Für einen trans*-empowernden, intersektionalen und wirklich politischen CSD München 2026

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Telse Zimmermann und 9 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

English Version


Absenderin:

Mein Name ist Gem. Ich bin 19 Jahre alt, eine Schwarze Queere Transgender Frau aus München – hier geboren und aufgewachsen. Ich habe genug.

Ich wende mich mit diesem offenen Brief an die Organisator*innen des CSD München sowie an Stadtpolitik, Kulturinstitutionen, Sponsoren und die queere Community.

 

Unterstützende Gruppen/Personen:

People’s Pride, Queer Feministisches Netzwerk München, Queer Resistance, Glitch, TINQnet, Glitch, Peoples Atelier, Ballroom SG, Mel Böhm.

 


Warum ich schreibe:

 

Pride ist politisch. Pride war immer Protest. In München erlebe ich jedoch: Trans-Belange werden marginalisiert, intersektionale Perspektiven zu wenig einbezogen, Aktivismus auf große Bühnen oft auf symbolische „Shout-outs“ reduziert. Das gesellschaftliche Klima verschärft sich, insbesondere gegenüber trans*, nicht-binären und BIPoC-Queers. Offizielle Zahlen und Berichte bestätigen den Trend steigender queerfeindlicher Straftaten; Verbände gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. 

 

Hinzu kommt aktuell ein Vorstoß aus dem Bundesinnenministerium, frühere Geschlechtseinträge und Vornamen in Meldedaten zusätzlich zu kennzeichnen bzw. weiterzugeben – eine Praxis, die trans* Personen gefährden kann und dem Geist des Selbstbestimmungsgesetzes widerspricht. Dieser Entwurf wird von Verbänden scharf kritisiert. 

 

Gerade deshalb muss der CSD München 2026 sichtbar trans-geführt, intersektional und aktivistisch sein – mit klaren Standards für Repräsentation, Sicherheit, Barrierefreiheit und Sponsoring.

 


Unsere Kernforderungen (Priorität 1)

 

CSD-Motto 2026: Trans Empowerment – von trans Personen kuratiert*

 

Ein offizielles Jahresmotto mit trans* Fokus, kuratiert von einem unabhängigen trans-Beirat* (mehrheitlich trans*, inkl. Black/PoC, nicht-binär, migrantisch/immigrantisch, behindert, armutsbetroffen, sexarbeiter*in, religiöse/areligiöse Vielfalt).

Garantierte Hauptbühnen-Sendezeit (mind. 60 Minuten am Nachmittag + 45 Minuten zur Primetime) ausschließlich für trans* Inhalte: Rechte, Gesundheitsversorgung, Antigewalt, Jugendarbeit, Asyl, Housing, Arbeit, Sport.

Intersektionalität verbindlich umsetzen (Quote & Budget)

Mind. 50 % aller Speaker-Slots und 40 % aller bezahlten künstlerischen Slots an BIPoC-, migrantische/immigrierte, behinderte und armutsbetroffene Queers – mit fairer Honoraruntergrenze und Reisekosten.

Mehrsprachige Kommunikation (mind. DE/EN + barrierearme Sprache), DGS auf Hauptbühnen, Live-Untertitel, barrierefreie Info-Kanäle.

Aktivismus zurück ins Zentrum

Keine „Fünf-Minuten-Shout-outs“ als Feigenblatt. Mindestens 10 thematische Slots à 20 Minuten für Community-Gruppen mit klaren politischen Botschaften (u. a. Trans-Selbstbestimmung, Antirassismus, Antisexismus, Antiklassismus, Antifaschismus, HIV/Aids-Geschichte und Gegenwart).

Erinnerungskultur ernst nehmen: HIV/Aids-Gedenken, queere Geschichte Münchens und marginalisierte Perspektiven mit eigener Programmbühne und kuratiertem Tagesprogramm.

Keine Alibi-Vertretung: Betroffene entscheiden über ihre Themen

Zuständigkeiten wie „Trans*-Themen“ dürfen nicht von Personen verantwortet werden, die nicht in trans* Communities verankert sind. Wir fordern Transparenz, Re-Besetzung mit trans Leitung* und eine öffentliche Erklärung, warum bisher anders verfahren wurde.

