
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat ihren aktuellen Jahresbericht vorgelegt. Darin geht die "Notenbank der Notenbanken", ausführlich auf die Inflationsproblematik ein. Die weltweite Verschuldung (Staat, Unternehmen und private Haushalte) hat zuletzt 355 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht.
Umso schlimmer, dass Staaten und Notenbanken aus Sicht der BIZ keinen großen Handlungsspielraum mehr haben: "Die Staatsverschuldung befindet sich auf historischen Höchstständen, die nominalen und realen Zinssätze sind auf historische Tiefststände gefallen und die Bilanzen der Zentralbanken sind auf ein Niveau gestiegen, das zuvor nur in Kriegszeiten zu beobachten war. Die jüngste Straffung der Geldpolitik hat dieses Bild zumindest in den Industrieländern bisher nur geringfügig verändert. Volkswirtschaften, die ohne Sicherheitsmargen arbeiten, sind exponiert und anfällig."
Kann nur die EZB mit Nullzinspolitik helfen? Nein!
Beispiel Italien mit hoher Staatsverschuldung: Selbst Bankenvertreter wie der Vorstandsvorsitzende einer der größten italienischen Banken, Intesas Vorstandschef Carlo Messina, sehen es anders, wie Reuters berichtete: "Italien sollte sich bei der Finanzierung seiner Staatsschulden in Höhe von 2,7 Billionen Euro nicht auf die Europäische Zentralbank verlassen und stattdessen seine hohen privaten Ersparnisse und Staatsvermögen verwenden, um sie zu stützen, sagte der Chef der größten Bank des Landes. Messina sagte, Italien müsse das Wachstum ankurbeln und Maßnahmen zur Senkung seiner Staatsverschuldung ergreifen, um sich nicht auf Anleihekäufe durch die EZB verlassen zu müssen, um die Schuldenkosten in Schach zu halten. Wenn ich in Deutschland wäre, hätte ich auch einige Probleme, wenn ich mir die 10 Billionen Euro an Ersparnissen Italiens ansehen würde und wir wollen, dass die EZB die Schulden finanziert. Man muss sein Schicksal gestalten, wenn man die Kraft dazu hat, und Italien hat die Stärke."
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich beschreibt die Gefahr so: "Möglicherweise erreichen wir einen Wendepunkt, jenseits dessen sich eine inflationäre Psychologie ausbreitet und festigt. Dies würde einen großen Paradigmenwechsel bedeuten. Übergänge von Niedrig- zu Hochinflationsregimen wirken tendenziell selbst verstärkend. Wenn die Inflation steigt und zu einem Brennpunkt für das Verhalten der Wirtschaftsteilnehmer wird, verstärken Verhaltensmuster tendenziell den Übergang."
Deshalb muss sich die EZB von der Staatsfinanzierung trennen und den Leitzins auf ein vernünftiges Niveau anheben. Jetzt!
Freundliche Grüße
Knuth Thiele