
Liebe Unterstützer,
vier Wochen nach Start der Petition braucht Birkenstein weiterhin Ihr bzw. Euer Engagement!
Zunächst ein kurzer Bericht über die bisherigen Ereignisse. (Weiter unten werden konkrete Vorschläge gemacht, wie Sie Birkenstein weiterhin unterstützen können.)
Bereits am 28.10. hat der Miesbacher Merkur über unsere Petition berichtet. Das Bistum hat ebenfalls am 28.10. eine erste Stellungnahme abgegeben; die unten* vollständig dokumentierte Mail der Amtschefin besteht jedoch wesentlich aus diplomatischen Wendungen und geht auf das erste Anliegen – die Verschiebung des Weggangs der Birkensteiner Schulschwestern – nicht ein.
Am 30.10. fand planmäßig die Verabschiedung der Schwestern durch Kardinal Marx statt; in seiner Predigt schien Marx sich mehrfach indirekt auf die Anliegen unserer Petition zu beziehen, ohne konkret zu werden; er versprach, alles zu tun, um den Ort „nicht nur zu erhalten, sondern sogar noch zu stärken“ (s. Bericht des Miesbacher Merkur vom 31.10.).
Das erste Anliegen unserer Petition wurde nicht nur nicht erhört, unsere Befürchtungen wurden sogar noch übertroffen. Das Erzbistum hatte in seiner ersten Stellungnahme argumentiert, es drohe gerade keine Verwaisung, da zwei Priester, Wallfahrtskurat Hans Schweiger und Pfr. i.R. Erich Schmucker, vor Ort bleiben. Entgegen dieser Beteuerung bestand jedoch die allererste Maßnahme nach Weggang der Schwestern am 31.10. darin, die bisherigen Gebetszeiten (tägliche eucharistische Anbetung und täglicher Rosenkranz) bis auf wenige Ausnahmen ersatzlos zu streichen. Darüber hinaus verfügte die Kirchenverwaltung die vorläufige Schließung der Wallfahrtskapelle an Montagen - begründet wurde dies mit „Personalmangel“ und „Sicherheitsbedenken“. Durch den Einsatz von mehreren Gläubigen (s. Bericht des Miesbacher Merkur vom 12.11.) konnte schließlich erreicht werden, dass die Kapelle ab sofort auch an Montagen (beginnend mit dem 21.11.) wieder geöffnet wird (s. die Ankündigung auf der Webseite des Wallfahrtsortes).
Das zweite Anliegen unserer Petition – eine würdige Nachfolge der Armen Schulschwestern – bleibt derweil besonders aktuell. Wie wir aus sicheren Quellen wissen, befindet sich das Bistum seit Monaten in Verhandlungen mit den sog. „Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser“, auch als „Garser Schwestern“ bekannt. Obwohl diese Gemeinschaft selbst keinen Nachwuchs verzeichnen kann und erst 2019 ein Apostolat wegen „Personalengpässe[n]“ schließen musste, wurde diese vonseiten des Bistums exklusiv angefragt für die Nachfolge der Armen Schulschwestern in Birkenstein – die ihre Niederlassung wegen Nachwuchsmangels aufgegeben haben.
Das allein ist irritierend genug. Noch irritierender ist jedoch die Tatsache, dass führende Vertreterinnen der Garser Schwestern bereits seit Langem in offenem Ungehorsam gegenüber der katholischen Glaubenslehre stehen. Die erst am 9.11.2022 wiedergewählte Provinzoberin für den deutschsprachigen Raum, Sr. Ruth Maria Stamborski, befürwortet etwa in Interviews die Initiative „Maria 2.0“ und ein sog. „Frauenpriestertum". Damit nicht genug, äußerte sie bereits vor Jahren ebenfalls in einem Interview den Wunsch, selbst „Priesterin werden zu wollen“. Natürlich sprechen sich die Mitglieder des Ordens auch für den sog. „Synodalen Weg“ mitsamt seines „Reformkataloges“ aus (so unterzeichnete etwa Sr. Renate Drexler einen entsprechenden offenen Brief „Zum Synodalen Weg in Deutschland“).
