Emmauswald bleibt - Rettet den größten Wald Neuköllns!


Emmauswald bleibt - Rettet den größten Wald Neuköllns!
Das Problem
Seit mehreren Jahren setzten wir (Initiative EmmauswaldBleibt) uns nun intensiv für den Erhalt des alten Stadtwalds „Emmauswald“ und den größten Wald in Neukölln ein. Er beheimatet Jahrhunderte alte große Bäume und seltene Tierarten, wie den Habicht. Dieser soll mit teuren Eigentumswohnungen von Buwog/Vonovia bebaut werden.
Nachdem wir auf der Bezirksebene, nach vielen Gesprächen mit Parteien, Erfolg hatten (der Bebauungsplan wurde abgelehnt) und die Berliner Forsten den Friedhof offiziel als Wald deklariert haben, wurde das Bebauungsplanverfahren seitens des Senates im Eilverfahren an sich gezogen!
Es ist eigentlich Sache des Bezirks, bezirksinterne Angelegenheiten zu klären (die Planungshoheit ist im Grundgesetz festgelegt!) - daher fragen wir uns, ist das verfassungsgemäß? Werden hier Wald (Klima-Umwelt-Naturschutz) und Kapitalanlagen (vermeintlicher dringend benötigter Wohnraum) gegeneinander ausgespielt? Lösen diese Wohnungen wirklich das Wohnungsnotproblem in Berlin-Neukölln? Führt diese Bebauung nicht viel eher zu Preissteigerungen und Verdrängungen im Kiez? Wäre es 2025 inmitten einer Klima- und Biodiversitätskrise nicht viel mehr an der Zeit ein politisches Zeichen zu setzen? Sind über 16.000 Unterschriften der Bürger:innen in der Petition den Politiker:innen auf Senatsebene egal?
Die Partei der Linken und die Partei der Grünen forderten bereits in 2 offiziellen Anträgen, die Planungszuständigkeit an den Bezirk zurückzugeben und/oder einzustellen! Vergebens.
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For several years now, we (the EmmauswaldBleibt Initiative) have been actively advocating for the preservation of the old city forest "Emmauswald," the largest forest in Neukölln. It is home to centuries-old, large trees and rare animal species, such as the hawk. This forest is at risk of being developed into expensive private apartments by Buwog/Vonovia.
After many discussions with political parties, we achieved success at the district level: the development plan was rejected, and the Berlin Forestry Authority officially declared the cemetery as a forest. However, the Senate has now taken over the planning process in an expedited procedure!
Decisions regarding district matters are typically the responsibility of the district itself (as guaranteed by the German Constitution’s planning authority). This raises the question: is this even constitutional? Is the forest (climate, environmental, and nature conservation) being pitted against financial investments (supposedly much-needed housing)? Do these apartments really address the housing shortage in Berlin-Neukölln? Or will this development lead to price increases and displacement in the neighborhood instead? In 2025, amidst a climate and biodiversity crisis, isn’t it time to set a political precedent? Are over 16,000 citizen signatures on the petition being ignored by Senate-level politicians?
The Left Party (Die Linke) and the Green Party (Die Grünen) have already made two formal motions to return planning authority to the district and/or suspend the process. To no avail.
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"Der Verlust dieser Waldfläche würde sich daher voraussichtlich besonders negativ auf das Stadtklima auswirken." BERLINER FORSTEN
Der größte Wald Neuköllns - der Emmauswald - soll gerodet werden, damit die BUWOG (VONOVIA) dort teure Eigentumswohnungen bauen kann. Unsere Initiative setzt sich für den Erhalt des Ökosystems ein, weil seine Funktionen für das gesamtstädtische Klima unersetzbar sind und teure Eigentumswohnungen das Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen. Unterstützt uns und helft uns, den Emmauswald zu retten!
Was genau ist bisher passiert? Auf politischer Ebene wird seit über 10 Jahren über die Bebauung des des Emmausfriedhofs in Neukölln diskutiert. Während ein Teil des Friedhofs noch in Nutzung ist, gehört die andere Seite seit ca. 2016 der BUWOG, einer VONOVIA Tochtergesellschaft. Diese plant auf dem Waldgelände ein Neubau-Areal mit ca. 440 Eigentumswohnungen, Tiefgarage und Umzäunung.
Dieser Teil des Friedhofs wird seit über 40 Jahren nicht mehr aktiv genutzt und hat sich über die Zeit zu einem ökologisch besonders wertvollen Ort, einem Wald, entwickelt. Bei einer Bebauung würde dieses einzigartige Biotop unweigerlich zerstört. Und das in einem Kiez, der bereits stark unter Umweltbelastung leidet und eine geringe Umweltgerechtigkeit aufweist (Umweltgerechtigkeitsatlas Berlin).
Wir als Initiative sind seit Sommer 2022 daher aktiv dabei, den Emmauswald vor der Abholzung und Bebauung zu schützen!
Mit Hilfe von vielen Menschen aus der Nachbarschaft haben wir die Neuköllner Politik (BVV) überzeugt, den Bebauungsplan auf dem Gelände nicht fortzusetzen. Alle demokratischen Parteien haben unserem Anliegen zugesprochen und die BUWOG aufgefordert, ihren Bebauungsplan zu überdenken.
Währenddessen wurde auf unsere Initiative hin eine neue Begutachtung der Fläche vorgenommen. Im Sommer 2023 stellten die Berliner Forsten offiziell fest: Bei dem Gelände handelt es sich um einen Wald nach Landeswaldgesetz. Und zwar um den größten Wald in Neukölln!
Nichtsdestotrotz hat der Berliner Senat das Bebauungsplan Verfahren an sich gezogen und plant weiterhin, den Emmauswald roden zu lassen. Wir stellen uns dagegen und sagen klar: Emmauswald bleibt!
Was macht den Wald so besonders?
Laut den Berliner Forsten ist der Bezirk Neukölln im Berliner Vergleich besonders arm an Waldfläche anzusehen. Mit dem Emmauswald hat sich der Neuköllner Waldbestand verdreifacht, und der Emmauswald ist die größte Waldfläche im Bezirk! Der Verlust des Emmauswaldes würde sich laut Berliner Forsten besonders negativ auf das Stadtklima auswirken.
Es wurden in einem Gutachten über 20 Vogelarten nachgewiesen u.a. streng geschützte Arten wie der Habicht. Seltene Insekten lieben diesen Ort, da hier Totholz und Laub liegen bleibt. Sträucher wachsen wild und bieten Tieren Schutzorte. Die Bodenqualität ist hervorragend und der Wald fungiert als Regenwasserspeicher.
Und auch für die Anwohner:innen ist er ein wichtiger Ort: Er bietet Schatten und fungiert als Frischluftschneise im Sommer, ist ein Ort der Begegnung und Ruheoase - und das alles in einem Kiez, der stark von Luftverschmutzung und Lärmbelästigung geprägt ist - und das alles in Zeiten einer Klimakrise.
