Ermöglichen Sie Maximilian Krahs Auftritt auf der Leipziger Buchmesse


Ermöglichen Sie Maximilian Krahs Auftritt auf der Leipziger Buchmesse
Das Problem
Sehr geehrte Frau Astrid Böhmisch,
als Direktorin der Leipziger Buchmesse tragen Sie Verantwortung für eine der bedeutendsten Plattformen des literarischen Austauschs in Deutschland. Mit dieser Petition möchten wir – Leser, Besucher und Kulturinteressierte – Sie dringend bitten, die Absage der Veranstaltung mit Maximilian Krah und der Präsentation seines Romans „Die Reise nach Europa“ zu überdenken und rückgängig zu machen.
Die Begründung der Absage mit abstrakten Sicherheitsbedenken setzt ein problematisches Signal: Sie erweckt den Eindruck, dass kulturelle Institutionen bereit sind, bereits im Vorfeld nachzugeben, wenn politische Extremisten mit Protesten oder Störungen drohen. Eine Buchmesse sollte jedoch nicht zum Ort präventiver Selbstzensur werden, sondern ein Raum bleiben, in dem Debatte und Vielfalt auch unter schwierigen Umständen möglich sind. Wer Veranstaltungen absagt, weil mit lautstarkem Widerstand gerechnet wird, überlässt letztlich jenen Kräften die Deutungshoheit, die den offenen Diskurs gerade verhindern wollen.
Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen der politischen Rolle eines Autors und seinem literarischen Werk klar zu unterscheiden. Eine Buchmesse bewertet Bücher, nicht Parteiprogramme. Wenn literarische Auftritte davon abhängig gemacht werden, ob die politischen Positionen eines Autors als akzeptabel gelten, verschiebt sich der Maßstab weg von Kunst und hin zu Gesinnungsprüfung. Dies widerspricht dem Grundgedanken kultureller Freiheit und führt langfristig zu einer Verengung des literarischen Raums.
Zudem droht durch solche Entscheidungen eine gefährliche Dynamik: Wenn einmal der Eindruck entsteht, dass Drohkulissen oder angekündigte Störungen ausreichen, um Veranstaltungen zu verhindern, wird dies Anreize schaffen, genau diese Mittel künftig häufiger einzusetzen. Eine Institution wie die Leipziger Buchmesse sollte stattdessen ein Zeichen dafür setzen, dass Konflikte nicht durch Ausladung, sondern durch Austausch und argumentativen Wettbewerb bewältigt werden.
Wir fordern Sie daher auf, die Veranstaltung mit Maximilian Krah stattfinden zu lassen. Lassen Sie nicht abstrakte Sicherheitsbedenken oder der Druck extremistischer Gruppen darüber entscheiden, wer auf einer Literaturbühne sprechen darf. Eine Buchmesse verdient es, ein Ort der Begegnung, der Meinungsvielfalt und des offenen, auch kontroversen Dialogs zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Emilio Colmenero

95
Das Problem
Sehr geehrte Frau Astrid Böhmisch,
als Direktorin der Leipziger Buchmesse tragen Sie Verantwortung für eine der bedeutendsten Plattformen des literarischen Austauschs in Deutschland. Mit dieser Petition möchten wir – Leser, Besucher und Kulturinteressierte – Sie dringend bitten, die Absage der Veranstaltung mit Maximilian Krah und der Präsentation seines Romans „Die Reise nach Europa“ zu überdenken und rückgängig zu machen.
Die Begründung der Absage mit abstrakten Sicherheitsbedenken setzt ein problematisches Signal: Sie erweckt den Eindruck, dass kulturelle Institutionen bereit sind, bereits im Vorfeld nachzugeben, wenn politische Extremisten mit Protesten oder Störungen drohen. Eine Buchmesse sollte jedoch nicht zum Ort präventiver Selbstzensur werden, sondern ein Raum bleiben, in dem Debatte und Vielfalt auch unter schwierigen Umständen möglich sind. Wer Veranstaltungen absagt, weil mit lautstarkem Widerstand gerechnet wird, überlässt letztlich jenen Kräften die Deutungshoheit, die den offenen Diskurs gerade verhindern wollen.
Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen der politischen Rolle eines Autors und seinem literarischen Werk klar zu unterscheiden. Eine Buchmesse bewertet Bücher, nicht Parteiprogramme. Wenn literarische Auftritte davon abhängig gemacht werden, ob die politischen Positionen eines Autors als akzeptabel gelten, verschiebt sich der Maßstab weg von Kunst und hin zu Gesinnungsprüfung. Dies widerspricht dem Grundgedanken kultureller Freiheit und führt langfristig zu einer Verengung des literarischen Raums.
Zudem droht durch solche Entscheidungen eine gefährliche Dynamik: Wenn einmal der Eindruck entsteht, dass Drohkulissen oder angekündigte Störungen ausreichen, um Veranstaltungen zu verhindern, wird dies Anreize schaffen, genau diese Mittel künftig häufiger einzusetzen. Eine Institution wie die Leipziger Buchmesse sollte stattdessen ein Zeichen dafür setzen, dass Konflikte nicht durch Ausladung, sondern durch Austausch und argumentativen Wettbewerb bewältigt werden.
Wir fordern Sie daher auf, die Veranstaltung mit Maximilian Krah stattfinden zu lassen. Lassen Sie nicht abstrakte Sicherheitsbedenken oder der Druck extremistischer Gruppen darüber entscheiden, wer auf einer Literaturbühne sprechen darf. Eine Buchmesse verdient es, ein Ort der Begegnung, der Meinungsvielfalt und des offenen, auch kontroversen Dialogs zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Emilio Colmenero

95
Kommentare von Unterstützer*innen
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 18. Februar 2026 erstellt