Was will ein solcher Orden an einem traditionell geprägten Marienwallfahrtsort? Was hat das Erzbistum bewogen, diesen Orden in Birkenstein installieren zu wollen? Auch wenn wir nicht wissen, welche – evtl. anders orientierten – Mitglieder dieses Ordens letztlich nach Birkenstein entsandt werden: Angesichts der bekannten Fakten stellt sich die Frage, ob Birkenstein zu einem ,synodalen Zentrum‘ umgestaltet werden soll. Auch das bisherige Verhalten der Garser Schwestern gegenüber dem Wallfahrtsort legt diesen Verdacht nahe: Die Garser Schwestern haben frühzeitig in ihren Verhandlungen eine mehrmonatige Vakanz zwischen dem Weggang der Armen Schulschwestern und ihrem potentiellen Kommen gefordert (wie wir ebenfalls aus sicheren Quellen und direkten Gesprächen mit den Garser Schwestern wissen). Offenbar wollte man einen bewussten Bruch mit der in Birkenstein gewachsenen Tradition herbeiführen, um danach nichts davon übernehmen zu müssen. Diese Forderung hat den Armen Schulschwestern, die ihr Kloster noch selbst „übergeben“ wollten, nun aber während ihrer letzten Monate in Birkenstein zusehen mussten, wie ihr jahrzehntelang gewachsenes Lebenswerk ignoriert wurde und vielleicht bald zerstört würde, emotional und seelisch viel abverlangt und nach ihrem Weggang dann auch zu zahlreichen Problemen vor Ort wie eben der vorläufigen Schließung der Kapelle (s.o.) geführt.
Ursprünglich hätte die definitive Zusage der sog. „Missionsschwestern“, nach Birkenstein zu kommen, bereits vor Monaten erfolgen sollen. Ob unsere Petition, der bereits seit dem Spätsommer mehrere private Initiativen vonseiten einzelner Gläubiger vorausgingen, hier eine aufschiebende oder sogar verhindernde Wirkung hatte, können wir nicht sicher beurteilen. Festzuhalten bleibt aber, dass nach wie vor keine offizielle Entscheidung gefallen ist – das heißt, dass der Entscheidungsprozess immer noch beeinflusst werden kann!
Hier schließt sich nun an Sie bzw. Euch die konkrete Bitte um weitere Unterstützung an. Sie können Birkenstein auf vier Wegen unterstützen:
1. Zuallererst durch Ihr Gebet. Was für ein gewaltiger Gebetssturm würde entfacht, wenn jeder der mittlerweile 2.370 Unterzeichner (300 Erstunterzeichner + 2.070 Online-Unterzeichner) z.B. einen Rosenkranz im Anliegen der Zukunft von Birkenstein betet! Aber auch wenn jeder von Ihnen nur ein einfaches „Ave Maria“ in diesem Anliegen beten könnte, wäre das schon überaus wertvoll. Bitte beten Sie besonders für die Entscheidungsträger, v.a. Kardinal Marx, und alle kirchlichen Verantwortlichen, die an dem Entscheidungsprozess auch im weiteren Sinne beteiligt sind, damit sie ein Einsehen haben und eine würdige Ordensgemeinschaft anfragen, die dem Charisma dieses traditionell geprägten Marienwallfahrtsortes entspricht.
2. Verbreiten Sie weiterhin diese nach wie vor aktuelle Petition.
3. Schreiben Sie Herrn Generalvikar Klingan (Generalvikar@eomuc.de) und Frau Amtschefin Herrmann (Amtschefin@eomuc.de) eine persönliche Mail. Je mehr überzeugende Stimmen man dort hört, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Bistum einlenkt. Am Wirkungsvollsten sind dabei neben einer sachlichen Argumentation und höflichen Form auch ganz persönliche Zeugnisse, falls Sie etwa einen tieferen biographischen Bezug zu Birkenstein haben. Versuchen Sie dabei gerne auch, dem Bistum aufzuzeigen, warum der genannte Orden Ihrer Ansicht nach nicht nach Birkenstein passt. Die oben zitierten Äußerungen führender Vertreterinnen dieser Ordensgemeinschaft mögen als erste Orientierungsquelle dienen. Bitte beachten Sie bei Ihren Mails aber die „Netiquette“: Deutliche Meinungsäußerungen und klare Positionsbestimmungen liegen in der Natur der Sache; Polemik bitten wir zu vermeiden, da sie dem Anliegen schaden könnte.