Laut öffentlichen Angaben sind u. a. Alexander Kluge (Geschäftsführer), Thomas Niederbühl (politischer Sprecher) und Conrad Breyer (Kommunikation) zentrale CSD-Ansprechpartner. Wir fordern von ihnen eine öffentliche, terminierte Zusage zur Umsetzung der hier genannten Punkte. 

Keine Exklusion kritischer Gruppen wegen politischer Positionen

Pride muss plural bleiben. Dissent ist kein Störfaktor, sondern Demokratie. Gruppen, die friedlich Kritik am CSD üben, dürfen nicht ausgeschlossen werden. Entscheidungen über Teilnahme/Ausladung sind transparent zu begründen und rechtssicher (neutral formulierte Teilnahmebedingungen, Gleichbehandlungsgrundsatz).

 


Repräsentation & Community (Priorität 2)

Trans-Märsche und -Blöcke gehören in den offiziellen CSD

Unabhängig organisierte trans* Demonstrationen/Märsche sollen sichtbar in den offiziellen CSD eingebunden werden – mit prominenter Route, Bühnenzeit, Infrastruktur und Sicherheit.

BIPoC-, migrantische & immigrantische Repräsentation ausbauen

Strukturelle Einbindung z. B. über Beauftragte mit Vetorecht gegen tokenistische Programme; jährlicher Bericht zu Fortschritten.

Von der Stadt geförderte Outreach-Budgets für Gruppen ohne Vereinsstatus.

Sensible Städtepartnerschaften & internationale Politik

München pflegt u. a. seit 2021 eine Städtepartnerschaft mit Be’er Sheva (Israel). Der CSD soll Kooperationen mit Partnerstädten transparent machen: Wer entscheidet? Welche Inhalte? Wie werden marginalisierte lokale Gruppen (auch kritische Stimmen) einbezogen? Keine Sonderrolle einzelner Partnergruppen, wenn gleichzeitig lokale marginalisierte Initiativen um Teilhabe kämpfen. 

 


Sicherheit, Awareness & Barrierefreiheit (Priorität 3)

Verbindliches Sicherheits- & Awareness-Konzept

Awareness-Teams mit fester Kennzeichnung, erreichbaren Hotlines und klaren Deeskalationsprotokollen zwischen Bühnen.

Sichtbare Fluchtwege, Crowd-Monitoring, Taschenkontrollen nach einheitlichem Standard, dezentrale Polizeipräsenz (deeskalierend statt einschüchternd), Koordination mit zivilen Sicherheitsteams.

LKW-Code of Conduct: Alkohollimits für Crews, keine gefährlichen Wurfartikel; Briefing & Sanktionen bei Verstößen.

Barrierefreiheit als Pflicht, nicht als Bonus

 

Mindestens eine voll barrierefreie Fläche mit klarer Wegeführung, Podesten, Ruhe- und Kühlzonen, barrierefreien Toiletten, inkl. Sensorik-freundlicher Bereiche.

 


Soziales & Teilhabe (Priorität 4)

Social-Tickets & Honorar-Fairness

 

Clubs, Bühnen und Partner-Events sollen Sozialtickets für trans* Personen und BIPoC-Queers bieten; der CSD verhandelt dies aktiv in Kooperationsverträgen.

Transparente Mindesthonorare für Artists, vertraglich fixierte technische Standards & Soundchecks (kein „Durchrushen“ auf Kosten der Sicherheit).

 

Queere Kultur statt beliebigem Mainstream. (Ich finde Ballroom sollte auch mehr gepushed werden.)

 

Kuratiertes Musik-Programm mit dokumentiertem Anteil queerer Ikonen und lokaler Aktivist*innen-Acts.

Keine Entpolitisierung durch endlose EDM/Circuit-Sets – feiern ja, aber nicht auf Kosten der Inhalte.

 


Governance, Transparenz & Sponsoring (Priorität 5)

Transparente Strukturen & Beschwerdewege

 

Externe Ombudsstelle (unabhängig, divers besetzt) für Fälle von Diskriminierung, Rassismus, Trans-/Queerfeindlichkeit innerhalb der Orga-Strukturen.

Jährlicher Transparenzbericht (Besetzungen, Budgets, Sponsoring, Beschwerden, Nachsteuerungen).

