Petition updateGesund trotz kranker Kassen? Für gerechte Arzthonorare!Tierschützer gibt es hier genug, wir brauchen mehr Menschenschützer!

Bodo UlrichStuttgart, Germany

Nov 19, 2017
Petitionen zum Thema Tierschutz bekommen regelmässig 50-100Tsd Unterschriften. Diese Petition handelt auch von einer aussterbenden Spezies, oder sind Ärzte in Deutschland weniger Schützenswert?
Das Titelbild zeigt den Ärzteprotest in Stuttgart am 19. Mai 2006.
Was bedeutet die Forderung nach gerechten Arzthonoraren?
In unserem reglementierten Gesundheitsmarkt lohnt sich ein Blick auf Nachbarländer.
Im offenen Markt bestimmt das Angebot die Nachfrage und die Nachfrage regelt das Angebot. In unserem überreglementierten System, in dem es außer Patienten und Ärzten auch noch große Player wie Krankenkassen, Privatversicherer, Pharmaindustrie und zahlreiche Medizindienstleister und Lieferanten gibt, wird dem Arzt immer mehr der Geldhahn abgedreht, während die anderen Player immer mehr vom Kuchen beanspruchen.
Das Milliardengrab...ich zitiere meinen Kollegen Thomas Weber:
„eCard und der eHealth-Wahnsinn sind gigantische Geldvernichtungsmaschinen. Und verdienen tun daran die "üblichen Verdächtigen", die heutzutage mehr an der Medizin verdienen, als früher mit der Medizin verdient werden konnte.
Die Versorgungsqualität, die Zuwendungszeit, die Patientenzentrierung oder die Versorgungsdichte werden dadurch in keiner Weise irgendwie verbessert. Im Gegenteil.
Dass sogar der Steuerzahlerbund in seinem aktuellen Schwarzbuch die elektronische Gesundheitskarte als ein „skandalöses Beispiel“ für die Verschwendung öffentlicher Gelder brandmarkt, spricht doch Bände.
Aber Deutschland ist wohl nicht mehr zu retten auf dem Weg in eine Staatsmedizin, die den gläsernen Patienten ebenso will, wie den gläsernen Arzt.“
Unlängst war diese Nachricht zu lesen: Landarzt verbrennt seine Zulassung
Regresse, zu niedriges Honorar, zu viel Bürokratie: Ein Arzt im sächsischen Hainewalde hat die Nase voll. Doch statt nur zu jammern, zieht er drastische Konsequenzen: Er will vor dem Gebäude der KV Sachsen in Dresden seine Zulassung verbrennen.
Die Bedingungen für Landärzte seien nicht mehr tragbar, zu viel Bürokratie, zu viel Streit mit der KV. Der Allgemeinmediziner ist seit 2014 Praxiseigentümer; übernommen habe er sie von seiner Mutter. Die, so heißt es weiter, werde „heute noch zur Kasse gebeten und muss als Rentnerin fünfstellige Regressforderungen der Kassen begleichen“.
Ganz aktuell eine brisante Nachricht aus der rheinischen Post: Razzia bei der AOK
Schwerer Verdacht gegen die AOK Rheinland: Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Büros der AOK Rheinland/Hamburg durchsucht. Ermittelt werde wegen Manipulation bei Kodierungen.
Dabei geht es um Gelder aus dem sogenannten Morbi-RSA (Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich). Der Verdacht besteht, dass hier massiv manipuliert wird.
Das Schlimme dabei ist, die Kasse streicht hier Gelder ein, ohne diese an die behandelnden Ärzte weiter zu geben. Daher wird wegen Betrugsverdacht ermittelt.
Inzwischen tummeln sich mehr Verwaltungsangestellte bei den Krankenkassen mit "Kontrollieren und Sparen" bei Ärzten und Versicherten, als es noch Ärzte gibt, die mit Überstunden und burn-out für die Patienten da sind.
Schon im vorigen Jahrhundert ergab eine zufällig bekanntgewordene Untersuchung, dass allein die DAK fast so viele Verwaltungsmitarbeiter hatte wie die gesamte französische Gesundheitsverwaltung.
Es geht hier nicht darum, dass Ärzte mehr Geld fordern, sondern darum, dass die Gelder, die alle Versicherten an Ihre Krankenkassen zahlen, auch dem am Patienten tätigen Personenkreis zugute kommen, und nicht größtenteils bei Kassen und Pharmalobby landen.
Bitte unterstützen Sie diese Petition, denn auch in den Jamaika-Koalitionsverhandlungen spielt dieses Thema erstaunlicherweise keine Rolle, obwohl es alle Menschen im Lande betrifft, zumindest wenn Sie eine ärztliche Leistung in Anspruch nehmen.
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