Europas Schiffe müssen retten - Niemand darf wegsehen!

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Europas Schiffe müssen retten - Niemand darf wegsehen

Wir sind Lena Meurer und Julian Pahlke von Sea-Eye e.V. Der Verein betreibt auf dem Mittelmeer das zivile Rettungsschiff ALAN KURDI.
Lena ist seit Jahren freiwillige Aktivistin im Bereich Menschenrechte und Vorstandsmitglied bei Sea-Eye e.V. Julian ist seit Jahren Aktivist für die Seenotrettung im Mittelmeer und bei Sea-Eye e.V. für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Der Verein hat bis heute fast 15.000 Menschen aus Seenot gerettet - aber heute brauchen wir eure Hilfe!

Am 17. Februar wurde bekannt, dass die EU-Mitgliedsstaaten eine neue Militäroperation mit Marineschiffen ins Mittelmeer entsenden möchten, um das Waffenembargo gegenüber Libyen zu überwachen. Die nun geplante neue Operation EU Active Surveillance wird aber gezielt nicht dort eingesetzt, wo sich täglich Menschen in Seenot befinden.


Wir kritisieren an der Mission:

- Die Schiffe sollen sich maximal bis auf 100 Kilometer der libyschen Küste nähern, um während der Einsätze nicht in die Pflicht zu kommen, Flüchtende aus Seenot retten zu müssen.
- Das Einsatzgebiet der Schiffe befindet sich nur im östlichen Mittelmeer. Dort sind so gut wie keine Menschen in Seenot.
- Falls die Schiffe der Marine zu viele Menschen aus Seenot retten, soll die Mission wieder eingestellt werden.

Die Mission soll also um jeden Preis kein einziges Leben retten, das auf dem Mittelmeer in Gefahr ist.

Die vorherige Operation Sophia zur Bekämpfung von Menschenhändler*innen hat - neben militärischen Aktivitäten - immerhin zehntausende Menschen aus Seenot geborgen.


In Libyen herrscht Bürgerkrieg

Tausende Menschen haben dieses Jahr versucht, dem Konflikt in Libyen zu entkommen. Berichte über Folter, willkürliche Hinrichtungen und Sklaverei sind seit langem bekannt und gut dokumentiert.


Seenotrettung ist Pflicht - Niemand darf wegschauen

Wir fordern
deshalb die Außenminister*innen der EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, den deutschen Außenminister Heiko Maas und den österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg, dazu auf, die Schiffe mit einem ausdrücklichen Mandat zur Suche und Rettung auszustatten und aktiv Menschen aus Seenot zu retten. Die Schiffe müssen zwingend vor der gesamten libyschen Küste mit einem Abstand von deutlich weniger als 100 km eingesetzt werden. 

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich seit langem aus dem Such- und Rettungsgebiet zurückgezogen. Einige wenige zivile Seenotrettungsorganisationen versuchen in dieser Not, die Aufgabe der EU-Mitgliedsstaaten zu übernehmen und die Lücke zu füllen. Dies kann so nicht weitergehen!

Lasst uns gemeinsam einfordern, dass die Schiffe der Operation EU Active Surveillance zum Retten von Menschenleben eingesetzt werden.

Wenn wir Menschen aus Seenot retten können, können EU-Schiffe es auch.

Wir wollen wieder sagen können: #UnserEuropaRettet

 

Mehr erfahren:

TAZ: Kein Bock auf Seenotrettung

Spiegel: "Eine militärische, keine humanitäre Mission"

Zeit online: Der Mythos vom Pull-Faktor