4. Die in der weiteren Umgebung Birkensteins Wohnenden sind gerne eingeladen, sich jeweils montags unserem durchgängigen Gebet in der Kapelle anzuschließen. Wenn Sie sich für ein bestimmtes Zeitfenster pro Montag in die Liste eintragen wollen, schreiben Sie gerne eine Mail an NvE@gmx.net. Es ist unser langfristiges Ziel, mit der durchgehenden Anwesenheit von Gläubigen eine Ewige Anbetung einführen zu können, die Zustimmung des Wallfahrtskurats vorausgesetzt. Um ein sicheres Fundament dafür zu legen, wäre es ideal, die einzelnen Stunden mindestens doppelt besetzen zu können. Wir sind zuversichtlich, dass mit unserer Initiative nicht nur ein Problem (die Schließung der Kapelle) gelöst werden konnte (durch die Wiederöffnung), sondern dass sogar noch etwas Gutes und Segensreiches daraus entspringt. Indem die Kapelle montags nun wieder durchgängig mit Gebeten erfüllt wird, führen wir das Erbe der Armen Schulschwestern in Birkenstein, Sr. Eresta Mayr, Sr. Theofrieda Suttner, Sr. Irmgard Hagn und all ihrer heimgegangenen Mitschwestern, zumindest an einem Tag pro Woche weiter. Birkenstein war ja durch die Präsenz dieser Schwestern so besonders, die täglich in der Gnadenkapelle in so vielen Anliegen gebetet haben, v.a. bei der Eucharistischen Anbetung, die jeden Tag von 08.00 bis 10.00 stattfand, aber auch beim täglichen Rosenkranz usw. Es ist nicht in Worte zu fassen, was nun verloren gegangen ist, indem all das weggebrochen ist, aber zumindest an Montagen versuchen wir unser Bestes, um das Erbe der Schwestern zu pflegen und in ihrem Geist etwas Neues aufzubauen!
Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ für Ihren bzw. Euren Einsatz bin ich
für die Freunde von Maria Birkenstein
Nikolas van Essenberg
*PS, im Folgenden wird die erste Rückmeldung des Bistums vom 28.10. in voller Länge dokumentiert:
Betreff: Brief vom 26.10.2022
Datum: Fri, 28 Oct 2022 14:11:07
Von: Amtschefin <Amtschefin@eomuc.de>
An: NvE@gmx.net
Kopie (CC): Generalvikar <Generalvikar@eomuc.de>
Sehr geehrter Herr van Essenberg,
Ihr Brief zum Abschied der Armen Schulschwestern aus Birkenstein hat Herrn Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und uns erreicht.
Unser Erzbischof und alle Verantwortlichen in der Erzdiözese bedauern die Entscheidung der Armen Schulschwestern sehr, Birkenstein zu verlassen, können sie aber auch nachvollziehen und wissen, dass sich die Leitung der Ordensgemeinschaft diese Entscheidung nicht leicht gemacht und den Abschied so lange wie möglich hinausgeschoben hat. Umso dankbarer sind wir für das Wirken der Schwestern in den vergangenen über 170 Jahren, die den Ort geprägt haben. Wir sind mit der Provinzleitung und den Schwestern vor Ort in engem und guten Austausch.
Seitens der Erzdiözese müssen wir diese Situation annehmen und jetzt den Blick auch nach vorne richten. So haben wir zeitnah nach der definitiven Mitteilung der Armen Schulschwestern über ihren Abschied aus Birkenstein begonnen, eine Ordensgemeinschaft zu suchen, die bereit ist, in Birkenstein zu wirken und mit dazu beizutragen, diesen bedeutsamen und lebendigen Wallfahrtsort in die Zukunft zu führen. Eine andere Gemeinschaft – egal welche - bedeutet natürlich auch Veränderung. Jede Gemeinschaft hat ihr eigenes Charisma. Wer sich entschließt, mit einer Kommunität in Birkenstein zu wirken, wird dies auf je eigene Weise tun und nicht eins zu eins das fortführen können, was die Armen Schulschwestern getan haben. Und doch wird es natürlich vieles weiter geben, was Birkenstein „ausmacht“. Für Kontinuität in der Seelsorge stehen auch die beiden Priester der Erzdiözese, die ja vor Ort bleiben werden. Der Ort droht also keineswegs zu „verwaisen“.
Wir sind in guten Gesprächen mit einer Ordensgemeinschaft und würden uns freuen, wenn diese sich bereit erklären würde, mit einer Schwesternkommunität nach Birkenstein zu kommen. In der heutigen Zeit ist ein solcher Schritt für keine Gemeinschaft eine Selbstverständlichkeit.
In unseren Gesprächen vor Ort erfahren wir große Offenheit für diesen Weg und bitten auch diejenigen, denen der Abschied von den Schulschwestern natürlich schwer fällt, diesen zu akzeptieren und auch eine andere Gemeinschaft, die sich an diesem besonderen Ort mit ihrem Beten und Arbeiten einbringen möchte, offen und dankbar aufzunehmen.
Eine besondere Würdigung wird das Wirken der Armen Schulschwester durch das von unserem Erzbischof Kardinal Marx selbst zelebrierte Pontifikalamt zum Abschied erfahren, bei dem der große Dank der Erzdiözese für allen Einsatz der Schwestern in Birkenstein seinen Ausdruck finden wird.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Klingan Dr. Stephanie Herrmann
Generalvikar Amtschefin