Vorkaufsrecht nutzen - Torf18 bleibt!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 500.


Unser Wohnhaus in der Torfstraße 18 im Berliner Wedding wurde verkauft: Über 100 Bewohner*innen und zwei Gewerbeeinheiten bangen um ihre Wohnungen und Gewerberäume.

Nun kämpfen wir für den Erhalt unserer bunt-gemischten Hausgemeinschaften! 

Wir Mieter*innen und Gewerbetreibende erhielten Anfang Oktober die Schreckensmeldung vom Bezirk: Das Gebäude wurde an die Investmentfirma Heimstaden / Skjerven-Gruppe verkauft, als Teil eines Pakets von insgesamt 130 Häusern, die für 800 Millionen Euro aufgekauft werden sollen. Unser Haus liegt im Millieuschutzgebiet Sparrplatz – der Bezirk Mitte von Berlin hat daher nun die Möglichkeit, anstelle von Heimstaden als Käufer einzutreten. Dazu fordern wir den Bezirk unverzüglich auf! 

Denn: Bei dem Käufer handelt es sich um einen Immobilieninvestor, der mit den hunderten aufgekauften Immobilien plant, Gentrifizierungsprozesse massiv voranzutreiben. In der Vergangenheit hat das Unternehmen bereits in der Charlottenburger Eisenzahnstraße Mietwohnungen in luxuriöse Mikroapartments umgebaut. Es ist klar, dass es sich bei der Firma Heimstaden um eine große Investmentgroup handelt, der es um Profit und nicht um den Erhalt bezahlbarer Wohnung geht.

Wir befürchten, zum Spekulationsobjekt der Investor*innen zu werden und durch entstehende Eigentumswohnungen und Mieterhöhungen aus unserem Zuhause ausziehen zu müssen. Auch uns droht nun das gleiche Schicksal, wie zahlreichen Hausgemeinschaften, Kleingewerbetreibenden und Einzelpersonen, die dem Ausverkauf, dem Mietenwahnsinn und Verdrängung bereits zum Opfer gefallen sind.

Dagegen wehren wir uns und treten ein für einen Erhalt der Kiezkultur, in der alteingesessene Berliner*innen auf Zugezogene, Studierende und Rentner*innen auf Berufstätige und auf Arbeitssuchende treffen. Denn wenn alle Häuser totsaniert wurden, wohin sollen wir dann noch ziehen? Deshalb solidarisieren wir uns ausdrücklich mit allen Häusern, die von dem Aufkauf durch Heimstaden betroffen sind.

Unser Appell an den Bezirksstadtrat Ephraim Gothe und an den Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel: Machen Sie Gebrauch vom Vorkaufsrecht!

Der nun vollzogene Verkauf droht, die berlinweite Verdrängung weiter zu eskalieren, was für viele Mitglieder*innen unserer Hausgemeinschaft existenzbedrohende Folgen haben würde! Die Nutzung des Vorkaufsrechts muss in diesen Zeiten des Mietenwahnsinns von der Stadtpolitik ein klares Zeichen sein: Moderne Wohnungspolitik darf nicht durch den Ausverkauf von Wohnraum an Kapitalinvestoren definiert werden!

Wir fordern: 

  • die Verwaltung des Bezirks Mitte von Berlin auf, Gebrauch vom Vorkaufsrecht zu machen!
  • die Übernahme unseres Kaufvertrages durch eine gemeinwohlorientierten Dritten, wie eine städtische Wohnungsbaugesellschaft oder Genossenschaft!
  • die Politiker*innen der Bezirksverordnetenversammlung und des Berliner Senats auf, sich für die nötigen Zuschüsse zum Kauf durch eine*n gemeinwohlorientierte*n Käufer*in einzusetzen!
  • den Baustadtrat Ephraim Gothe und den Senator für Finanzen Dr. Matthias Kollatz auf, eine Eigenkapitalzuführung aus den Mitteln der SIWANA-V-Töpfe zu ermöglichen.

Updates und weitere Infos zu uns und unserer Hausgemeinschaft auf: Instagram