 

Anti-Pinkwashing-Kriterien für Sponsoren

 

Ausschluss oder „Red-Flag“-Bewertung von Akteuren, die nachweislich gegen Selbstbestimmung/queere Rechte lobbyieren oder deren Geschäftsbeziehungen schwerwiegende Menschenrechts-Kritiken nach sich ziehen.

Beispiel: LSU ist seit 2022 als „Sonderorganisation“ Teil der CDU; gleichzeitig kündigten führende Unionsvertreter an, das Selbstbestimmungsgesetz einschränken zu wollen. Solche Widersprüche sind offen zu benennen und im Sponsoring zu berücksichtigen. 

Bei Großkonzernen (Versicherungen/Tech/Industrie) müssen unabhängige Checks zu menschenrechtlichen Risiken und politischen Finanzflüssen offengelegt werden. (Hinweis: Vorwürfe ≠ gerichtliche Feststellungen; dennoch legitimieren große Pride-Bühnen Reputationen – werbt verantwortungsvoll.)

 


An die namentlich Genannten & die CSD-Orga

 

Ich fordere Alexander Kluge (Geschäftsführer), Thomas Niederbühl (politischer Sprecher) und Conrad Breyer (Kommunikation) auf, innerhalb von 30 Tagen öffentlich zuzusagen:

das Trans-Empowerment-Motto 2026 gemeinsam mit einem unabhängigen trans-Beirat* umzusetzen,

verbindliche Intersektionalitäts-Quoten und Aktivismus-Slots festzuschreiben,

ein Awareness-/Sicherheits-/Barrierefreiheits-Konzept zu veröffentlichen,

Anti-Pinkwashing-Kriterien im Sponsoring einzuführen,

transparent zu machen, warum kritische Gruppen in der Vergangenheit ausgeschlossen oder ignoriert wurden, und wie dies künftig verhindert wird. 

 


Rechtlicher Hinweis (Wichtig)

 

Dieser offene Brief ist eine Meinungsäußerung im Sinne von Art. 5 GG. Er basiert auf eigenen Erfahrungen, öffentlich zugänglichen Informationen und Berichten, die hier – wo möglich – verlinkt sind. Konkrete Vorwürfe gegen Personen/Organisationen werden nicht als Tatsachenbehauptungen formuliert, sondern als Kritik, Forderungen und Fragen.

Namentlich Genannten biete ich ausdrücklich die Möglichkeit zur Stellungnahme und Korrektur an. Bei Klärung von Sachverhalten aktualisiere ich die Petition.

 


Quellen (Auswahl)

Hasskriminalität/queerfeindliche Straftaten: Medienberichte und offizielle Übersichten weisen steigende Zahlen aus; 2022 wurden 1.005 Straftaten (darunter 227 Gewalttaten) gemeldet; Verbände warnen vor hoher Dunkelziffer. 

BMI-Entwurf Meldedaten (frühere Geschlechtseinträge/Vornamen): Kritik u. a. von DGTI und nd-aktuell. 

CSD München – Funktionen: Geschäftsführer/Politischer Sprecher/Kommunikation. 

CSD-Motto 2024 „Liberté, Diversité, Queerité“ (Bezug in der öffentlichen Kommunikation). 

Städtepartnerschaft München–Be’er Sheva (seit 2021): Stadt München & Presse. 

LSU Status seit 2022 & Unions-Positionen zum SBGG: KAS/Wikipedia & Presseberichte zu Ankündigungen von Änderungen. 

 


Was wir als Community jetzt tun können

Unterschreiben & teilen: Diese Petition richtet sich auf 40.000 Unterschriften – als klares Mandat für einen trans-empowernden, intersektionalen, aktivistischen CSD 2026.

Demokratisch einmischen: An Orga-Sitzungen (öffentlich/öffentlich zu machende Teile) teilnehmen, Nachfragen stellen, Protokolle einfordern.

Sichtbar bleiben: Eigene trans* und intersektionale Formate planen – aber in den CSD hineintragen, nicht daneben. Vielfalt gehört ins Zentrum.

 


Schlusswort

 

Ich will den CSD München nicht zerstören. Ich will, dass er endlich hält, was er verspricht: Liberté, Diversité, Queerité – nicht als Slogan, sondern als Praxis.

Ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich stehe für Respekt, Verantwortung und Solidarität – und für einen CSD, der trans Leben schützt, stärkt und feiert.

