Italien braucht europäische Unterstützung!

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"Wohl dem, der gütig ist, zu helfen bereit." (Psalm 112,5): Wir haben uns entschlossen in einer europäischen Gemeinschaft zu leben, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat den sozialen Zusammenhalt zu stärken und auf Solidarität zwischen den Mitgliedsländern beruht.

Italien ist in der EU das Land, das von der Coronakrise am meisten betroffen und die Mortalitätsrate am höchsten ist. Täglich kommen neue traurige Nachrichten über Menschen, den Kampf gegen den Virus verloren haben. Die Zahl der offiziellen Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 liegt inzwischen bei über 10.000 Menschen und ein Ende ist noch immer nicht in Sicht.

In Krisen zeigt sich, sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Kontext, auf wen man zählen kann, wenn man auf Hilfe angewiesen ist. Frau von der Leyen, wir sollten als europäische Gemeinschaft nicht tatenlos zusehen, wenn Menschen unserer Gemeinschaft dringend Hilfe brauchen!

Zu den Werten der Europäischen Union gehören die Achtung der Menschenwürde und die Wahrung der Menschenrechte. Doch was bringen uns als Gemeinschaft diese Werte, wenn in der Not jedes Mitgliedsland seine eigene Risikoabwägung trifft und die Europäische Kommission keinerlei Entscheidungen trifft, die ein einheitliches Vorgehen in der Krise unterstützt. Stattdessen erleben wir eine Abschottung der Mitgliedsstaaten und einen europäischen Flickenteppich. 

Mich berührt das Schicksal der Menschen zu tiefst und nicht nur deshalb, weil ich Freunde in Italien habe, die direkt betroffen sind. Ich denke, dass wir auch eine soziale Verantwortung haben, die uns verpflichtet nicht wegzusehen, wenn andere Hilfe benötigen. 

Wir lassen Italien im Stich: Trotz Hilferufe nach Schutzkleidung, Sauerstoffgeräten u.ä. gibt es keine Reaktion von Ihnen, die darauf hoffen lässt, dass Sie die Ausnahmesituation verstanden haben, in der sich Italien derzeit befindet. Das einzige was für Sie zählt ist Wirtschaftswachstum und Geld. Doch die Aufhebung der Schuldengrenze rettet leider kein Menschenleben!

Das ganze menschliche Ausmaß dieser Katastrophe wird außer Acht gelassen und damit die Achtung der Menschenwürde sowie der Wahrung der Menschenrechte. Die Menschen sterben ohne Beistand ihrer Angehörigen, die sich noch nicht einmal von ihren Liebsten verabschieden können. Sanitäter, Krankenschwestern und Ärzte arbeiten seit Wochen über ihre Belastungsgrenzen hinaus, wenn diese Katastrophe irgendwann vorbei ist, dann haben wir die nächste Krise: traumatisierte Menschen, die das jetzt Erlebte vermutlich nie verarbeiten werden. Italien wird nie wieder das Land sein, das wir so sehr lieben und bewundern.

Die Europäische Union steht vor ihrer größten Bewährungsprobe für Zusammenhalt und Unterstützung in dieser Krise!

Wir erwarten von Ihnen, Ursula von der Leyen:

  1. Die Mobilisierung aller Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel gem. Art. 222 AEUV, d.h. bestehende Mechanismen für Solidarität schnell und kreativ anzuwenden.
  2. Eine Organisation nennenswerter Unterstützung in Form der dringend benötigten Schutzausrüstung für medizinisches Personal sowie die Bereitstellung/ Beschaffung von Intensivbetten.
  3. Unterstützung beim Aufbau dringend benötigter Krankenhäuser.
  4. Die Mobilisierung und Reaktivierung von Sanitätern und medizinischem Personal europaweit.
  5. Einbeziehung von Unternehmen, die zum Schutz kritischer Infrastrukturen, hierzu gehört auch die medizinische Versorgung, als Unterstützer in der Krise gebraucht werden. 
  6. Koordination der Produktion von Schutzausrüstung und Verteilung, wo sie am Nötigsten gebraucht wird, derzeit in Italien! 

Die nationale Sorge der Mitgliedsstaaten ist verständlich, dennoch sollten wir  uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden und die Menschen in Italien unterstützen, die sich in einer humanitären Notsituation befinden.

Handeln Sie jetzt, Frau von der Leyen!!!