Lufthansa - Appell an die Menschlichkeit und die wirtschaftliche Vernunft

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Appell an die Entscheidungsträger im Lufthansa-Konzern: 
Menschlichkeit und wirtschaftliche Vernunft sind das Gebot der Stunde! 
 
Nicht immer lassen sich die verschiedenen Interessen gut übereinander bringen. Momentan haben jedoch eigentlich alle das gleiche Bedürfnis: möglichst heil aus dieser beispiellosen Krise zu kommen.  
 
Der Staat agiert momentan sehr schnell, groß und mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, um mit viel Staatsgeld möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten.  
 
Allerdings handeln Manager im Lufthansa-Konzern derzeit fast unbemerkt, ähnlich kaltblütig wie es adidas oder H&M mit der (vorübergehenden) Einstellung ihrer Mietzahlungen getan haben.  
 
Seit vorgestern droht Lufthansa öffentlich mit der Schließung der Germanwings – einem profitablen, 100%igen Tochterunternehmen des LH-Konzerns.  
 
Der Lufthansa-Konzern will sich weiter verändern. Außerhalb der Krise ist dies an vielen Stellen noch nicht nach der Vorstellung von Aufsichtsrat und Konzernvorstand gelungen.  
In der Krise sehen Vorstand und Aufsichtsrat des Lufthansa-Konzerns nun ihre Chance, Dinge ohne Gegenwehr durchzusetzen, die sonst undenkbar wären.  
 
Für die betroffenen Mitarbeiter ist das belastend und schürt Existenzängste. Es ist vor allem ein enormer Missbrauch der Staatshilfen, die der Konzern derzeit bekommt. 
 
Der Lufthansa-Konzern erhält durch die Kurzarbeitsregeln für mehrere Betriebe monatlich hunderte Millionen. Einen ordentlichen Teil davon verwendet der Konzern jetzt allerdings dafür, ausgerechnet bei Germanwings kein Kurzarbeitergeld zu beantragen, sondern zunächst volle Löhne weiterzuzahlen, die durch Kurzarbeitsregeln in anderen Betrieben quersubventioniert werden, um einen Bestandsschutz zu umgehen. Auf diese Weise wird die öffentliche Hand an dem Vorgehen beteiligt, 1.400 Menschen, die bei der 100%-Tochter Germanwings arbeiten, in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Die Vorgabe von Politik und Gesellschaft jetzt geschlossen, gemeinsam und solidarisch zu handeln, ignoriert das Management geflissentlich. 
 
In normalen Zeiten wäre der Aufschrei automatisch groß, wenn der profitabelste Airlinekonzern der Welt so etwas durchzieht. Jetzt sieht es auf den ersten Blick aus wie eine nötige Krisenmaßnahme und so will Herr Spohr es ja auch glauben machen. Wenn der Konzern dies mit eigenem Geld finanzieren würde, wäre es immer noch unmoralisch, aber letztlich wahrscheinlich sogar legal.  
 
Lufthansa profitiert derzeit ungemein von der finanziellen Unterstützung der Gesellschaft. Mit Annahme staatlicher Unterstützung und der Bitte um weitere Staatshilfen geht allerdings auch die Verantwortung einher, sich menschlich und anständig zu verhalten. Denn der gesellschaftliche Auftrag lautet: Den Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern – nicht zu beschleunigen. 
 
Wir appellieren an die Politik, sich diese Situation genau anzuschauen. Wenn Manager hier jetzt auf Kosten der Allgemeinheit ungehindert menschliche Schicksale in der Flut der Krisennachrichten untergehen lassen wollen, dann kann, darf und muss sich empört werden.  
 
Wir wollen keine zusätzlichen Hilfen, Gelder oder Garantien. Wir wollen Aufmerksamkeit für unwirtschaftliches, unsolidarisches und unanständiges Vorgehen.  
 
Wir denken uns das auch nicht aus. Hier das Zitat aus der Pressemitteilung des LH-Konzerns vom Freitag, den 3. April: “Ohnehin wird die Zukunft der Germanwings immer fraglicher. Aktuell werden daher Optionen für die weitere Vorgehensweise geprüft.” 
 
Wir müssen nach derzeitiger Informationslage davon ausgehen, dass in den kommenden Tagen Fakten geschaffen werden. Dies gilt es zu verhindern.  
 
Neben den Unterzeichnern dieses Appells, können hier alle, die sich diesem Appell anschließen wollen, ebenfalls ihre Unterstützung in Form einer virtuellen Unterschrift leisten.  

Das Original mit allen Unterschriften finden Sie hier.

Daniel Flohr, Vorsitzender des UFO-Vorstands 

Anja Bronstert, Sprecherin UFO-Tarifkommission Germanwings  
 
Benjamin Sindram, Sprecher Konzerntarifkommission Vereinigung Cockpit  
 
Tino Seidel-Ernst, Sprecher des UFO-Beirats 
 
Marco Todte, Sprecher UFO-Tarifkommission Lufthansa 
 
Daniel Gößmann, Vorsitzender Personalvertretung Cockpit GWI 
 
Maximilian Kampka, Vorsitzender Personalvertretung Kabine und Tarifvorstand UFO 
 
Nicoley Baublies, UFO-Geschäftsführung 
 
Sylvia De la Cruz UFO-Geschäftsführung 
 
Sebastian Baumgart, Vorsitzender Personalvertretung Cockpit LCAG 
 
Mike Seveke, Sprecher Tarifkommission GWI neu Vereinigung Cockpit 
 
Armin Stern, Vorsitzender Personalvertretung Cockpit DLH 
 
Sabine Paulus, Vorsitzende der Gesamtvertretung des fliegenden Personals LH German Airlines 
 
Stefan Fluck, Vorsitzender der Gesamtvertretung des fliegenden Personals LH German Airlines 
 
Robert Stolle, Vorsitzender Personalvertretung Kabine DLH