 

Gem Theobald-Uhlig,

München, den 25. September 2025

696

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Telse Zimmermann und 9 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

English Version


Absenderin:

Mein Name ist Gem. Ich bin 19 Jahre alt, eine Schwarze Queere Transgender Frau aus München – hier geboren und aufgewachsen. Ich habe genug.

Ich wende mich mit diesem offenen Brief an die Organisator*innen des CSD München sowie an Stadtpolitik, Kulturinstitutionen, Sponsoren und die queere Community.

 

Unterstützende Gruppen/Personen:

People’s Pride, Queer Feministisches Netzwerk München, Queer Resistance, Glitch, TINQnet, Glitch, Peoples Atelier, Ballroom SG, Mel Böhm.

 


Warum ich schreibe:

 

Pride ist politisch. Pride war immer Protest. In München erlebe ich jedoch: Trans-Belange werden marginalisiert, intersektionale Perspektiven zu wenig einbezogen, Aktivismus auf große Bühnen oft auf symbolische „Shout-outs“ reduziert. Das gesellschaftliche Klima verschärft sich, insbesondere gegenüber trans*, nicht-binären und BIPoC-Queers. Offizielle Zahlen und Berichte bestätigen den Trend steigender queerfeindlicher Straftaten; Verbände gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. 

 

Hinzu kommt aktuell ein Vorstoß aus dem Bundesinnenministerium, frühere Geschlechtseinträge und Vornamen in Meldedaten zusätzlich zu kennzeichnen bzw. weiterzugeben – eine Praxis, die trans* Personen gefährden kann und dem Geist des Selbstbestimmungsgesetzes widerspricht. Dieser Entwurf wird von Verbänden scharf kritisiert. 

 

Gerade deshalb muss der CSD München 2026 sichtbar trans-geführt, intersektional und aktivistisch sein – mit klaren Standards für Repräsentation, Sicherheit, Barrierefreiheit und Sponsoring.

 


Unsere Kernforderungen (Priorität 1)

 

CSD-Motto 2026: Trans Empowerment – von trans Personen kuratiert*

 

Ein offizielles Jahresmotto mit trans* Fokus, kuratiert von einem unabhängigen trans-Beirat* (mehrheitlich trans*, inkl. Black/PoC, nicht-binär, migrantisch/immigrantisch, behindert, armutsbetroffen, sexarbeiter*in, religiöse/areligiöse Vielfalt).

Garantierte Hauptbühnen-Sendezeit (mind. 60 Minuten am Nachmittag + 45 Minuten zur Primetime) ausschließlich für trans* Inhalte: Rechte, Gesundheitsversorgung, Antigewalt, Jugendarbeit, Asyl, Housing, Arbeit, Sport.

Intersektionalität verbindlich umsetzen (Quote & Budget)

Mind. 50 % aller Speaker-Slots und 40 % aller bezahlten künstlerischen Slots an BIPoC-, migrantische/immigrierte, behinderte und armutsbetroffene Queers – mit fairer Honoraruntergrenze und Reisekosten.

Mehrsprachige Kommunikation (mind. DE/EN + barrierearme Sprache), DGS auf Hauptbühnen, Live-Untertitel, barrierefreie Info-Kanäle.

Aktivismus zurück ins Zentrum

Keine „Fünf-Minuten-Shout-outs“ als Feigenblatt. Mindestens 10 thematische Slots à 20 Minuten für Community-Gruppen mit klaren politischen Botschaften (u. a. Trans-Selbstbestimmung, Antirassismus, Antisexismus, Antiklassismus, Antifaschismus, HIV/Aids-Geschichte und Gegenwart).

Erinnerungskultur ernst nehmen: HIV/Aids-Gedenken, queere Geschichte Münchens und marginalisierte Perspektiven mit eigener Programmbühne und kuratiertem Tagesprogramm.

Keine Alibi-Vertretung: Betroffene entscheiden über ihre Themen

Zuständigkeiten wie „Trans*-Themen“ dürfen nicht von Personen verantwortet werden, die nicht in trans* Communities verankert sind. Wir fordern Transparenz, Re-Besetzung mit trans Leitung* und eine öffentliche Erklärung, warum bisher anders verfahren wurde.