Kurzum, der Emmauswald ist ein außerordentlich schützenswertes Biotop.
Was genau soll gebaut werden?
Auf dem ca. 3,9 Hektar großen Waldgelände sollen laut BUWOG Plänen ca. 440 Eigentumswohnungen entstehen.
Wenig spricht gegen selbst-genutzte Eigentumswohnungen. In Berlin werden allerdings nur etwa 17% aller Eigentumswohnungen selbst genutzt. Die restlichen 83% dienen als Geldanlage. Das bedeutet: Wohlhabende Menschen oder Institutionen versuchen möglichst viel Geld mit der Miete oder dem Verkauf der Wohnungen zu machen. Das nützt nicht dem Wohnungsmangel Problem.
Zudem gibt es freien Wohnraum im Kiez! Gegenüber vom Wald stehen zum aktuellen Stand jede Menge Wohnungen frei - aber eben zu Preisen, die sich niemand leisten kann. Und es gibt auch jede Menge freie Flächen, die man stattdessen bebauen könnte.
Auf der Brache neben dem Wald soll ein Sozialbau entstehen. Wir befürworten die Bebauung der Brache stark mit bezahlbaren Wohnraum! Der Wald soll dennoch erhalten bleiben.
Wo ist der Wald?
Der Wald ist Teil des ehem. Emmauskirchhof an der Hermannstraße und ist am besten über den Mariendorfer Weg oder den Carl-Weder Park erreichbar.
Was ist die Lösung?
Wir fordern die Berliner Politik auf, sich gegen die Bebauung des Emmauswaldes zu stellen und die Fläche endlich zu schützen.
Gleichwohl befürworten wir die Bebauung der Brache mit Sozialwohnungen.
Wir wollen als Anwohner:innen einbezogen werden, um gemeinsam bezahlbaren Wohnraum gerecht zu schaffen. Dafür sind wir für Gespräche bereit!
Wie kann man uns unterstützen?
Supportet unsere Initiative #emmauswaldbleibt
Petition: https://chng.it/zF4cpb8M7M
Instagram: emmauswald_bleibt
Twitter: EmmausWald_Bleibt
Homepage: https://emmauswald-bleibt.de/
Telegram-Gruppe: https://t.me/+Ze9FpWfUCNdjMDg6
Rückfragen unter: EmmausWald@outlook.de
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Detalliertere Infos:
Worum geht es uns?
Auf politischer Ebene wird seit über 10 Jahren über die Bebauung des westlichen Teils des Emmausfriedhofs diskutiert. Für die östlichen Teilflächen des Emmauskirchhofs, der Grundstücke Mariendorfer Weg 48 sowie Hermannstraße 133, hat das Bezirksamt Neukölln in seiner Sitzung am 20. April 2021 bereits beschlossen, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans XIV-286b einzustellen. Aktuell ist im Neuköllner Stadtentwicklungsamt der Bebauungsplan XIV-286a “Emmauskirchhof West” in Arbeit, welcher laut Prioritätenliste bald zur Abstimmung gebracht werden soll. Hier plant aktuell die BUWOG / VONOVIA ein Neubau-Areal mit 441 Wohnungseinheiten zum Eigentum. Dieser soll die Grundlage dafür bieten 3,9 Hektar denkmalgeschützten Friedhof mit über 80 “besonders wertvollen und prägenden” Bestandsbäumen1 zu roden. Laut Kartierung des Bezirks (Stand 2013) stehen auf dem Emmauskirchhof West 725 Bäume, wovon bereits 2013, 231 Bäume als erhaltenswert eingestuft wurden. Darunter sind 84 besonders wertvolle und prägende Bestandsbäume mit Stammumfängen >130 cm gelistet, unter denen sich Linden, Eichen, Ahorn und Kastanien befinden. Statt einem artenreichen Biotop mit seltenen Vogelarten wie dem Grünspecht und dem Mäusebussard, sollen hier Neubauten mit reinen Eigentumswohnungen und Tiefgarage entstehen.
Wir wollen mit Ihnen, den Entscheidungsträger:innen im Bezirk, dazu ins Gespräch kommen und unsere Anliegen in den Prozess einfließen lassen. Wir fordern dafür eine öffentliche Konsultation für den Bebauungsplan XIV-286a “Emmauskirchhof West” und ein direktes Gespräch mit den zuständigen Personen im Bezirksamt.
Warum wollen wir das?
Ökologische wie soziale Faktoren bringen uns dazu, diesen alten innerstädtischen Mischwaldbestand als extrem schützenswert zu erachten:
Biodiversität
Die großen Friedhofsflächen entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Wald samt dort brütenden Greifvögeln, alten Baumbeständen und anderen Tierarten. Laut Senatsverwaltung befinden sich am Standort “wertvoller Baumbestand, sowie streng geschützte Vogelarten, wie Grünspecht und Mäusebussard. Fledermäuse werden wegen der großen alten Bäume vermutet.” (...) Bereits Berlins alter Umweltstadtrat Bernward Eberenz warnte ausdrücklich davor, dieses einmalige, artenreiche und hoch entwickelte Biotop samt altem Baumbestand zu zerstören. Auf der brach gelegenen Friedhofsfläche hat sich zudem eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt, sowie ein stetiges Habitat für Vögel, Igel, Eichhörnchen, Füchse, Schnecken, Schmetterlinge und Insekten. Die darin vorzufindende Biotop-, Tier- und Pflanzenwelt würde auf 0 gesetzt werden - Eine Bebauung der Fläche würde dieses Biotop gänzlich zerstören.
Dies steht jedoch u.a. im Konflikt mit den Zielen der Zählgemeinschaftsverordnung ( 2021) von Neukölln: “Wir setzen den Kurs für den Erhalt ökologisch wichtiger Biotope fort und investieren in Biodiversität und Klimaanpassung” sowie “Der Anteil an Grün- und Freiflächen soll insbesondere im Norden des Bezirks erhöht werden”.
Klima
Die ökologischen Funktionen, die von diesem einmaligen, artenreichen Biotop ausgehen, sind kaum zu überschätzen und nicht zu ersetzen. Laut dem "Umweltatlas Berlin” ist der Emmaus Kirchhof “stadtklimatisch von Bedeutung”. Denn solche Flächen sind ebenso für Kalt- und Firschluftschneisen, Kaltluftentstehung und örtliche bzw. überörtliche Luftleitbahnen verantwortlich, welche im Kontext der Klimakrise und immer heißer werdender Sommer, immer dringender an Relevanz gewinnen: Im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel wird bereits jetzt deutlich, dass die Anzahl von Tropennächten und Hitzetagen in Berlin weiter zunehmen wird – und damit der urbane Hitzeinseleffekt. Gerade Nord-Neukölln ist stark davon betroffen, da hier eine große Versiegelungs- und Bevölkerungsdichte auf verhältnismäßig wenig Grünflächen trifft.
