Für den Erhalt der Eltern-Kind-Treffs in Ulmer Jugendhäusern


Für den Erhalt der Eltern-Kind-Treffs in Ulmer Jugendhäusern
Das Problem
Ulm streicht sichere Orte für die Kleinsten – und lässt Familien damit im Stich.
Diese Petition wurde von betroffenen Eltern ins Leben gerufen.
Seit vielen Jahren existieren in den Ulmer Jugendhäusern offene Eltern-Kind-Treffs – sichere Orte für Austausch, frühe Förderung, soziale Teilhabe und Entlastung für Familien mit ihren Kindern.
Nun verdichten sich die Nachrichten, diese Angebote aus den Jugendhäusern ersatzlos zu streichen.
Der beliebte und seit 20 Jahren bestehende Treff im Büchsenstadel, in der Mitte von Ulm, wird ohne große Vorankündigung im Dezember 2025 als erstes geschlossen.
Eine Entscheidung, die getroffen wurde, ohne vorher mit den betroffenen Eltern zu sprechen oder sich vor Ort ein Bild zu schaffen.
Diese Petition richtet sich an die STADT ULM:
- Wir fordern die Stadt Ulm dazu auf, die geplanten Schließungen der Eltern-Kind-Treffs in den Jugendhäusern auszusetzen und gemeinsam mit Eltern tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
⸻
Eltern-Kind-Treffs sind unverzichtbare Hilfen für Eltern und müssen von der Stadt Ulm bewahrt werden:
1. Eltern-Kind-Treffs sind gesetzlicher Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe.
Laut SGB VIII (§§ 1, 2, 11, 16, 81) gehören folgende Aufgaben zur kommunalen Pflicht:
• Förderung der Entwicklung von Kindern
• Unterstützung der Eltern
• niedrigschwellige, wohnortnahe Angebote
• offener Zugang
• soziale Teilhabe
• frühe Förderung und Prävention
👉 Eltern-Kind-Treffs erfüllen exakt diese Aufgaben.
Besonders § 16 SGB VIII ist eindeutig:
Eltern müssen durch offene Begegnungs- und Unterstützungsangebote gestärkt werden.
Eltern-Kind-Treffen gibt es in folgenden Jugendhäusern in Ulm:
- Büchsenstadel (Ulm/Mitte)
- Inseltreff (Ulm/West)
- Jugendhaus Böfingen
- Jugendhaus Eselsberg
❗️Wenn die Stadt Ulm bedarfsdeckende Angebote ersatzlos streicht, handelt sie ihrer gesetzlichen Pflicht entgegen.
⸻
2. Auch Eltern gehören gesetzlich zur Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe:
Laut § 6 Abs. 1 SGB VIII richtet sich die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur an junge Menschen, sondern ausdrücklich auch an Mütter, Väter und Personensorgeberechtigte.
Eltern-Kind-Treffs erfüllen daher einen klaren gesetzlichen Auftrag der Jugendhilfe.
Die Behauptung der Verantwortlichen, Jugendhäuser seien „nur für Jugendliche“, ist damit gesetzlich nicht zutreffend.
Das Fachpersonal in Jugendhäusern ist laut SGB VIII auch für Angebote zuständig, die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen – genau wie diese Eltern-Kind-Treffs es tun.
Eltern-Kind-Treffs gehören rechtlich UND fachlich in die Jugendhäuser, weil sie die Zielgruppe der Jugendhilfe vollständig abdecken: Kinder, junge Menschen und deren Eltern.
⸻
3. „Die Stadt Ulm schreibt sich Frühe Hilfen auf die Fahne - und streicht genau diese Angebote!“
Die Stadt Ulm betont in ihren eigenen Leitlinien, Flyern und Informationsmaterialien immer wieder, wie wichtig Frühe Hilfen, niedrigschwellige Unterstützung und wohnortnahe Angebote für Familien sind.
Im Flyer der Frühen Hilfen wird ausdrücklich genannt:
„Eltern-Kind-Gruppen in den Jugendhäusern“
Diese Formulierung ist kein Zufall.
