Für eine zukunftsfähige Ferienregelung in Baden-Württemberg - Hitzekollaps verhindern!

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Verena und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Sehr geehrter Herr Jung,

Wir fordern  (1) eine zukunftsfähige Reform der Ferienordnung unter Ausschluss der Monate Juli und August, sowie (2) ein einheitliches Unterrichtsverbot bei Temperaturen ab 25°C im Unterrichtsraum.

Unsere Ferienordnung in Baden-Württemberg ist wortwörtlich von gestern. Während der Klimawandel uns die heißesten Sommer der Geschichte beschert, klammert sich das wärmste Bundesland Deutschlands an eine Ferienregelung aus dem vergangenen Jahrhundert. Wir fordern eine dringende Reform der Sommerferienregelung, um die Gesundheit unserer Kinder zu schützen und ein lernfreundliches Umfeld zu sichern.

Die Ausgangslage:

Aktuell beginnen die Sommerferien in Baden-Württemberg erst Ende Juli und enden Mitte September.

Diese Regelung stammt aus einer Zeit, in der Baden-Württemberg stark landwirtschaftlich geprägt war. Die Kinder wurden im September dringend als Erntehelfer auf den Feldern ihrer Familien gebraucht.

Im 21. Jahrhundert hilft kaum noch ein Schulkind bei der Haupternte. Stattdessen sitzen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte im Juni und Juli – der heißesten Phase des Jahres – in völlig überhitzten Klassenzimmern.

Das Problem: 

Ausgerechnet im Juni und Juli, wenn die heiße Phase der Notenvergabe ansteht und letzte Klassenarbeiten, Klausuren sowie Abschlussprüfungen geschrieben werden, kollabiert das Raumklima.

Unsere Schulen sind baulich absolut unvorbereitet auf die Heißzeit. Es fehlt an moderner Verschattung, an Isolierung und an grünem Schatten auf den Schulhöfen. Betonwüsten statt Abkühlung – das ist die Realität an vielen Standorten in BW. Die oft alten oder schlecht isolierten Schulgebäude heizen sich teilweise auf weit über 30 Grad auf. Fakt ist außerdem: Öffentliche Schulen in Baden-Württemberg sind standardmäßig nicht mit Klimaanlagen ausgestattet. Effektives Lernen oder gar Prüfungsleistungen unter diesen Bedingungen zu erbringen, ist unzumutbar.

Zu der baulichen Misere kommt ein massives bürokratisches Problem: Es gibt in Baden-Württemberg keine landesweit einheitliche, verbindliche Regelung für hitzebedingten Unterrichtsausfall. Die Entscheidung liegt aktuell fast vollständig im Ermessen der einzelnen Schulleitungen.

Unsere Schulen zukunftstauglich umzubauen kostet Milliarden-Investitionen, die nicht zur Verfügung stehen. Die Ferienregelung so anzupassen, dass die heißesten Zeit des Jahres ausgespart wird und eine verbindliche Hitzefrei-Regelung zu beschließen, ist hingegen kostengünstig und zeitnah umsetzbar.

Klimawandel in BW: Die Hitzetage nehmen drastisch zu

Baden-Württemberg gehört zu den Regionen in Deutschland, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die Anzahl der offiziellen Hitzetage (Tage mit einer Lufttemperatur von mindestens 30 °C) in den kritischen Monaten Juni und Juli zeigt einen klaren, besorgniserregenden Trend:

In den vergangenen Jahren verzeichnete der Deutsche Wetterdienst in den Monaten Juni und Juli teilweise über 20 Hitzetage. Die Region um den Oberrhein knackt fast jährlich die 35-Grad-Marke – und das mitten im laufenden Schulbetrieb.

Die unterschätzte Gefahr: Überhitzung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche sind keine „kleinen Erwachsenen“ – ihr Organismus reagiert wesentlich empfindlicher auf extreme Temperaturen. Die Gefahren von Dauerhitze im Klassenzimmer sind real:

Massiver Leistungsabfall: Die Konzentrationsfähigkeit sinkt bei Temperaturen ab 26 °C rapide. Fehlerquoten steigen, das Frustrationspotenzial nimmt zu.

Dehydration & Kreislaufkollaps: Jugendliche vergessen im Schulstress oft, ausreichend zu trinken. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und akute Kreislaufprobleme sind die Folge.

Wärmestau: Der kindliche Körper kann die Körperkerntemperatur durch Schwitzen noch nicht so effizient regulieren wie der eines Erwachsenen. Es drohen im schlimmsten Fall Hitzeerschöpfung oder ein Hitzeschlag.

Unsere Forderungen

Es ist nicht zukunftsfähig, dass ausgerechnet das wärmste Bundesland Deutschlands die spätesten Sommerferien hat.

Wir fordern daher (1) eine zukunftsfähige Reform der Ferienordnung unter Ausschluss der Monate Juli und August, sowie (2) ein einheitliches Unterrichtsverbot bei Temperaturen ab 25°C im Unterrichtsraum.

Verändern wir die Schule von morgen – für ein gesundes Lernen und Lehren! 

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Julia MüllerPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Susanne Eisenmann
Kultusministerin Baden-Württemberg

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