
Liebe Unterstützer*innen,
Ich freue mich, dass ich gestern eine sehr nette Unterhaltung mit der Schauspielerin und Kabarettistin Idil Nuna Bydar, bekannt als ‚Jilet Ayşe‘, hatte.
Idil unterstützt mit ihrer Unterschrift diese Petition.
Vorgestern konnten wir lesen das Idil Morddrohungen erhalten hat, das ging herum wie ein Lauffeuer und löste Empörung aus.
Der Grund für die wiederholten Drohungen ist eine typische Reaktion von „Rechten“, auf die sogenannte „Mölln Rede“.
In Gedenken an Ayşe Yılmaz, Yeliz und Bahide Arslan, die am 23. November 1992 in Mölln bei einem rassistischen Brandanschlag vorsätzlich und brutal ermordet wurden, werden die Überlebenden des Brandanschlages von Mölln 1992, Familie Arslan sowie İdil Baydar am 17. November 2019, die zentrale Rede der in Frankfurt ausgerichteten Gedenkveranstaltung halten.
Ich erinnere mich an Mölln sehr gut, aber meine Gedanken sind traurig, denn mit einem der Attentäter von Mölln war ich zusammen bei der Bundeswehr.
Wir waren auf dem Gut Lanken – Sachsenwald Kaserne, dort gehörten wie zur Panzerjägerkompanie 160.
Auf dem gesamten Kasernengelände tummelten sich unter den Soldaten einige Neonazis, aber niemand in der Kompanie hat sich dafür interessiert.
Michael P. (Mölln Attentäter) mit dem ich dort stationiert war, war stets bemüht seine rassistischen Äußerungen von sich zu geben und erntete viel Zuspruch, aber eben auch Ablehnung, wie von mir.
Auch heute noch haben wir handfeste Neonazis in der Bundeswehr und immer wenn ich dies mitbekomme, dann kommt in mir auch die Schreckenstat von Mölln hoch. Zur Ernennung von Annegret Kramp Karrenbauer zur Verteidigungsministerin bekam sie eine E-Mail von mir. Inhalt der Mail, diverse Screenshots von einem handfesten Neonazi der in einer führenden Position bei den Feldjägern agiert.
Bis heute keine Reaktion auf meine Mail. Meinen Recherchen nach ist der Neonazi auch weiter im Dienst.
Es in der Bundeswehr die Soldatinnen und Soldaten von den Parolen der rechten Parteien angetrieben, zumindest die, die dafür empfänglich sind.
Ein ranghoher Offizier wollte als AfD Mitglied erst kürzlich Oberbürgermeister werden.
Wir müssen als Bürger dieses Landes Zeichen setzen, überall.
Ich bin sehr froh das Idil sich so intensiv, nicht nur privat, sondern auch in ihrem Bühnenprogramm mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Migration befasst.
Und seit Bestehen der AfD kommen Morddrohungen inzwischen regelmäßig vor. Dass es nicht bei Drohungen bleibt, haben wir in Halle gesehen. die AfD, aber auch andere Parteien haben sehr stark dazu beigetragen, dass man heute ungeniert droht und auch Gewalt ausübt, denn sie Stachel die gewaltbereiten an.
Darum ist ein Verbot dieser Parteien unabdingbar.
Ein wichtiges Zeichen ist diese Petition, daher brauchen wir weiterhin sehr viele Unterschriften.
Übrigens teilte Idil der Presse mit:„Für mich ist klar, dass ich die Möllner Rede halten werde. Jetzt erst recht! Wir sind es den Opfern von rechtem Terror schuldig, jetzt nicht klein beizugeben.“
Herzliche Grüße
Uwe Schulze