Diese Angebote wurden aus gutem Grund in Jugendhäusern geschaffen – und es gibt keinen fachlichen Grund, sie jetzt herauszulösen.
Die Entscheidung sie in Jugendhäusern anzugliedern zeigt, dass die Stadt Ulm bewusst entschieden hatte:
• Eltern-Kind-Gruppen gehören in die Jugendhäuser,
• weil dort Fachpersonal, Räume, offene Strukturen und soziale Durchmischung vorhanden sind,
• und weil Jugendhäuser zentrale, niederschwellige Orte für frühe Unterstützung sind.
❗️Vor diesem Hintergrund wirkt der jetzt geplante Rückzug wie ein Widerspruch. Das untergräbt den eigenen Anspruch der Stadt, Familien früh zu unterstützen, Zugänge niedrigschwellig zu halten und belastete Eltern nicht im Stich zu lassen.
⸻
4. Der neue Fachkoordinator der Stadt Ulm verantwortet sowohl Frühe Hilfen als auch Offene/Mobile Jugendarbeit.
Im Newsletter der Frühen Hilfen Ulm Frühjahr 2025 heißt es:
„Meine Stelle ist geteilt – ich bin Fachkoordinator der Frühen Hilfen und der Offenen und Mobilen Jugendarbeit.“ - Thomas Schniederjan
Damit liegt die Verantwortung für beide Bereiche – Frühförderung und Jugendarbeit – in einer Person.
Er selbst betont, wie wichtig Übergänge zwischen beiden Bereichen seien.
Genau deshalb sind die Eltern-Kind-Treffs in den Jugendhäusern fachlich so sinnvoll:
Sie bilden den Übergangsraum zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern, den die Stadt selbst als wichtig beschreibt.
Wenn Frühe Hilfen und Jugendarbeit zusammen gedacht werden sollen, dann ist ein Eltern-Kind-Treff im Jugendhaus der sichtbarste gemeinsame Schnittpunkt – und nicht das Angebot, das man streicht.
❗️Ein Angebot, das exakt die Verbindung zwischen zwei Verantwortungsbereichen herstellt, sollte nicht abgeschafft, sondern gestärkt werden.
⸻
5. Jugendhäuser begleiten Kinder durch entscheidende Entwicklungsphasen
Gerade die Jugendhäuser sind für die Entwicklungsphasen zwischen Baby-, Kleinkind- und frühem Schulalter ideal geeignet: Dort gibt es ausreichend Platz, Bewegungsmöglichkeiten und pädagogisches Fachpersonal, das genau diese Übergänge professionell begleitet.
Viele konventionelle Eltern-Kind-Treffs z.B. in Familienzentren sind eher auf das Säuglingsalter & Babyalter ausgelegt – die Jugendhäuser hingegen bieten Raum für mobile, aktive Kinder, die sich ausprobieren und wachsen wollen.
Wer einmal vor Ort war, erkennt sofort, dass diese Treffs eine andere Qualität bieten als die zum Teil beengten Angebote in Familienzentren.
⸻
6. Besonders der Treff im Büchsenstadel ist hoch frequentiert und eines der zentralsten & geeignetsten Angebote für Familien in ganz Ulm.
Das Büchsenstadel:
• mitten in der Stadt,
• fußläufig erreichbar,
• mit allen Verkehrsmitteln gut angebunden,
• barrierearm,
• flexibel nutzbar.
Der Treff im Büchsenstadel wird wöchentlich für 3 Stunden von etwa 10–15 Elternteilen und 10–15 Kindern besucht (und bietet Platz für noch mehr Eltern) - und das ohne viel Werbung oder Social Media, allein durch Weiterempfehlung.
Das zeigt: Es besteht ein echter Bedarf + attraktive Niedrigschwelligkeit + zentrale Lage = erfolgreiche Prävention.
❗️Ein zentraler, gut erreichbarer, kostenloser und pädagogisch eingebetteter Treffpunkt dieser Größe lässt sich nicht ohne Qualitätsverlust verlagern.