Sehr große, alte Baumbestände sind in Hinblick auf kommende Hitzewellen existentiell, denn neben anderen wichtigen Funktionen, die sie erfüllen - etwa als Lebensraum für die urbane Artenvielfalt - haben Stadtbäume die Fähigkeit, sowohl passiv als auch aktiv ihre Umgebung abzukühlen. Laut Senatsverwaltung wird der Boden “als besonders schutzwürdig eingestuft, die Regelfunktion für den Wasserhaushalt und gleichzeitig die Puffer- und Filterfunktion sind hoch zu bewerten. Flächen wie der Emmaus Kirchhof leisten einen wesentlichen Beitrag für die Grundwasserneubildungsrate und die Niederschlagsversickerung und tragen maßgeblich zur Erhöhung der Bodenfunktionen bei. Ebenso speichern Bäume in ihren Blättern, im Holz und in den Wurzeln im Boden CO2 und verlangsamen damit den Klimawandel. Durch ihr Wurzelwerk, befähigen sie Niederschläge dazu, in den Boden zu gelangen, anstatt bei Extremwetterereignissen weggespült zu werden, und stoppen starken Wind. Der Schutz des Emmaus Kirchhofs als Waldfläche ist daher ein wichtiger Schritt zu einem klima- angepassten und -resilienten Bezirk.
Dabei können Neupflanzungen niemals den Altbestand ersetzen: Je älter der Baum, desto größer seine Krone – und eine große Krone kann mehr Schatten und Kühle spenden und mehr CO2 aufnehmen. Wenn man die Bedeutung und Zukunftsaussichten von Bäumen betrachtet, müssen vitale Bäume schon ab einem Alter von 40 Jahren als besonders schützenswert gelten, heißt es in dem Abschlussbericht des Forschungsprojekts Stadtbäume im Klimawandel (SiK) der Universität Hamburg. Diese Bäume haben bereits ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis gestellt und besitzen das Potenzial, zunehmende Probleme mit Baumkrankheiten, Baumschädlingen, Schadstoffen und den sich abzeichnenden Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Das Gebiet ist zudem gesundheitsrelevant, da Wälder Luftschadstoffe der umliegenden Straßen reduzieren, eine Kaltluftschneise in immer heißer werdenden Sommern darstellen, die Lärmbelästigung mindern und nachweislich zu mehr Lebensqualität durch Wohlbefinden fördern.
Eine Bebauung hat unvermeidlich negativen Einfluss auf die biotische Qualität und würde die binnenklimatisch günstige Wirkung auf die umliegenden Kieze reduzieren. Das wird auch im Bericht an das Bezirksamt Neukölln festgehalten. Der Schutz des Emmaus Kirchhofs als Waldfläche würde somit zentral zu einigen Zielen der Zählgemeinschaftsverordnung (2021) in Neukölln beitragen, so u.a. zum Ziel:“ zur Umsetzung eines klimaneutralen Berlins mit einem klimaneutralen Bezirk beizutragen.”
Umweltgerechtigkeit
Jeder Berliner hat das Anrecht auf 6 Quadratmeter wohnortnahe Grünfläche - in Nord-Neukölln sind es derzeit weniger. Durch Zuzug und laufende Nachverdichtungen und Neubautätigkeiten ist die Tendenz weiter fallend. In einem Bezirk in dem pro PKW mehr Stellplatzfläche (9,2m2) bereitgestellt wird als Grünfläche pro Einwohner:in (6,4m2)4, fragen wir uns, ob nicht eher über die Umgestaltung von Straßen, als über die Reduktion von Grünflächen nachgedacht werden sollte.
Dieser Gegend würde durch die Rodung dieses Waldes ein grundlegendes Element urbaner Lebensqualität verloren gehen. Dieser Wald samt unversiegeltem Boden, hat eine hohe Bedeutung für das Klima, sowohl lokal als auch gesamtstädtisch, für die Erholung der Bevölkerung, für die Identifizierung der Bewohner:innen mit ihrem Stadtteil, als Refugium für Tiere, Pflanzen, Biotope und für den gesamtstädtischen Biotopverbund. Alte Friedhöfe wie dieser sind als innerstädtische Grünflächen für die stille Erholung, als Kaltluftentstehungsgebiete sowie als Naturoasen extrem wichtig.
Die direkte Umgebung des Emmaus Kirchhofs wird laut Umweltgerechtigkeitsatlas (2021/22) bereits als extrem belastet eingestuft. Der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Klinik sowie am Mariendorfer Weg verändert bereits jetzt durch die über 600 neuen Wohneinheiten merklich den Nutzungsdruck auf die bestehenden Frei- und Grünflächen im Park über der A100. Der viel frequentierte Verbindungsweg zwischen dem Mariendorfer Weg und dem an der Ellricher Straße beginnenden Kiez würde durch die Bebauung wegfallen. Bisher haben die umliegenden Kindertagesstätten den Wald als Lernort genutzt, um Stadtkindern die Natur und damit deren Schutz näher zu bringen.
Aufgrund des großen Verlustes an Vegetationsflächen kann im Planungsgebiet kein vollständiger Ausgleich der Eingriffe in dieses Schutzgut hergestellt werden. Der Verlust an Baumbestand ist ebenfalls trotz umfangreicher Festsetzungen zur Erhaltung der Bäume so hoch, dass innerhalb des Geltungsbereiches ein vollständiger Ausgleich des Eingriffs nicht möglich sein wird. Die Naturhaushaltswirksamkeit des Bodens wird sich aufgrund des hohen Anteils an Neuversiegelung verschlechtern, die entstehenden Eingriffe lassen sich nicht innerhalb des Geltungsbereiches kompensieren. Die stadtklimatische Funktion der Fläche wird sich ebenfalls verschlechtern. Das Orts- und Landschaftsbild wird vollständig verändert.
Die Auswirkungen und die zu erwartenden negativen Folgen für Natur und Landschaft sind bezogen auf die Schutzgüter Boden, Naturnähe des Wasserhaushalts, stadtklimatische Funktionen sowie den Biotopverbund trotz der im Geltungsbereich geplanten Festsetzungen zur Kompensation des Eingriffs gravierend. Weitere geeignete, für eine Vollkompensation erforderliche Flächen für Maßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen stehen gemäß “Mitteilung der Abteilung Umwelt und Natur des Bezirksamts Neukölln” vom 07.08.2018 nicht zur Verfügung.
Die Bebauung würde ebenso dem Ziel der Zählgemeinschaftsvereinbarung (2021) für Neukölln in Konkurrenz stehen: “Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass bei Bauvorhaben angemessene Ausgleichsmaßnahmen möglichst ortsnah stattfinden und Potenzialflächen für Wohnungsbau darauf geprüft werden, dass Grün- und Naturbereiche erhalten werden, um Biotope und Erholungsräume zu berücksichtigen.”
