf wenige Veranstaltungen pro Jahr. Live-Kultur droht zum Privileg derjenigen zu werden, die sich Spekulationspreise leisten können.
--------
Die Rechtslage ist unzureichend
Veranstalter können bislang lediglich über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen Weiterverkaufsverbote durchsetzen und auf das Wettbewerbsrecht (UWG) zurückgreifen. Mehrere Urteile – darunter Entscheidungen der Landgerichte München I, Berlin II, Hamburg, Mannheim und Frankfurt am Main – haben die Wirksamkeit solcher Klauseln zwar bestätigt, doch erfassen sie das Problem nur punktuell. Eine systematische, durchsetzungsstarke Regulierung gegen Bot-Einsatz, Leerverkäufe und Preiswucher fehlt vollständig. Bestehende zivilrechtliche Instrumente kommen regelmäßig zu spät, sind teuer und für einzelne Geschädigte praktisch nicht nutzbar.
Politischer Konsens ist bereits da – jetzt muss gehandelt werden
Im Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode haben CDU/CSU und SPD ausdrücklich zugesagt, "den Ticketzweitmarkt für Sport- und Kulturveranstaltungen stärker zu regulieren, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor überhöhten Preisen, Intransparenz und betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen". Im Mai 2026 haben sich Künstlerinnen und Künstler wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Kraftklub und Nina Chuba sowie über 100 Branchenorganisationen – darunter der Deutsche Musikrat, der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) – in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt und genau diese Maßnahmen gefordert.
Der politische Wille ist erklärt. Die Forderungen sind aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft vorgelegt. Die rechtlichen Vorbilder aus dem europäischen Ausland sind erprobt. Es fehlt einzig die gesetzgeberische Umsetzung.
Unsere Botschaft an die Bundesregierung
Kultur ist keine Ware, und Tickets sind keine Spekulationsobjekte. Der Zugang zu Konzerten, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen darf nicht vom Erfolg automatisierter Aufkauf-Software oder von der Zahlungsbereitschaft auf intransparenten Sekundärmärkten abhängen. Wir fordern die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag gegebene Zusage einzulösen und noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz vorzulegen, das die oben genannten Maßnahmen verbindlich umsetzt.
Wenn du diese Petition unterzeichnest, sendest du ein klares Signal: Fans, Künstlerinnen und Künstler, Veranstalter und Verbraucherinnen und Verbraucher fordern faire, transparente und durchsetzbare Regeln für den Ticketmarkt in Deutschland.
Jede Unterschrift zählt. Bitte unterschreibe diese Petition und teile sie mit deinen Freundinnen und Freunden, in deinen Netzwerken und überall dort, wo Menschen Musik, Kultur und Sport lieben.
--------
Auswahl der Berichterstattung zur Petition (nach Datum, und dann von A-Z):
Mai 2026
Backstage PRO (12.05.2026): "Deutsche Bands und Musiker fordern strengere Regeln gegen überteuerte Zweitmarkt-Tickets" https://www.backstagepro.de/thema/deutsche-bands-und-musiker-fordern-strengere-regeln-gegen-ueberteuerte-zweitmarkt-tickets-2026-05-12-BRzpKG9CrNRolling Stone (Mai 2026): "Ticketzweitmarkt-Regulierung: Bands fordern Gesetz gegen Wucherpreise" (Ralf Niemczyk) https://www.rollingstone.de/ticketzweitmarkt-regulierung-bands-forderungen-3142221/
Theatermanagement aktuell (12.05.2026): "Sechs Hebel gegen die Ticket-Abzocke in Deutschland" https://www.theatermanagement-aktuell.de/sechs-hebel-gegen-die-ticket-abzocke-in-deutschland/
Verbandsbüro (Mai 2026): "Ticketzweitmarkt: Livebranche fordert strenge Regeln gegen Spekulation" https://www.verbandsbuero.de/ticketzweitmarkt-livebranche-fordert-strenge-regeln-gegen-spekulation/
openPR / MTR Legal Rechtsanwälte (06.05.2026): "Ticketvertrieb: Rechtmäßigkeit des Verbots von überteuerten Weiterverkäufen" (zum Urteil des
LG Frankfurt am Main) https://www.openpr.de/news/1311284/Ticketvertrieb-Rechtmaessigkeit-des-Verbots-von-ueberteuerten-Weiterverkaeufen.html
März 2026
CMS Law (24.03.2026): "Ticketzweitmarkt: Tickets aus dem Netz – und dann kein Einlass?" (Urteile LG München I, Berlin II, Hamburg, Mannheim; gemeinsames Positionspapier DOSB, DFB, DFL, BDKV vom 25.07.2025) https://cms.law/de/deu/legal-updates/ticketzweitmarkt-tickets-aus-dem-netz-und-dann-kein-einlass
JuraForum (26.03.2026): "Tickets: Darf man Eintrittskarten weiterverkaufen?" https://www.juraforum.de/news/tickets-darf-man-eintrittskarten-weiterverkaufen_247469
Januar 2026
Anwalt.org / Jan Frederik Strasmann LL.M. (aktualisiert 15.01.2026): "Dürfen Sie Fußball-Tickets weiterverkaufen?" https://www.anwalt.org/fussball-tickets-weiterverkaufen/
Ohne präzises Datum (jüngste Aktualisierung im Mai 2026)
Oppenhoff Rechtsanwälte: "Geplante Regulierungen im Ticketverkauf: Was Ticketanbieter und Veranstalter jetzt wissen müssen" https://www.oppenhoff.eu/en/news/detail/geplante-regulierungen-im-ticketverkauf-was-ticketanbieter-und-veranstalter-jetzt-wissen-muessen/

54
Die Entscheidungsträger*innen
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 13. Mai 2026 erstellt