⸻
7. Die Alternativen sind nicht gleichwertig – räumlich, geografisch oder konzeptionell.
Die Alternative in Familienzentren Ulms sind über die Stadt verteilt. Gut und wichtig – aber nicht geeignet, das Jugendhausangebot zu ersetzen:
Schaffnerstraße (Innenstadt):
• maximal ca. 10 Erwachsene + Kinder, schnell überfüllt
• laut, eng, kein Bewegungsraum für voll mobile Kinder
Adlerbastei:
• Café-Struktur beim Treff für große Kinder am Nachmittag
• Angebote für Babys nur 2-wöchentlich
Jörg-Syrlin-Haus (Söflingen):
• 22 Minuten vom Hauptbahnhof mit ÖPNV
• für viele Eltern ohne Auto in anderen Stadtteilen zu weit entfernt
Böfingen / Wiblingen:
• ebenfalls weit entfernte Stadtteile
• keine zentrale Alternative, ebenfalls lange Anfahrten
❗️Ein zentrales Angebot auf dezentrale zu verlagern, ist kein Ersatz, es ist ein Abbau.
⸻
8. Eltern-Kind-Treffs sind wichtig für vulnerable Gruppen:
In Ulm leben rund 2.500 Alleinerziehende mit 3.500 Kindern und es werden jährlich etwa 3.300 Babys geboren. Viele dieser Eltern haben keine familiäre Unterstützung, kein Auto oder befinden sich in belastenden Lebenssituationen. Für sie sind niedrigschwellige, zentrale und kostenfreie Angebote lebenswichtig.
Gerade vulnerable Gruppen – Alleinerziehende, Eltern ohne Auto, isolierte oder neu zugezogene Familien – profitieren davon, dass jeden Tag irgendwo in der Stadt ein sicherer, erreichbarer Treffpunkt existiert.
Für manche Eltern ist es schlicht nicht möglich oder nicht sicher, den ganzen Tag allein mit dem Kind zu Hause zu bleiben.
Zentral gelegene Jugendhäuser wie das Büchsenstadel bieten genau das: verlässliche offene Räume, die ohne lange Wege erreichbar sind.
Eine Verlagerung in bestehende Einrichtungen der Innenstadt (z. B. KiFaZ Schaffnerstraße) würde jedoch nicht zu einer Erweiterung, sondern zu einer Reduzierung führen:
Aus zwei Angeboten würde eines – mit kleineren Räumen, begrenzten Kapazitäten und weniger Öffnungszeiten.
❗️Sichere Orte dürfen nicht dort verschwinden, wo sie am meisten gebraucht werden.
⸻
9. Die Entscheidung wurde über die Eltern getroffen – nicht mit ihnen. Die betroffenen Familien wurden nicht gehört & es wurde sich kein Bild vor Ort gemacht.
„Es wurde eine Entscheidung über eine Gruppe getroffen, mit der vorher nicht gesprochen wurde.“
Das widerspricht nicht nur den Leitlinien der Frühen Hilfen und modernen Standards sozialer Planung –
Es widerspricht auch der Beteiligungskultur, die die Stadt Ulm öffentlich betont.
Gerade wenn es um Angebote für die jüngsten Familien geht, ist Mitbestimmung kein „nice to have“, sondern ein zentraler demokratischer Anspruch.
Politisch bedeutet eine solche Entscheidung vor allem eines: Die Stimmen der Eltern wurden übergangen.
❗️Eine Stadt, die sich Familienfreundlichkeit auf die Fahne schreibt, kann es sich nicht leisten, betroffene Eltern auszuschließen, wenn über ihre Unterstützungsstrukturen entschieden wird.
⸻
10. Die Entscheidung trifft vor allem Mütter – die ohnehin die größte Last tragen.
Der Wegfall zentraler Eltern-Kind-Treffs trifft besonders Mütter, da sie den größten Teil der Betreuung von Babys und Kleinkindern übernehmen.
Viele von ihnen sind alleinerziehend, haben kein Auto oder nur wenig Unterstützung im Alltag. Für sie sind offene Treffpunkte oft die einzige Möglichkeit, andere Eltern zu treffen, Entlastung zu erfahren und unkompliziert mit Fachpersonal in Kontakt zu kommen.
