Petition updateDigitale Zwangsnutzung stoppen – Recht auf analoge Zugänge sichern!Digitale Zwangsnutzung stoppen – Recht auf analoge Zugänge sichern!
Christina ZgollLippstadt, Germany
Jul 4, 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

ich glaube, dass das eigentliche Problem nicht die Digitalisierung selbst ist, sondern der schleichende Übergang vom Vertrauensprinzip zum Kontrollprinzip.

Früher wurden viele Angelegenheiten im persönlichen Gespräch erledigt. Ein Sachbearbeiter konnte Rückfragen stellen, Unstimmigkeiten erkennen und den Menschen vor sich beurteilen. Heute werden persönliche Kontakte immer häufiger durch digitale Verfahren ersetzt. Das spart zwar Zeit und Kosten, schafft aber gleichzeitig neue Probleme.

Je weniger persönlicher Kontakt stattfindet, desto mehr muss Vertrauen durch Technik ersetzt werden. Deshalb werden heute immer mehr Identitätsnachweise verlangt: Geburtsdatum, Kartennummer, E-Mail-Adresse, Ausweisnummer, TAN, Apps oder Video-Ident-Verfahren. Die Digitalisierung, die eigentlich Vereinfachung versprochen hat, erzeugt damit immer neue Sicherheitsstufen, weil digitale Systeme gleichzeitig neue Betrugsmöglichkeiten geschaffen haben.

Betrug ist zwar keine Erfindung der Digitalisierung – den gab es schon immer. Aber die Digitalisierung hat seine Dimension verändert. Identitätsdiebstahl, Phishing, Datenlecks, KI-gestützte Fälschungen und organisierte Cyberkriminalität wären ohne digitale Systeme in dieser Form gar nicht möglich. Die Reaktion darauf ist ein immer dichteres Netz aus Kontrollen und Datenerhebungen.

Das führt zu einem bemerkenswerten Widerspruch: Je digitaler unsere Gesellschaft wird, desto mehr Daten muss der ehrliche Bürger preisgeben, um überhaupt noch als der anerkannt zu werden, der er ist.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, über den kaum gesprochen wird. Digitalisierung verändert auch das Verhältnis zwischen Bürger und Staat. Wo früher persönliche Gespräche stattfanden, treten heute Portale, Apps und automatisierte Verfahren an ihre Stelle. Das kann Verwaltungsabläufe beschleunigen, ersetzt aber nicht das menschliche Urteilsvermögen. Gerade komplizierte oder außergewöhnliche Lebenssituationen lassen sich häufig nicht in digitale Formulare pressen.

Deshalb sollte Digitalisierung immer ein Angebot sein – niemals ein Zwang. Der technische Fortschritt muss dem Menschen dienen und nicht dazu führen, dass der Mensch sich den technischen Systemen anpassen muss.

Fortschritt misst sich nicht daran, wie viele Apps wir benutzen oder wie viele Formulare digital ausgefüllt werden können. Fortschritt misst sich daran, ob Technik den Menschen mehr Freiheit gibt oder ob sie ihn immer stärker kontrolliert.

Diese Frage sollten wir uns stellen, bevor wir Digitalisierung ausschließlich mit Effizienz gleichsetzen.

Herzlichen Dank für die bisherige Unterstützung zu dieser Petition und ich würde mich sehr freuen, wenn sich noch mehr Menschen anschließen würden.

Mit lieben Grüßen

Christina Zgoll

 

 

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