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Recep Erdogan - Psychogramm eines Diktators

Stefan Weinert88212 Ravensburg, Германия
14 апр. 2017 г.
Recep Erdogan - Psychogramm eines Diktators Prolog In einem sehr alten und meist verstaubten Buch ist zu lesen, dass wir aufgrund der Worte, die ein Mensch von sich gibt und vor allem aufgrund seiner Taten, Rückschlüsse auf sein Inneres und seine Vergangenheit ziehen können. ("An ihren Früchten = das Sichtbare, das Endprodukt = sollt ihr sie erkennen"). Es sei denn, er ist ein guter Schauspieler und verstellt sich ganz bewusst. Nun waren aber weder Alexander der Große, Kaiser Nero, noch Adolf Hitler Schauspieler auf ihrer Weltenbühne, und auch Recep Erdogan ist es ganz und gar nicht. Sie alle haben es mit ihrer Vorstellung von der Schaffung eines Weltreiches ernst gemeint, bzw. tun sie es. Historische Fakten Recep Tayyip Erdogan wurde am 26. Februar (= 7. Monat = Recep) 1954 in Istanbul, im alten Hafenviertel Kasimpasa geboren und wuchs mit drei Brüdern, einer Schwester und seinem Cousin Danny auf. Der junge Recep erhielt aufgrund seiner tiefen Religiosität von seinen Freunden den Spitznamen „Koran-Nachtigall“. Die Schulausbildung schloss er mit einem Fachabitur für Imame ab. Anschließend studierte er an der İstanbul Iktisadi ve Ticari Ilimler Akademisi. Seit dem 4. Juli 1978 ist er mit Emine Erdogan, geb. Gülbaran, verheiratet; das Paar hat zwei Söhne und zwei Töchter, die in den USA studiert haben. Von 1994 bis 1998 war er Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt. Aus dieser Zeit stammt seine Aussage, dass Demokratie nicht Zweck, sondern Mittel sei. Im März 1999 trat er eine Haftstrafe an. Verurteilt war er wegen "Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindschaft unter Hinweis auf Unterschiede der Religion und Rasse". Erdogan hatte öffentlich gesagt: "Minarette sind Bajonette, Kuppeln sind Helme, Moscheen sind unsere Kasernen, Gläubige sind Soldaten". Er war auch für die Einführung der Scharia. Von März 2003 bis August 2014 war er Ministerpräsident der Türkei. Nach einer anfänglichen Zeit der Demokratisierung und wirtschaftlicher Reformen wurde Erdogan seit Mitte der 2010er Jahre autoritärer und konzentrierte sich auf den Ausbau seiner Macht. Psyche Um es vorwegzunehmen: In dem, was Recep Erdogan anstrebt und mit welchen Mitteln er es anstrebt, muss gesagt werden, dass er sich als ein hochgradiger Neurotiker erweist (wobei es die These gibt, dass jeder von uns mehr oder weniger neurotische Züge hat). Frühkindliche Angst vor Triebimpulsen führen zu Übererwartungen. Überkompensation und Riesenansprüche haben ihre Wurzeln in Enttäuschungen und Minderwertigkeitsgefühlen. "Das ganze Volumen latenter infantiler Bedürftigkeit gibt den Erwartungen nicht nur ihren penetranten, sondern auch ihren illusionären Charakter. Haltungen werden zu Riesenerwartungen." (Schultz-Hencke, Analythische Psychotherapie). Riesenansprüche führen zu gewaltigen Überforderungen, mit dem Ergebnis der eigenen Unzulänglichkeit. Die Folge ist ein erneutes "Überschießen" und führt zu erneuten Minderwertigkeitsgefühlen. Diese Zirkelerleben (circulus vitiosus) intensiviert das so entstehende dialektische Gefüge von Minderwert und Überkompensation mehr und mehr. Da gibt es kein Zurück, sondern nur die Flucht nach Vorn. Während eine "normale" Kompensation zu einer Abrundung und Ausgewogeneheit führt oder führen soll, will die Überkompensation nach "ganz oben", an die Spitze - und zwar allein, damit sie den anderen nicht mehr (wie es ihr zeitlebens ständig suggeriert wird) unterlegen ist. Die Neurotische Dialektik (Wechselseitigkeit) von Selbstentwertung und Selbstüberhöhung führt zu einer sich ständig erweiterternden Armut, die aber von dem Neurotiker selbt gegenteilig als fortschreitender Machtzuwachs gedeutet und auch empfunden wird. Doch je höher der Mensch will und je höher er gelangt, desto mehr bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. "Höhe"-punkt ist dann die Auflösung der menschlichen Gemeinschaft und die "Zerstreuung über die ganze Erde", wie uns die (mythologische?) Erzählung aus Genesis 11 verrät. Je höher die Menschen ihre "Türme" bauen, desto größer sind ihre inneren Probleme. Denn letztlich ist jeder "Turmbau" das Bemühen einer Deifikation (Vergottung) mit dem Ziel, "sich in der Welt einen Namen zu machen". Dieses überschießende Streben aber hat seinen Ursprung in dem sich "von Gott [hier: Allah] und den Menschen [Mutter, Vater --> Mitmenschen] >>Nicht geliebt Fühlen<<". Das Ganze gipfelt in der "Barockvolute der Neurose" (Schultz-Hencke), deren Querachse "die Angst, ein Nichts zu sein und ins Nichts zu fallen", ist. Sie zwingt den Menschen dazu, das Paket der vergeblichen Bemühungen weiter zu schnüren und die Anstrengungen in Gang zu halten, und macht aus dem menschlichen Dasein ein "ens curvatum in se ipsum" (auf sich selbst zurückgebogene und in sich selbst eingesperrte Dasein). Diese spiralförmigen Teufelkreise können nur zur "kata" [= nach unten] "strophe" [= sich bewegn] führen! Quellen: wikipedia E. Drewermann, Strukturen des Bösen, Band II Dr. Olav von Cassel
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