11. Persönliche Geschichten zeigen, was hier wirklich auf dem Spiel steht.
„Ohne diesen Treff wäre ich in der schwierigsten Zeit meines Lebens depressiv geworden.“(anonym - Alleinerziehende Mutter)
„Hier habe ich Anschluss gefunden, als ich allein mit Baby war.“(anonym)
„Dieser Treff war mein einziger sicherer Ort in der Woche.“(anonym)
„Hier komme ich ohne Auto hin – überall sonst nicht.“(Mutter, alleinerziehend)
„Wieder trifft es Mütter – die ohnehin am stärksten belastete Gruppe.“(anonym)
❗️Wenn soziale Angebote gestrichen werden, trifft es zuerst:
Mütter, junge Familien, Alleinerziehende, Menschen ohne Lobby.
⸻
🟣 Unsere Forderungen an die Stadt Ulm 🟣
1. Sofortiger Erhalt des Eltern-Kind-Treffs im Büchsenstadel.
2. Erhalt aller Eltern-Kind-Treffs in Ulmer Jugendhäusern.
3. Keine Verlagerung in räumlich oder konzeptionell ungeeignete Einrichtungen.
4. Transparente Offenlegung der Entscheidungsgründe.
5. Ein Vor-Ort-Besuch der Entscheidungsträger*innen im laufenden Betrieb.
6. Einbindung der Eltern in zukünftige Planungen.
7. Stärkung statt Reduktion der Frühen Hilfen in Ulm – entsprechend dem Leitbild.
⸻
🟣 Schlusswort 🟣
Die Eltern-Kind-Treffs sind kein „nice to have“.
Sie sind ein zentraler Bestandteil sozialer Infrastruktur für Ulmer Familien.
Sie in den Jugendhäusern zu streichen, wäre sozialpolitisch kurzsichtig – und für viele Familien ein echter Verlust.
Wir bitten die Stadt Ulm:
Erhalten Sie diese Treffpunkte. Für die Kinder. Für die Eltern. Für eine starke Gemeinschaft.
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Das Problem
Ulm streicht sichere Orte für die Kleinsten – und lässt Familien damit im Stich.
Diese Petition wurde von betroffenen Eltern ins Leben gerufen.
Seit vielen Jahren existieren in den Ulmer Jugendhäusern offene Eltern-Kind-Treffs – sichere Orte für Austausch, frühe Förderung, soziale Teilhabe und Entlastung für Familien mit ihren Kindern.
Nun verdichten sich die Nachrichten, diese Angebote aus den Jugendhäusern ersatzlos zu streichen.
Der beliebte und seit 20 Jahren bestehende Treff im Büchsenstadel, in der Mitte von Ulm, wird ohne große Vorankündigung im Dezember 2025 als erstes geschlossen.
Eine Entscheidung, die getroffen wurde, ohne vorher mit den betroffenen Eltern zu sprechen oder sich vor Ort ein Bild zu schaffen.
Diese Petition richtet sich an die STADT ULM:
- Wir fordern die Stadt Ulm dazu auf, die geplanten Schließungen der Eltern-Kind-Treffs in den Jugendhäusern auszusetzen und gemeinsam mit Eltern tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
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Eltern-Kind-Treffs sind unverzichtbare Hilfen für Eltern und müssen von der Stadt Ulm bewahrt werden:
1. Eltern-Kind-Treffs sind gesetzlicher Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe.
Laut SGB VIII (§§ 1, 2, 11, 16, 81) gehören folgende Aufgaben zur kommunalen Pflicht:
• Förderung der Entwicklung von Kindern
• Unterstützung der Eltern
• niedrigschwellige, wohnortnahe Angebote
• offener Zugang
• soziale Teilhabe
• frühe Förderung und Prävention
👉 Eltern-Kind-Treffs erfüllen exakt diese Aufgaben.
Besonders § 16 SGB VIII ist eindeutig:
Eltern müssen durch offene Begegnungs- und Unterstützungsangebote gestärkt werden.