Soziales
Berlin braucht bezahlbaren Wohnraum, das steht außer Frage. Allerdings sind auf der Waldfläche des Emmaus Kirchhofs keine sozialen Wohneinheiten geplant: Laut Vorstellung der BUWOG / Vonovia (von 2017) sollen hier 440 Eigentumswohnungen entstehen. Außerdem eine Tiefgarage und eine private, eingezäunte Parkanlage:
Laut BUWOG ist auf dem Gelände kein bezahlbarer Wohnraum oder Gewerbe sowie keine soziale Infrastruktur o.ä. geplant. Auch dies steht in Konflikt mit den Vereinbarungen der Zählgemeinschaft (2021) für Neukölln: “Wo immer möglich, sollen Eigentümer*innen verpflichtet werden, anteilig auch bezahlbare Wohnungen zu errichten. Außerdem sollen Modelle entwickelt werden, um Flächen für soziale Infrastruktur, weitere soziale und kulturelle Nutzungen und bezahlbares Gewerbe zu sichern.”
Laut BUWOG wird ein deutlich großer Teil durch den Neubau versiegelt, außerdem ist der Bau von mindestens einer Tiefgarage geplant und eine eigens angelegte Straße durch die Wohnblöcke. Der Bau einer Tiefgarage kommt einer vollflächigen Versiegelung der Fläche gleich. Eine Substratschicht ermöglicht zwar die oberflächliche Versickerung von Wasser und die Neupflanzung von Bäumen, das Wachstum dieser Bäume ist allerdings stark eingeschränkt, wie in unmittelbarer Nähe des Emmausfriedhof, auf dem Dach der A100 zu beobachten ist. Die Zählgemeinschaft (2021) für Neukölln hatte sich jedoch einst darauf verständigt: “Wir gehen verantwortungsvoll und sparsam mit bebaubaren Flächen um, Flächenversiegelung wollen wir minimieren” sowie “Regenwasserversickerung, Dach- und Fassadenbegrünung, Artenschutz und Erhalt der Biodiversität müssen von Beginn an mitbedacht werden”.
Aus unserer Sicht ist eine Machbarkeitsstudie notwendig, um Potenzialflächen für Wohnungsneubau in der Umgebung über Gebietsgrenzen hinweg detailliert zu untersuchen und Alternativen für ökologischen und sozialen Wohnungsbau aufzuzeigen. Änderungen bestehender B-Pläne, Nutzung bereits versiegelter Flächen, Aufstockungen 1-geschossiger Gebäude und Mischnutzungen sollten dabei ausdrücklich mit in Betracht gezogen werden. So befinden sich in unmittelbarer Umgebung mehrere Autohändler und KFZ Werkstätten, die sich laut FNP auf Wohnungbauflächen befinden. Direkt hinter der Bezirksgrenze befindet sich zudem ein nahezu ungenutzter Parkplatz der Firma ASML, die direkt am Gebäude bereits mehr als 100 Stellplätze nachweisen kann.
Ausreichend direkte und öffentlich zugängliche Grünflächen müssen aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkte bei Neubauten Standard sein. Neubau darf keinen erhöhten Nutzungsdruck auf Naturflächen schaffen. Wir brauchen kreative, neue Lösungen. Die konventionellen Ansätze sind Teil des Problems.
Vision
In der Zählergemeinschaftsvereinbarung zwischen SPD und Grünen für Neukölln steht: “Wir unterstützen es, Orte wie die Urbanen Waldgärten als Erholungsorte für die gesamte Stadtgesellschaft zu öffnen und möchten bezirksweit neue Formen des gemeinschaftlichen Gärtnerns ermöglichen. Unser Ziel ist es, dass Räume bereitgestellt werden, um Kindern und Jugendlichen nach der Schule, am Wochenende und in den Ferien in allen Kiezen und Ortsteilen Neuköllns ein umfangreiches, vielfältiges und attraktives Angebot machen zu können.5” Wir als Initiative teilen diese Ansicht und haben eine Vision: Wir möchten ökologische Schutzfaktoren und soziale Faktoren zusammendenken und an diesem Ort ein Beispiel für ein resilientes, zukunftsfähiges Berlin schaffen. Der Wald wurde bis dato
verhältnismäßig wenig von Menschen genutzt, da es sich um ein abgesperrtes Areal und damit um weitgehend geschützte Grünflächen handelt. Wir sehen in dem Wald das Potential den langfristigen Nutzen, nämlich den der lebenswerten und klimawandel-resilienten Stadt, vor dem kurzfristigen Nutzen der Eigentumswohnungen, zu priorisieren und damit in der Klimakrise das Richtige zu tun und zukünftigen Generationen eine atembare Stadtluft und lebenswerte Welt zu schenken.
Dieser Wald könnte ein Pilotprojekt werden, um Waldgarten und Lernort zusammenzubringen. Wir stellen uns ein offenes Naturklassenzimmer für die umliegenden Kindertagesstätten vor, in welchem Stadtkinder gesunden Boden samt Regenwürmern anfassen und erleben können. Klimaschutz fängt bei den Kleinsten unserer Gesellschaft an - wenn Kinder Natur hautnah erleben können und vermittelt bekommen, welche Funktionen der Wald hat und wie er uns schützt, ist der erste Samen gesät, um eben diesen zu schützen und damit das zu schützen, was uns schützt. Ein Aussichtsturm kann einen Einblick in die Baumwipfel schenken und erklären, welche Tiere wo im Wald leben und wieso andere Wesen schützenswert sind. Wildblumenwiesen könnten gepflanzt werden, um dem Insektensterben entgegenzutreten. Hochbeete, Gewächshäuser, ein Waldgarten und ein Lernort in Form eines Waldcafés könnten entstehen. In Zeiten von Corona sind Orte, an denen Menschen draußen sozialisieren können, immer relevanter. Alle Bäume sollen dabei erhalten bleiben und der Ort für die Nachbarschaft geöffnet werden - das ist unsere Vision.
Wir als Initiative “Emmauswald bleibt” fordern aus diesem Grund eine öffentliche Diskussion über die Entwicklung des Bebauungsplans XIV-286a. Am Ort des Geschehens soll während des B-Plan-Verfahrens in regelmäßigen Abständen über die geplanten Veränderungen informiert und Anwohner:innen an dem Verfahren beteiligt werden.
Wir hoffen auf Ihre baldige Rückmeldung und bitten um eine Stellungnahme zu unseren Forderungen bis spätestens zum 12. Januar sowie einen Terminvorschlag zu einem zeitnahen Gespräch. Für Rückfragen sind wir zu erreichen unter: EmmausWald@outlook.de
Vielen Dank,
die Initiative “Emmauswald bleibt”.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition wenn Sie sich dies ebenso wünschen!

