Rettet das Grün vor unserer Haustür!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 2.500.


Die Natur ist nicht alles, aber ohne die Natur ist alles nichts. Wir Stadtmenschen brauchen die Natur, in Zeiten des Klimawandels mit immer heißeren und trockeneren Sommern mehr denn je. Und wir brauchen das Grün vor unserer Haustür, also in den Innenhöfen und Grünflächen rund um unsere Wohnungen.

Unterstützt uns dabei, das Grün vor unserer Haustür zu retten. Wir sind Naturliebhaber*innen, Umweltexpert*innen und Naturschützer*innen und wir haben uns zusammengefunden, um denen, die keine starke Lobby haben, eine Stimme zu geben: der Pflanzen- und Tierwelt, die unsere Umgebung lebenswert machen und uns gesund erhalten. 

Beruhigt vom Verkehrs- und Geschäftslärm der Stadt finden sich in grünen Hinterhöfen und großzügigen Grünflächen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften wertvolle Erholungs- und Rückzugsorte für die Bewohner*innen und gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Vögel und Insekten.

Diese Rückzugsorte sind jedoch durch falsche Pflege- und Reinigungsmaßnahmen bedroht. Durch Pflegeeinsätze, die hauptsächlich darauf ausgerichtet sind, die Grünflächen "ordentlich" zu halten, werden Rasenflächen, Stauden, Gehölze und Fassadenbegrünungen eher zerstört, als nachhaltig gepflegt.

In Zeiten des Insektensterbens und immer trockeneren und heißeren Sommern müssen die vorhandenen grünen Oasen unserer Stadt jedoch schonend und nachhaltig gepflegt werden, um sie zu erhalten.

Wir fordern daher: weg von Natur zerstörenden Reinigungsmaßnahmen der Grünflächen hin zu einer sachgemäßen, nachhaltigen und ökologischen Natur- und Grünflächenpflege!

Lösung bietet hier das „Handbuch Gute Pflege“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Dieses Buch enthält wesentliche Maßnahmen für eine nachhaltige und ökologische Natur- und Grünpflege. Wir fordern, dass das "Handbuch Gute Pflege" für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und für die öffentliche Hand verbindlicher Standard wird.

Konkret kritisieren wir: 

  • artenarme Rasenflächen, die mehrmals im Jahr gemäht werden, so dass keine Artenvielfalt entstehen kann
  • radikale Rückschnitte von Büschen und Hecken, so dass Schutzgehölze und Ruheplätze für Vögel vernichtet werden
  • die fehlende (Nach)Pflanzung von Bodendeckern und somit fehlenden Schutz vor Bodenerosion und fehlenden Winterschutz für Insekten
  • fehlende Blühflächen und somit fehlende Futterquellen für Insekten
  • für Sanierungen entfernte, nicht ersetzte Fassadenbegrünungen
  • artenarme Bepflanzungen mit vermeintlich pflegeleichten Ziergewächsen, die aufgrund fehlender Früchte oder Blüten für Vögel und Insekten nutzlos sind
  • den Einsatz von Laubbläsern, die gesundheitsschädliche Lärm- und Feinstaubemissionen verursachen und Insekten töten.

Wir fordern daher von den Verantwortlichen: 

  • Einsatz von Laubbläsern ausschließlich auf Grauflächen, also nur auf bereits versiegelten Flächen
  • auf allen unversiegelten Flächen soll Laub geharkt werden. Belassenes Laub in Hecken und unter Bäumen ist ein wichtiger Pflanzen- und Insektenschutz im Winter
  • extensive Mahd (nur zweimal im Jahr) in wenig frequentierten Bereichen sowie gezielte Aussaaten regionalen Saatguts für blühende, insektenfreundliche Wiesenflächen
  • Verzicht auf Pestizide und auf Düngung für eine höhere Artenvielfalt
  • Pflanzung insektenfreundlicher, standortangepasster Bäume, Sträucher und Fassadenbegrünungen
  • Schonender Rückschnitt von Sträuchern

Das Abgeordnetenhaus möge daher beschließen: Ökologisches und nachhaltiges Grünflächenmanagement gemäß des "Handbuchs Gute Pflege" wird verbindlicher Standard für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sowie für die öffentliche Hand.