Eltern-Kind-Treffen gibt es in folgenden Jugendhäusern in Ulm:
- Büchsenstadel (Ulm/Mitte)
- Inseltreff (Ulm/West)
- Jugendhaus Böfingen
- Jugendhaus Eselsberg
❗️Wenn die Stadt Ulm bedarfsdeckende Angebote ersatzlos streicht, handelt sie ihrer gesetzlichen Pflicht entgegen.
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2. Auch Eltern gehören gesetzlich zur Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe:
Laut § 6 Abs. 1 SGB VIII richtet sich die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur an junge Menschen, sondern ausdrücklich auch an Mütter, Väter und Personensorgeberechtigte.
Eltern-Kind-Treffs erfüllen daher einen klaren gesetzlichen Auftrag der Jugendhilfe.
Die Behauptung der Verantwortlichen, Jugendhäuser seien „nur für Jugendliche“, ist damit gesetzlich nicht zutreffend.
Das Fachpersonal in Jugendhäusern ist laut SGB VIII auch für Angebote zuständig, die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen – genau wie diese Eltern-Kind-Treffs es tun.
Eltern-Kind-Treffs gehören rechtlich UND fachlich in die Jugendhäuser, weil sie die Zielgruppe der Jugendhilfe vollständig abdecken: Kinder, junge Menschen und deren Eltern.
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3. „Die Stadt Ulm schreibt sich Frühe Hilfen auf die Fahne - und streicht genau diese Angebote!“
Die Stadt Ulm betont in ihren eigenen Leitlinien, Flyern und Informationsmaterialien immer wieder, wie wichtig Frühe Hilfen, niedrigschwellige Unterstützung und wohnortnahe Angebote für Familien sind.
Im Flyer der Frühen Hilfen wird ausdrücklich genannt:
„Eltern-Kind-Gruppen in den Jugendhäusern“
Diese Formulierung ist kein Zufall.
Diese Angebote wurden aus gutem Grund in Jugendhäusern geschaffen – und es gibt keinen fachlichen Grund, sie jetzt herauszulösen.
Die Entscheidung sie in Jugendhäusern anzugliedern zeigt, dass die Stadt Ulm bewusst entschieden hatte:
• Eltern-Kind-Gruppen gehören in die Jugendhäuser,
• weil dort Fachpersonal, Räume, offene Strukturen und soziale Durchmischung vorhanden sind,
• und weil Jugendhäuser zentrale, niederschwellige Orte für frühe Unterstützung sind.
❗️Vor diesem Hintergrund wirkt der jetzt geplante Rückzug wie ein Widerspruch. Das untergräbt den eigenen Anspruch der Stadt, Familien früh zu unterstützen, Zugänge niedrigschwellig zu halten und belastete Eltern nicht im Stich zu lassen.
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4. Der neue Fachkoordinator der Stadt Ulm verantwortet sowohl Frühe Hilfen als auch Offene/Mobile Jugendarbeit.
Im Newsletter der Frühen Hilfen Ulm Frühjahr 2025 heißt es:
„Meine Stelle ist geteilt – ich bin Fachkoordinator der Frühen Hilfen und der Offenen und Mobilen Jugendarbeit.“ - Thomas Schniederjan
Damit liegt die Verantwortung für beide Bereiche – Frühförderung und Jugendarbeit – in einer Person.
Er selbst betont, wie wichtig Übergänge zwischen beiden Bereichen seien.
Genau deshalb sind die Eltern-Kind-Treffs in den Jugendhäusern fachlich so sinnvoll:
Sie bilden den Übergangsraum zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern, den die Stadt selbst als wichtig beschreibt.
Wenn Frühe Hilfen und Jugendarbeit zusammen gedacht werden sollen, dann ist ein Eltern-Kind-Treff im Jugendhaus der sichtbarste gemeinsame Schnittpunkt – und nicht das Angebot, das man streicht.
❗️Ein Angebot, das exakt die Verbindung zwischen zwei Verantwortungsbereichen herstellt, sollte nicht abgeschafft, sondern gestärkt werden.