21.308
Das Problem
Seit mehreren Jahren setzten wir (Initiative EmmauswaldBleibt) uns nun intensiv für den Erhalt des alten Stadtwalds „Emmauswald“ und den größten Wald in Neukölln ein. Er beheimatet Jahrhunderte alte große Bäume und seltene Tierarten, wie den Habicht. Dieser soll mit teuren Eigentumswohnungen von Buwog/Vonovia bebaut werden.
Nachdem wir auf der Bezirksebene, nach vielen Gesprächen mit Parteien, Erfolg hatten (der Bebauungsplan wurde abgelehnt) und die Berliner Forsten den Friedhof offiziel als Wald deklariert haben, wurde das Bebauungsplanverfahren seitens des Senates im Eilverfahren an sich gezogen!
Es ist eigentlich Sache des Bezirks, bezirksinterne Angelegenheiten zu klären (die Planungshoheit ist im Grundgesetz festgelegt!) - daher fragen wir uns, ist das verfassungsgemäß? Werden hier Wald (Klima-Umwelt-Naturschutz) und Kapitalanlagen (vermeintlicher dringend benötigter Wohnraum) gegeneinander ausgespielt? Lösen diese Wohnungen wirklich das Wohnungsnotproblem in Berlin-Neukölln? Führt diese Bebauung nicht viel eher zu Preissteigerungen und Verdrängungen im Kiez? Wäre es 2025 inmitten einer Klima- und Biodiversitätskrise nicht viel mehr an der Zeit ein politisches Zeichen zu setzen? Sind über 16.000 Unterschriften der Bürger:innen in der Petition den Politiker:innen auf Senatsebene egal?
Die Partei der Linken und die Partei der Grünen forderten bereits in 2 offiziellen Anträgen, die Planungszuständigkeit an den Bezirk zurückzugeben und/oder einzustellen! Vergebens.
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For several years now, we (the EmmauswaldBleibt Initiative) have been actively advocating for the preservation of the old city forest "Emmauswald," the largest forest in Neukölln. It is home to centuries-old, large trees and rare animal species, such as the hawk. This forest is at risk of being developed into expensive private apartments by Buwog/Vonovia.
After many discussions with political parties, we achieved success at the district level: the development plan was rejected, and the Berlin Forestry Authority officially declared the cemetery as a forest. However, the Senate has now taken over the planning process in an expedited procedure!
Decisions regarding district matters are typically the responsibility of the district itself (as guaranteed by the German Constitution’s planning authority). This raises the question: is this even constitutional? Is the forest (climate, environmental, and nature conservation) being pitted against financial investments (supposedly much-needed housing)? Do these apartments really address the housing shortage in Berlin-Neukölln? Or will this development lead to price increases and displacement in the neighborhood instead? In 2025, amidst a climate and biodiversity crisis, isn’t it time to set a political precedent? Are over 16,000 citizen signatures on the petition being ignored by Senate-level politicians?
The Left Party (Die Linke) and the Green Party (Die Grünen) have already made two formal motions to return planning authority to the district and/or suspend the process. To no avail.
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"Der Verlust dieser Waldfläche würde sich daher voraussichtlich besonders negativ auf das Stadtklima auswirken." BERLINER FORSTEN
Der größte Wald Neuköllns - der Emmauswald - soll gerodet werden, damit die BUWOG (VONOVIA) dort teure Eigentumswohnungen bauen kann. Unsere Initiative setzt sich für den Erhalt des Ökosystems ein, weil seine Funktionen für das gesamtstädtische Klima unersetzbar sind und teure Eigentumswohnungen das Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen. Unterstützt uns und helft uns, den Emmauswald zu retten!
Was genau ist bisher passiert? Auf politischer Ebene wird seit über 10 Jahren über die Bebauung des des Emmausfriedhofs in Neukölln diskutiert. Während ein Teil des Friedhofs noch in Nutzung ist, gehört die andere Seite seit ca. 2016 der BUWOG, einer VONOVIA Tochtergesellschaft. Diese plant auf dem Waldgelände ein Neubau-Areal mit ca. 440 Eigentumswohnungen, Tiefgarage und Umzäunung.
Dieser Teil des Friedhofs wird seit über 40 Jahren nicht mehr aktiv genutzt und hat sich über die Zeit zu einem ökologisch besonders wertvollen Ort, einem Wald, entwickelt. Bei einer Bebauung würde dieses einzigartige Biotop unweigerlich zerstört. Und das in einem Kiez, der bereits stark unter Umweltbelastung leidet und eine geringe Umweltgerechtigkeit aufweist (Umweltgerechtigkeitsatlas Berlin).
Wir als Initiative sind seit Sommer 2022 daher aktiv dabei, den Emmauswald vor der Abholzung und Bebauung zu schützen!
Mit Hilfe von vielen Menschen aus der Nachbarschaft haben wir die Neuköllner Politik (BVV) überzeugt, den Bebauungsplan auf dem Gelände nicht fortzusetzen. Alle demokratischen Parteien haben unserem Anliegen zugesprochen und die BUWOG aufgefordert, ihren Bebauungsplan zu überdenken.
Währenddessen wurde auf unsere Initiative hin eine neue Begutachtung der Fläche vorgenommen. Im Sommer 2023 stellten die Berliner Forsten offiziell fest: Bei dem Gelände handelt es sich um einen Wald nach Landeswaldgesetz. Und zwar um den größten Wald in Neukölln!
Nichtsdestotrotz hat der Berliner Senat das Bebauungsplan Verfahren an sich gezogen und plant weiterhin, den Emmauswald roden zu lassen. Wir stellen uns dagegen und sagen klar: Emmauswald bleibt!
Was macht den Wald so besonders?
Laut den Berliner Forsten ist der Bezirk Neukölln im Berliner Vergleich besonders arm an Waldfläche anzusehen. Mit dem Emmauswald hat sich der Neuköllner Waldbestand verdreifacht, und der Emmauswald ist die größte Waldfläche im Bezirk! Der Verlust des Emmauswaldes würde sich laut Berliner Forsten besonders negativ auf das Stadtklima auswirken.
Es wurden in einem Gutachten über 20 Vogelarten nachgewiesen u.a. streng geschützte Arten wie der Habicht. Seltene Insekten lieben diesen Ort, da hier Totholz und Laub liegen bleibt. Sträucher wachsen wild und bieten Tieren Schutzorte. Die Bodenqualität ist hervorragend und der Wald fungiert als Regenwasserspeicher.
Und auch für die Anwohner:innen ist er ein wichtiger Ort: Er bietet Schatten und fungiert als Frischluftschneise im Sommer, ist ein Ort der Begegnung und Ruheoase - und das alles in einem Kiez, der stark von Luftverschmutzung und Lärmbelästigung geprägt ist - und das alles in Zeiten einer Klimakrise.
Kurzum, der Emmauswald ist ein außerordentlich schützenswertes Biotop.
