
In den letzten Tagen habe ich den Petitionstext inhaltlich überarbeitet und präzisiert. Anlass dafür waren zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, Gespräche mit Medien – sowie ein längeres, offenes und sachliches Gespräch mit Alex Ruf, dem neuen Veranstalter des Weihnachtsmarkts auf dem Sechseläutenplatz.
Mir ist wichtig, dies transparent zu machen:
Diese Petition richtet sich nicht gegen den neuen Veranstalter als Person oder Unternehmen. Er verfügt über Erfahrung mit grösseren, auch länger dauernden Veranstaltungen, wenn auch nicht spezifisch mit Weihnachtsmärkten. Das Gespräch war konstruktiv und hat geholfen, gewisse Punkte besser einzuordnen.
Der zentrale Kritikpunkt bleibt jedoch unverändert:
Ich halte den Entscheid des Stadtrats weiterhin für nicht nachvollziehbar. Es erschliesst sich mir nicht, weshalb ein über Jahre gewachsenes, erfolgreiches und bei der Bevölkerung sehr beliebtes Konzept ersetzt werden soll.
Besonders irritierend ist für mich die Rolle von Zürich Tourismus in diesem Prozess. Während Zürich Tourismus federführend an diesem Entscheid beteiligt war, wird auf sämtlichen eigenen Kanälen weiterhin aktiv mit dem bestehenden Wienachtsdorf als einer der wichtigsten winterlichen Tourismusattraktionen Zürichs geworben.
Noch vor einem Jahr wurde das Wienachtsdorf von Zürich Tourismus sogar als Promotion-Event nach New York gebracht, um dort gezielt die Destination Zürich zu bewerben – explizit mit dem bisherigen, erfolgreichen Konzept.
Gleichzeitig zeigen zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, Leserbriefe und Online-Diskussionen deutlich:
Viele Menschen wünschen sich, dass das Wienachtsdorf in seiner heutigen Form weitergeführt wird. Es gibt auch Stimmen, die einer Erneuerung offen gegenüberstehen – das möchte ich ausdrücklich nicht unterschlagen. In den mir bekannten Onlineumfragen spricht sich jedoch jeweils eine Mehrheit dafür aus, den Status quo beizubehalten.
Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass ein Weihnachtsmarkt nicht immer noch ausgefallener, grösser oder spektakulärer werden muss. Zürich bietet bereits genügend Veranstaltungen der Superlative. Gerade ein Weihnachtsmarkt darf auch beschaulich, warm, menschlich und bodenständig sein – und genau darin lag für viele Menschen die grosse Stärke des bisherigen Wienachtsdorfs.
Die Petition steht deshalb weiterhin für Transparenz, Verhältnismässigkeit und Respekt vor einem gewachsenen Erfolgsmodell.
Ich danke allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die zahlreichen differenzierten Rückmeldungen und den sachlichen Austausch.