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5. Jugendhäuser begleiten Kinder durch entscheidende Entwicklungsphasen
Gerade die Jugendhäuser sind für die Entwicklungsphasen zwischen Baby-, Kleinkind- und frühem Schulalter ideal geeignet: Dort gibt es ausreichend Platz, Bewegungsmöglichkeiten und pädagogisches Fachpersonal, das genau diese Übergänge professionell begleitet.
Viele konventionelle Eltern-Kind-Treffs z.B. in Familienzentren sind eher auf das Säuglingsalter & Babyalter ausgelegt – die Jugendhäuser hingegen bieten Raum für mobile, aktive Kinder, die sich ausprobieren und wachsen wollen.
Wer einmal vor Ort war, erkennt sofort, dass diese Treffs eine andere Qualität bieten als die zum Teil beengten Angebote in Familienzentren.
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6. Besonders der Treff im Büchsenstadel ist hoch frequentiert und eines der zentralsten & geeignetsten Angebote für Familien in ganz Ulm.
Das Büchsenstadel:
• mitten in der Stadt,
• fußläufig erreichbar,
• mit allen Verkehrsmitteln gut angebunden,
• barrierearm,
• flexibel nutzbar.
Der Treff im Büchsenstadel wird wöchentlich für 3 Stunden von etwa 10–15 Elternteilen und 10–15 Kindern besucht (und bietet Platz für noch mehr Eltern) - und das ohne viel Werbung oder Social Media, allein durch Weiterempfehlung.
Das zeigt: Es besteht ein echter Bedarf + attraktive Niedrigschwelligkeit + zentrale Lage = erfolgreiche Prävention.
❗️Ein zentraler, gut erreichbarer, kostenloser und pädagogisch eingebetteter Treffpunkt dieser Größe lässt sich nicht ohne Qualitätsverlust verlagern.
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7. Die Alternativen sind nicht gleichwertig – räumlich, geografisch oder konzeptionell.
Die Alternative in Familienzentren Ulms sind über die Stadt verteilt. Gut und wichtig – aber nicht geeignet, das Jugendhausangebot zu ersetzen:
Schaffnerstraße (Innenstadt):
• maximal ca. 10 Erwachsene + Kinder, schnell überfüllt
• laut, eng, kein Bewegungsraum für voll mobile Kinder
Adlerbastei:
• Café-Struktur beim Treff für große Kinder am Nachmittag
• Angebote für Babys nur 2-wöchentlich
Jörg-Syrlin-Haus (Söflingen):
• 22 Minuten vom Hauptbahnhof mit ÖPNV
• für viele Eltern ohne Auto in anderen Stadtteilen zu weit entfernt
Böfingen / Wiblingen:
• ebenfalls weit entfernte Stadtteile
• keine zentrale Alternative, ebenfalls lange Anfahrten
❗️Ein zentrales Angebot auf dezentrale zu verlagern, ist kein Ersatz, es ist ein Abbau.
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8. Eltern-Kind-Treffs sind wichtig für vulnerable Gruppen:
In Ulm leben rund 2.500 Alleinerziehende mit 3.500 Kindern und es werden jährlich etwa 3.300 Babys geboren. Viele dieser Eltern haben keine familiäre Unterstützung, kein Auto oder befinden sich in belastenden Lebenssituationen. Für sie sind niedrigschwellige, zentrale und kostenfreie Angebote lebenswichtig.
Gerade vulnerable Gruppen – Alleinerziehende, Eltern ohne Auto, isolierte oder neu zugezogene Familien – profitieren davon, dass jeden Tag irgendwo in der Stadt ein sicherer, erreichbarer Treffpunkt existiert.
Für manche Eltern ist es schlicht nicht möglich oder nicht sicher, den ganzen Tag allein mit dem Kind zu Hause zu bleiben.
Zentral gelegene Jugendhäuser wie das Büchsenstadel bieten genau das: verlässliche offene Räume, die ohne lange Wege erreichbar sind.