Was genau soll gebaut werden?
Auf dem ca. 3,9 Hektar großen Waldgelände sollen laut BUWOG Plänen ca. 440 Eigentumswohnungen entstehen.
Wenig spricht gegen selbst-genutzte Eigentumswohnungen. In Berlin werden allerdings nur etwa 17% aller Eigentumswohnungen selbst genutzt. Die restlichen 83% dienen als Geldanlage. Das bedeutet: Wohlhabende Menschen oder Institutionen versuchen möglichst viel Geld mit der Miete oder dem Verkauf der Wohnungen zu machen. Das nützt nicht dem Wohnungsmangel Problem.
Zudem gibt es freien Wohnraum im Kiez! Gegenüber vom Wald stehen zum aktuellen Stand jede Menge Wohnungen frei - aber eben zu Preisen, die sich niemand leisten kann. Und es gibt auch jede Menge freie Flächen, die man stattdessen bebauen könnte.
Auf der Brache neben dem Wald soll ein Sozialbau entstehen. Wir befürworten die Bebauung der Brache stark mit bezahlbaren Wohnraum! Der Wald soll dennoch erhalten bleiben.
Wo ist der Wald?
Der Wald ist Teil des ehem. Emmauskirchhof an der Hermannstraße und ist am besten über den Mariendorfer Weg oder den Carl-Weder Park erreichbar.
Was ist die Lösung?
Wir fordern die Berliner Politik auf, sich gegen die Bebauung des Emmauswaldes zu stellen und die Fläche endlich zu schützen.
Gleichwohl befürworten wir die Bebauung der Brache mit Sozialwohnungen.
Wir wollen als Anwohner:innen einbezogen werden, um gemeinsam bezahlbaren Wohnraum gerecht zu schaffen. Dafür sind wir für Gespräche bereit!
Wie kann man uns unterstützen?
Supportet unsere Initiative #emmauswaldbleibt
Petition: https://chng.it/zF4cpb8M7M
Instagram: emmauswald_bleibt
Twitter: EmmausWald_Bleibt
Homepage: https://emmauswald-bleibt.de/
Telegram-Gruppe: https://t.me/+Ze9FpWfUCNdjMDg6
Rückfragen unter: EmmausWald@outlook.de
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Detalliertere Infos:
Worum geht es uns?
Auf politischer Ebene wird seit über 10 Jahren über die Bebauung des westlichen Teils des Emmausfriedhofs diskutiert. Für die östlichen Teilflächen des Emmauskirchhofs, der Grundstücke Mariendorfer Weg 48 sowie Hermannstraße 133, hat das Bezirksamt Neukölln in seiner Sitzung am 20. April 2021 bereits beschlossen, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans XIV-286b einzustellen. Aktuell ist im Neuköllner Stadtentwicklungsamt der Bebauungsplan XIV-286a “Emmauskirchhof West” in Arbeit, welcher laut Prioritätenliste bald zur Abstimmung gebracht werden soll. Hier plant aktuell die BUWOG / VONOVIA ein Neubau-Areal mit 441 Wohnungseinheiten zum Eigentum. Dieser soll die Grundlage dafür bieten 3,9 Hektar denkmalgeschützten Friedhof mit über 80 “besonders wertvollen und prägenden” Bestandsbäumen1 zu roden. Laut Kartierung des Bezirks (Stand 2013) stehen auf dem Emmauskirchhof West 725 Bäume, wovon bereits 2013, 231 Bäume als erhaltenswert eingestuft wurden. Darunter sind 84 besonders wertvolle und prägende Bestandsbäume mit Stammumfängen >130 cm gelistet, unter denen sich Linden, Eichen, Ahorn und Kastanien befinden. Statt einem artenreichen Biotop mit seltenen Vogelarten wie dem Grünspecht und dem Mäusebussard, sollen hier Neubauten mit reinen Eigentumswohnungen und Tiefgarage entstehen.
Wir wollen mit Ihnen, den Entscheidungsträger:innen im Bezirk, dazu ins Gespräch kommen und unsere Anliegen in den Prozess einfließen lassen. Wir fordern dafür eine öffentliche Konsultation für den Bebauungsplan XIV-286a “Emmauskirchhof West” und ein direktes Gespräch mit den zuständigen Personen im Bezirksamt.
Warum wollen wir das?
Ökologische wie soziale Faktoren bringen uns dazu, diesen alten innerstädtischen Mischwaldbestand als extrem schützenswert zu erachten:
Biodiversität
Die großen Friedhofsflächen entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Wald samt dort brütenden Greifvögeln, alten Baumbeständen und anderen Tierarten. Laut Senatsverwaltung befinden sich am Standort “wertvoller Baumbestand, sowie streng geschützte Vogelarten, wie Grünspecht und Mäusebussard. Fledermäuse werden wegen der großen alten Bäume vermutet.” (...) Bereits Berlins alter Umweltstadtrat Bernward Eberenz warnte ausdrücklich davor, dieses einmalige, artenreiche und hoch entwickelte Biotop samt altem Baumbestand zu zerstören. Auf der brach gelegenen Friedhofsfläche hat sich zudem eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt, sowie ein stetiges Habitat für Vögel, Igel, Eichhörnchen, Füchse, Schnecken, Schmetterlinge und Insekten. Die darin vorzufindende Biotop-, Tier- und Pflanzenwelt würde auf 0 gesetzt werden - Eine Bebauung der Fläche würde dieses Biotop gänzlich zerstören.
Dies steht jedoch u.a. im Konflikt mit den Zielen der Zählgemeinschaftsverordnung ( 2021) von Neukölln: “Wir setzen den Kurs für den Erhalt ökologisch wichtiger Biotope fort und investieren in Biodiversität und Klimaanpassung” sowie “Der Anteil an Grün- und Freiflächen soll insbesondere im Norden des Bezirks erhöht werden”.
Klima
Die ökologischen Funktionen, die von diesem einmaligen, artenreichen Biotop ausgehen, sind kaum zu überschätzen und nicht zu ersetzen. Laut dem "Umweltatlas Berlin” ist der Emmaus Kirchhof “stadtklimatisch von Bedeutung”. Denn solche Flächen sind ebenso für Kalt- und Firschluftschneisen, Kaltluftentstehung und örtliche bzw. überörtliche Luftleitbahnen verantwortlich, welche im Kontext der Klimakrise und immer heißer werdender Sommer, immer dringender an Relevanz gewinnen: Im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel wird bereits jetzt deutlich, dass die Anzahl von Tropennächten und Hitzetagen in Berlin weiter zunehmen wird – und damit der urbane Hitzeinseleffekt. Gerade Nord-Neukölln ist stark davon betroffen, da hier eine große Versiegelungs- und Bevölkerungsdichte auf verhältnismäßig wenig Grünflächen trifft.