Laut öffentlichen Angaben sind u. a. Alexander Kluge (Geschäftsführer), Thomas Niederbühl (politischer Sprecher) und Conrad Breyer (Kommunikation) zentrale CSD-Ansprechpartner. Wir fordern von ihnen eine öffentliche, terminierte Zusage zur Umsetzung der hier genannten Punkte. 

Keine Exklusion kritischer Gruppen wegen politischer Positionen

Pride muss plural bleiben. Dissent ist kein Störfaktor, sondern Demokratie. Gruppen, die friedlich Kritik am CSD üben, dürfen nicht ausgeschlossen werden. Entscheidungen über Teilnahme/Ausladung sind transparent zu begründen und rechtssicher (neutral formulierte Teilnahmebedingungen, Gleichbehandlungsgrundsatz).

 


Repräsentation & Community (Priorität 2)

Trans-Märsche und -Blöcke gehören in den offiziellen CSD

Unabhängig organisierte trans* Demonstrationen/Märsche sollen sichtbar in den offiziellen CSD eingebunden werden – mit prominenter Route, Bühnenzeit, Infrastruktur und Sicherheit.

BIPoC-, migrantische & immigrantische Repräsentation ausbauen

Strukturelle Einbindung z. B. über Beauftragte mit Vetorecht gegen tokenistische Programme; jährlicher Bericht zu Fortschritten.

Von der Stadt geförderte Outreach-Budgets für Gruppen ohne Vereinsstatus.

Sensible Städtepartnerschaften & internationale Politik

München pflegt u. a. seit 2021 eine Städtepartnerschaft mit Be’er Sheva (Israel). Der CSD soll Kooperationen mit Partnerstädten transparent machen: Wer entscheidet? Welche Inhalte? Wie werden marginalisierte lokale Gruppen (auch kritische Stimmen) einbezogen? Keine Sonderrolle einzelner Partnergruppen, wenn gleichzeitig lokale marginalisierte Initiativen um Teilhabe kämpfen. 

 


Sicherheit, Awareness & Barrierefreiheit (Priorität 3)

Verbindliches Sicherheits- & Awareness-Konzept

Awareness-Teams mit fester Kennzeichnung, erreichbaren Hotlines und klaren Deeskalationsprotokollen zwischen Bühnen.

Sichtbare Fluchtwege, Crowd-Monitoring, Taschenkontrollen nach einheitlichem Standard, dezentrale Polizeipräsenz (deeskalierend statt einschüchternd), Koordination mit zivilen Sicherheitsteams.

LKW-Code of Conduct: Alkohollimits für Crews, keine gefährlichen Wurfartikel; Briefing & Sanktionen bei Verstößen.

Barrierefreiheit als Pflicht, nicht als Bonus

 

Mindestens eine voll barrierefreie Fläche mit klarer Wegeführung, Podesten, Ruhe- und Kühlzonen, barrierefreien Toiletten, inkl. Sensorik-freundlicher Bereiche.

 


Soziales & Teilhabe (Priorität 4)

Social-Tickets & Honorar-Fairness

 

Clubs, Bühnen und Partner-Events sollen Sozialtickets für trans* Personen und BIPoC-Queers bieten; der CSD verhandelt dies aktiv in Kooperationsverträgen.

Transparente Mindesthonorare für Artists, vertraglich fixierte technische Standards & Soundchecks (kein „Durchrushen“ auf Kosten der Sicherheit).

 

Queere Kultur statt beliebigem Mainstream. (Ich finde Ballroom sollte auch mehr gepushed werden.)

 

Kuratiertes Musik-Programm mit dokumentiertem Anteil queerer Ikonen und lokaler Aktivist*innen-Acts.

Keine Entpolitisierung durch endlose EDM/Circuit-Sets – feiern ja, aber nicht auf Kosten der Inhalte.

 


Governance, Transparenz & Sponsoring (Priorität 5)

Transparente Strukturen & Beschwerdewege

 

Externe Ombudsstelle (unabhängig, divers besetzt) für Fälle von Diskriminierung, Rassismus, Trans-/Queerfeindlichkeit innerhalb der Orga-Strukturen.

Jährlicher Transparenzbericht (Besetzungen, Budgets, Sponsoring, Beschwerden, Nachsteuerungen).