Eine Verlagerung in bestehende Einrichtungen der Innenstadt (z. B. KiFaZ Schaffnerstraße) würde jedoch nicht zu einer Erweiterung, sondern zu einer Reduzierung führen:
Aus zwei Angeboten würde eines – mit kleineren Räumen, begrenzten Kapazitäten und weniger Öffnungszeiten.
❗️Sichere Orte dürfen nicht dort verschwinden, wo sie am meisten gebraucht werden.
⸻
9. Die Entscheidung wurde über die Eltern getroffen – nicht mit ihnen. Die betroffenen Familien wurden nicht gehört & es wurde sich kein Bild vor Ort gemacht.
„Es wurde eine Entscheidung über eine Gruppe getroffen, mit der vorher nicht gesprochen wurde.“
Das widerspricht nicht nur den Leitlinien der Frühen Hilfen und modernen Standards sozialer Planung –
Es widerspricht auch der Beteiligungskultur, die die Stadt Ulm öffentlich betont.
Gerade wenn es um Angebote für die jüngsten Familien geht, ist Mitbestimmung kein „nice to have“, sondern ein zentraler demokratischer Anspruch.
Politisch bedeutet eine solche Entscheidung vor allem eines: Die Stimmen der Eltern wurden übergangen.
❗️Eine Stadt, die sich Familienfreundlichkeit auf die Fahne schreibt, kann es sich nicht leisten, betroffene Eltern auszuschließen, wenn über ihre Unterstützungsstrukturen entschieden wird.
⸻
10. Die Entscheidung trifft vor allem Mütter – die ohnehin die größte Last tragen.
Der Wegfall zentraler Eltern-Kind-Treffs trifft besonders Mütter, da sie den größten Teil der Betreuung von Babys und Kleinkindern übernehmen.
Viele von ihnen sind alleinerziehend, haben kein Auto oder nur wenig Unterstützung im Alltag. Für sie sind offene Treffpunkte oft die einzige Möglichkeit, andere Eltern zu treffen, Entlastung zu erfahren und unkompliziert mit Fachpersonal in Kontakt zu kommen.
11. Persönliche Geschichten zeigen, was hier wirklich auf dem Spiel steht.
„Ohne diesen Treff wäre ich in der schwierigsten Zeit meines Lebens depressiv geworden.“(anonym - Alleinerziehende Mutter)
„Hier habe ich Anschluss gefunden, als ich allein mit Baby war.“(anonym)
„Dieser Treff war mein einziger sicherer Ort in der Woche.“(anonym)
„Hier komme ich ohne Auto hin – überall sonst nicht.“(Mutter, alleinerziehend)
„Wieder trifft es Mütter – die ohnehin am stärksten belastete Gruppe.“(anonym)
❗️Wenn soziale Angebote gestrichen werden, trifft es zuerst:
Mütter, junge Familien, Alleinerziehende, Menschen ohne Lobby.
⸻
🟣 Unsere Forderungen an die Stadt Ulm 🟣
1. Sofortiger Erhalt des Eltern-Kind-Treffs im Büchsenstadel.
2. Erhalt aller Eltern-Kind-Treffs in Ulmer Jugendhäusern.
3. Keine Verlagerung in räumlich oder konzeptionell ungeeignete Einrichtungen.
4. Transparente Offenlegung der Entscheidungsgründe.
5. Ein Vor-Ort-Besuch der Entscheidungsträger*innen im laufenden Betrieb.
6. Einbindung der Eltern in zukünftige Planungen.
7. Stärkung statt Reduktion der Frühen Hilfen in Ulm – entsprechend dem Leitbild.
⸻
🟣 Schlusswort 🟣
Die Eltern-Kind-Treffs sind kein „nice to have“.
Sie sind ein zentraler Bestandteil sozialer Infrastruktur für Ulmer Familien.
Sie in den Jugendhäusern zu streichen, wäre sozialpolitisch kurzsichtig – und für viele Familien ein echter Verlust.
Wir bitten die Stadt Ulm:
Erhalten Sie diese Treffpunkte. Für die Kinder. Für die Eltern. Für eine starke Gemeinschaft.
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Petition am 4. Dezember 2025 erstellt