Sehr große, alte Baumbestände sind in Hinblick auf kommende Hitzewellen existentiell, denn neben anderen wichtigen Funktionen, die sie erfüllen - etwa als Lebensraum für die urbane Artenvielfalt - haben Stadtbäume die Fähigkeit, sowohl passiv als auch aktiv ihre Umgebung abzukühlen. Laut Senatsverwaltung wird der Boden “als besonders schutzwürdig eingestuft, die Regelfunktion für den Wasserhaushalt und gleichzeitig die Puffer- und Filterfunktion sind hoch zu bewerten. Flächen wie der Emmaus Kirchhof leisten einen wesentlichen Beitrag für die Grundwasserneubildungsrate und die Niederschlagsversickerung und tragen maßgeblich zur Erhöhung der Bodenfunktionen bei. Ebenso speichern Bäume in ihren Blättern, im Holz und in den Wurzeln im Boden CO2 und verlangsamen damit den Klimawandel. Durch ihr Wurzelwerk, befähigen sie Niederschläge dazu, in den Boden zu gelangen, anstatt bei Extremwetterereignissen weggespült zu werden, und stoppen starken Wind. Der Schutz des Emmaus Kirchhofs als Waldfläche ist daher ein wichtiger Schritt zu einem klima- angepassten und -resilienten Bezirk.
Dabei können Neupflanzungen niemals den Altbestand ersetzen: Je älter der Baum, desto größer seine Krone – und eine große Krone kann mehr Schatten und Kühle spenden und mehr CO2 aufnehmen. Wenn man die Bedeutung und Zukunftsaussichten von Bäumen betrachtet, müssen vitale Bäume schon ab einem Alter von 40 Jahren als besonders schützenswert gelten, heißt es in dem Abschlussbericht des Forschungsprojekts Stadtbäume im Klimawandel (SiK) der Universität Hamburg. Diese Bäume haben bereits ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis gestellt und besitzen das Potenzial, zunehmende Probleme mit Baumkrankheiten, Baumschädlingen, Schadstoffen und den sich abzeichnenden Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Das Gebiet ist zudem gesundheitsrelevant, da Wälder Luftschadstoffe der umliegenden Straßen reduzieren, eine Kaltluftschneise in immer heißer werdenden Sommern darstellen, die Lärmbelästigung mindern und nachweislich zu mehr Lebensqualität durch Wohlbefinden fördern.
Eine Bebauung hat unvermeidlich negativen Einfluss auf die biotische Qualität und würde die binnenklimatisch günstige Wirkung auf die umliegenden Kieze reduzieren. Das wird auch im Bericht an das Bezirksamt Neukölln festgehalten. Der Schutz des Emmaus Kirchhofs als Waldfläche würde somit zentral zu einigen Zielen der Zählgemeinschaftsverordnung (2021) in Neukölln beitragen, so u.a. zum Ziel:“ zur Umsetzung eines klimaneutralen Berlins mit einem klimaneutralen Bezirk beizutragen.”
Umweltgerechtigkeit
Jeder Berliner hat das Anrecht auf 6 Quadratmeter wohnortnahe Grünfläche - in Nord-Neukölln sind es derzeit weniger. Durch Zuzug und laufende Nachverdichtungen und Neubautätigkeiten ist die Tendenz weiter fallend. In einem Bezirk in dem pro PKW mehr Stellplatzfläche (9,2m2) bereitgestellt wird als Grünfläche pro Einwohner:in (6,4m2)4, fragen wir uns, ob nicht eher über die Umgestaltung von Straßen, als über die Reduktion von Grünflächen nachgedacht werden sollte.
Dieser Gegend würde durch die Rodung dieses Waldes ein grundlegendes Element urbaner Lebensqualität verloren gehen. Dieser Wald samt unversiegeltem Boden, hat eine hohe Bedeutung für das Klima, sowohl lokal als auch gesamtstädtisch, für die Erholung der Bevölkerung, für die Identifizierung der Bewohner:innen mit ihrem Stadtteil, als Refugium für Tiere, Pflanzen, Biotope und für den gesamtstädtischen Biotopverbund. Alte Friedhöfe wie dieser sind als innerstädtische Grünflächen für die stille Erholung, als Kaltluftentstehungsgebiete sowie als Naturoasen extrem wichtig.
Die direkte Umgebung des Emmaus Kirchhofs wird laut Umweltgerechtigkeitsatlas (2021/22) bereits als extrem belastet eingestuft. Der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Klinik sowie am Mariendorfer Weg verändert bereits jetzt durch die über 600 neuen Wohneinheiten merklich den Nutzungsdruck auf die bestehenden Frei- und Grünflächen im Park über der A100. Der viel frequentierte Verbindungsweg zwischen dem Mariendorfer Weg und dem an der Ellricher Straße beginnenden Kiez würde durch die Bebauung wegfallen. Bisher haben die umliegenden Kindertagesstätten den Wald als Lernort genutzt, um Stadtkindern die Natur und damit deren Schutz näher zu bringen.
Aufgrund des großen Verlustes an Vegetationsflächen kann im Planungsgebiet kein vollständiger Ausgleich der Eingriffe in dieses Schutzgut hergestellt werden. Der Verlust an Baumbestand ist ebenfalls trotz umfangreicher Festsetzungen zur Erhaltung der Bäume so hoch, dass innerhalb des Geltungsbereiches ein vollständiger Ausgleich des Eingriffs nicht möglich sein wird. Die Naturhaushaltswirksamkeit des Bodens wird sich aufgrund des hohen Anteils an Neuversiegelung verschlechtern, die entstehenden Eingriffe lassen sich nicht innerhalb des Geltungsbereiches kompensieren. Die stadtklimatische Funktion der Fläche wird sich ebenfalls verschlechtern. Das Orts- und Landschaftsbild wird vollständig verändert.
Die Auswirkungen und die zu erwartenden negativen Folgen für Natur und Landschaft sind bezogen auf die Schutzgüter Boden, Naturnähe des Wasserhaushalts, stadtklimatische Funktionen sowie den Biotopverbund trotz der im Geltungsbereich geplanten Festsetzungen zur Kompensation des Eingriffs gravierend. Weitere geeignete, für eine Vollkompensation erforderliche Flächen für Maßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen stehen gemäß “Mitteilung der Abteilung Umwelt und Natur des Bezirksamts Neukölln” vom 07.08.2018 nicht zur Verfügung.
Die Bebauung würde ebenso dem Ziel der Zählgemeinschaftsvereinbarung (2021) für Neukölln in Konkurrenz stehen: “Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass bei Bauvorhaben angemessene Ausgleichsmaßnahmen möglichst ortsnah stattfinden und Potenzialflächen für Wohnungsbau darauf geprüft werden, dass Grün- und Naturbereiche erhalten werden, um Biotope und Erholungsräume zu berücksichtigen.”