 

Anti-Pinkwashing-Kriterien für Sponsoren

 

Ausschluss oder „Red-Flag“-Bewertung von Akteuren, die nachweislich gegen Selbstbestimmung/queere Rechte lobbyieren oder deren Geschäftsbeziehungen schwerwiegende Menschenrechts-Kritiken nach sich ziehen.

Beispiel: LSU ist seit 2022 als „Sonderorganisation“ Teil der CDU; gleichzeitig kündigten führende Unionsvertreter an, das Selbstbestimmungsgesetz einschränken zu wollen. Solche Widersprüche sind offen zu benennen und im Sponsoring zu berücksichtigen. 

Bei Großkonzernen (Versicherungen/Tech/Industrie) müssen unabhängige Checks zu menschenrechtlichen Risiken und politischen Finanzflüssen offengelegt werden. (Hinweis: Vorwürfe ≠ gerichtliche Feststellungen; dennoch legitimieren große Pride-Bühnen Reputationen – werbt verantwortungsvoll.)

 


An die namentlich Genannten & die CSD-Orga

 

Ich fordere Alexander Kluge (Geschäftsführer), Thomas Niederbühl (politischer Sprecher) und Conrad Breyer (Kommunikation) auf, innerhalb von 30 Tagen öffentlich zuzusagen:

das Trans-Empowerment-Motto 2026 gemeinsam mit einem unabhängigen trans-Beirat* umzusetzen,

verbindliche Intersektionalitäts-Quoten und Aktivismus-Slots festzuschreiben,

ein Awareness-/Sicherheits-/Barrierefreiheits-Konzept zu veröffentlichen,

Anti-Pinkwashing-Kriterien im Sponsoring einzuführen,

transparent zu machen, warum kritische Gruppen in der Vergangenheit ausgeschlossen oder ignoriert wurden, und wie dies künftig verhindert wird. 

 


Rechtlicher Hinweis (Wichtig)

 

Dieser offene Brief ist eine Meinungsäußerung im Sinne von Art. 5 GG. Er basiert auf eigenen Erfahrungen, öffentlich zugänglichen Informationen und Berichten, die hier – wo möglich – verlinkt sind. Konkrete Vorwürfe gegen Personen/Organisationen werden nicht als Tatsachenbehauptungen formuliert, sondern als Kritik, Forderungen und Fragen.

Namentlich Genannten biete ich ausdrücklich die Möglichkeit zur Stellungnahme und Korrektur an. Bei Klärung von Sachverhalten aktualisiere ich die Petition.

 


Quellen (Auswahl)

Hasskriminalität/queerfeindliche Straftaten: Medienberichte und offizielle Übersichten weisen steigende Zahlen aus; 2022 wurden 1.005 Straftaten (darunter 227 Gewalttaten) gemeldet; Verbände warnen vor hoher Dunkelziffer. 

BMI-Entwurf Meldedaten (frühere Geschlechtseinträge/Vornamen): Kritik u. a. von DGTI und nd-aktuell. 

CSD München – Funktionen: Geschäftsführer/Politischer Sprecher/Kommunikation. 

CSD-Motto 2024 „Liberté, Diversité, Queerité“ (Bezug in der öffentlichen Kommunikation). 

Städtepartnerschaft München–Be’er Sheva (seit 2021): Stadt München & Presse. 

LSU Status seit 2022 & Unions-Positionen zum SBGG: KAS/Wikipedia & Presseberichte zu Ankündigungen von Änderungen. 

 


Was wir als Community jetzt tun können

Unterschreiben & teilen: Diese Petition richtet sich auf 40.000 Unterschriften – als klares Mandat für einen trans-empowernden, intersektionalen, aktivistischen CSD 2026.

Demokratisch einmischen: An Orga-Sitzungen (öffentlich/öffentlich zu machende Teile) teilnehmen, Nachfragen stellen, Protokolle einfordern.

Sichtbar bleiben: Eigene trans* und intersektionale Formate planen – aber in den CSD hineintragen, nicht daneben. Vielfalt gehört ins Zentrum.

 


Schlusswort

 

Ich will den CSD München nicht zerstören. Ich will, dass er endlich hält, was er verspricht: Liberté, Diversité, Queerité – nicht als Slogan, sondern als Praxis.

Ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich stehe für Respekt, Verantwortung und Solidarität – und für einen CSD, der trans Leben schützt, stärkt und feiert.

 

Gem Theobald-Uhlig,

München, den 25. September 2025

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