Soziales
Berlin braucht bezahlbaren Wohnraum, das steht außer Frage. Allerdings sind auf der Waldfläche des Emmaus Kirchhofs keine sozialen Wohneinheiten geplant: Laut Vorstellung der BUWOG / Vonovia (von 2017) sollen hier 440 Eigentumswohnungen entstehen. Außerdem eine Tiefgarage und eine private, eingezäunte Parkanlage:
Laut BUWOG ist auf dem Gelände kein bezahlbarer Wohnraum oder Gewerbe sowie keine soziale Infrastruktur o.ä. geplant. Auch dies steht in Konflikt mit den Vereinbarungen der Zählgemeinschaft (2021) für Neukölln: “Wo immer möglich, sollen Eigentümer*innen verpflichtet werden, anteilig auch bezahlbare Wohnungen zu errichten. Außerdem sollen Modelle entwickelt werden, um Flächen für soziale Infrastruktur, weitere soziale und kulturelle Nutzungen und bezahlbares Gewerbe zu sichern.”
Laut BUWOG wird ein deutlich großer Teil durch den Neubau versiegelt, außerdem ist der Bau von mindestens einer Tiefgarage geplant und eine eigens angelegte Straße durch die Wohnblöcke. Der Bau einer Tiefgarage kommt einer vollflächigen Versiegelung der Fläche gleich. Eine Substratschicht ermöglicht zwar die oberflächliche Versickerung von Wasser und die Neupflanzung von Bäumen, das Wachstum dieser Bäume ist allerdings stark eingeschränkt, wie in unmittelbarer Nähe des Emmausfriedhof, auf dem Dach der A100 zu beobachten ist. Die Zählgemeinschaft (2021) für Neukölln hatte sich jedoch einst darauf verständigt: “Wir gehen verantwortungsvoll und sparsam mit bebaubaren Flächen um, Flächenversiegelung wollen wir minimieren” sowie “Regenwasserversickerung, Dach- und Fassadenbegrünung, Artenschutz und Erhalt der Biodiversität müssen von Beginn an mitbedacht werden”.
Aus unserer Sicht ist eine Machbarkeitsstudie notwendig, um Potenzialflächen für Wohnungsneubau in der Umgebung über Gebietsgrenzen hinweg detailliert zu untersuchen und Alternativen für ökologischen und sozialen Wohnungsbau aufzuzeigen. Änderungen bestehender B-Pläne, Nutzung bereits versiegelter Flächen, Aufstockungen 1-geschossiger Gebäude und Mischnutzungen sollten dabei ausdrücklich mit in Betracht gezogen werden. So befinden sich in unmittelbarer Umgebung mehrere Autohändler und KFZ Werkstätten, die sich laut FNP auf Wohnungbauflächen befinden. Direkt hinter der Bezirksgrenze befindet sich zudem ein nahezu ungenutzter Parkplatz der Firma ASML, die direkt am Gebäude bereits mehr als 100 Stellplätze nachweisen kann.
Ausreichend direkte und öffentlich zugängliche Grünflächen müssen aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkte bei Neubauten Standard sein. Neubau darf keinen erhöhten Nutzungsdruck auf Naturflächen schaffen. Wir brauchen kreative, neue Lösungen. Die konventionellen Ansätze sind Teil des Problems.
Vision
In der Zählergemeinschaftsvereinbarung zwischen SPD und Grünen für Neukölln steht: “Wir unterstützen es, Orte wie die Urbanen Waldgärten als Erholungsorte für die gesamte Stadtgesellschaft zu öffnen und möchten bezirksweit neue Formen des gemeinschaftlichen Gärtnerns ermöglichen. Unser Ziel ist es, dass Räume bereitgestellt werden, um Kindern und Jugendlichen nach der Schule, am Wochenende und in den Ferien in allen Kiezen und Ortsteilen Neuköllns ein umfangreiches, vielfältiges und attraktives Angebot machen zu können.5” Wir als Initiative teilen diese Ansicht und haben eine Vision: Wir möchten ökologische Schutzfaktoren und soziale Faktoren zusammendenken und an diesem Ort ein Beispiel für ein resilientes, zukunftsfähiges Berlin schaffen. Der Wald wurde bis dato
verhältnismäßig wenig von Menschen genutzt, da es sich um ein abgesperrtes Areal und damit um weitgehend geschützte Grünflächen handelt. Wir sehen in dem Wald das Potential den langfristigen Nutzen, nämlich den der lebenswerten und klimawandel-resilienten Stadt, vor dem kurzfristigen Nutzen der Eigentumswohnungen, zu priorisieren und damit in der Klimakrise das Richtige zu tun und zukünftigen Generationen eine atembare Stadtluft und lebenswerte Welt zu schenken.
Dieser Wald könnte ein Pilotprojekt werden, um Waldgarten und Lernort zusammenzubringen. Wir stellen uns ein offenes Naturklassenzimmer für die umliegenden Kindertagesstätten vor, in welchem Stadtkinder gesunden Boden samt Regenwürmern anfassen und erleben können. Klimaschutz fängt bei den Kleinsten unserer Gesellschaft an - wenn Kinder Natur hautnah erleben können und vermittelt bekommen, welche Funktionen der Wald hat und wie er uns schützt, ist der erste Samen gesät, um eben diesen zu schützen und damit das zu schützen, was uns schützt. Ein Aussichtsturm kann einen Einblick in die Baumwipfel schenken und erklären, welche Tiere wo im Wald leben und wieso andere Wesen schützenswert sind. Wildblumenwiesen könnten gepflanzt werden, um dem Insektensterben entgegenzutreten. Hochbeete, Gewächshäuser, ein Waldgarten und ein Lernort in Form eines Waldcafés könnten entstehen. In Zeiten von Corona sind Orte, an denen Menschen draußen sozialisieren können, immer relevanter. Alle Bäume sollen dabei erhalten bleiben und der Ort für die Nachbarschaft geöffnet werden - das ist unsere Vision.
Wir als Initiative “Emmauswald bleibt” fordern aus diesem Grund eine öffentliche Diskussion über die Entwicklung des Bebauungsplans XIV-286a. Am Ort des Geschehens soll während des B-Plan-Verfahrens in regelmäßigen Abständen über die geplanten Veränderungen informiert und Anwohner:innen an dem Verfahren beteiligt werden.
Wir hoffen auf Ihre baldige Rückmeldung und bitten um eine Stellungnahme zu unseren Forderungen bis spätestens zum 12. Januar sowie einen Terminvorschlag zu einem zeitnahen Gespräch. Für Rückfragen sind wir zu erreichen unter: EmmausWald@outlook.de
Vielen Dank,
die Initiative “Emmauswald bleibt”.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition wenn Sie sich dies ebenso wünschen!

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Die Entscheidungsträger*innen
Kommentare von Unterstützer*innen
Neuigkeiten zur Petition
Petition am 21. Juli 2022 erstellt