STOPPT DIE RISIKO BARRIEREZÜGE IN S-H

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Deutsche Bahn (DB Regio Nord) lässt in Schleswig-Holstein Doppelstockzüge von Stadler bauen, die nicht barrierefrei sind. Um ins Zuginnere zu kommen, müssen drei (!) teils gefährlich steile Rampen  genommen werden. Das gilt übrigens für alle, für Gehende wie für Rolli- oder Rollatornutzende oder Eltern mit Kinderwagen.

Die Rampen sollten ursprünglich je 15 % Steigung/Gefälle haben (nach DIN 18040 zulässig: 6%), sind jetzt “entschärft” worden auf 9%, 12% und 6% um den Preis, dass der Rangierkreis im Eingangsbereich nur noch 100 cm beträgt und somit für größere Rollis nicht oder nur unter großem Risiko zu nutzen ist. Für sie ist ein gefahrloses Wenden nicht möglich (Podest: 1m breit, Rollis samt Nutzerinnen dürfen bis zu 1,25 Meter lang sein…). Dem hilfsbereiten Bahnpersonal wird zugemutet, schwere Rollis zu heben und umzusetzen, damit sie um die “enge Kurve” kommen. Sie setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Längere Standzeiten und damit Verspätung der Züge kommen dazu!

Warum ist in anderen Bundesländern ein niveaugleicher Einstieg ohne Rampe möglich  - siehe Siemens Zug RXX - aber in Schleswig-Holstein nicht? DB Regio Nord, die den Auftrag für die Deutsche Bahn verantwortet, bleibt eine nachhaltige Antwort schuldig. Und die Regierung unter Daniel Günther? Man habe sich bemüht, heißt es dazu lapidar aus der Staatskanzlei. Und der Standpunkt des Zugbauers? Wir liefern, was bestellt wurde… Tja, was ist dazu zu sagen?

Keiner wills gewesen sein! Und nun wird der Schaden und der “Schildbürgerstreich” auf dem Rücken von Leuten ausgetragen, die seit vielen Jahren und Jahrzehnten für Barrierefreiheit im Land kämpfen. Schämt euch, liebe DB und vor allem - ändert was!

Wir - Gerda Behrends und Kay Macquarrie - fordern den Stopp der Züge! 

Unser inniger Appell: Baut nachhaltige und barrierefreie Züge! Die Züge - so wie jetzt bestellt - dürfen so nicht auf die Schiene!!! Sorgt dafür, dass für 220 Millionen Euro Züge und Zugwagen gebaut werden, die den Gesetzen und der Praxis entsprechen! Schafft Wagen an, die mit dem Bahnsteig niveaugleich und ohne fremde Hilfe zu nutzen sind. Mit anderen Worten: Sorgt dafür, dass der Doppelstockzug auch über einen einstöckigen Wagen oder zumindest einen entsprechenden Wagenabschnitt verfügt, der einen ungefährlichen ebenerdigen Zu- und Ausstieg ohne fremde Hilfe ermöglicht! 

Andere Bundesländer aufgepasst! Bei euch kann es auch passieren, dass Doppelstockzüge angeschafft werden, die für Menschen mit Mobilitätseinschränkung nicht mal eben so genutzt werden können und die beim Einsteigen die Hilfe von Dritten erforderlich machen. 

Das Anschaffen von Barrieren widerspricht klar der UN Konvention für Menschen mit Behinderung und dem Bundesgleichstellungsgesetz (BGG). Letzteres sagt: Barrierefrei ist ein Verkehrsmittel dann, wenn es ohne fremde Hilfe genutzt werden kann. Das ist bei den Zügen in S-H nicht der Fall. Mit einem Meter Rangierfläche am Einstieg wird der Zug für viele E-Rollinutzende gar nicht erst begehbar werden!!! DB Regio ist Betreiber der Strecke und verstößt gegen das eigene Programm nach EBO (Eisenbahnbetriebsordnung).

Ausgerechnet 2022! Dem Jahr des barrierefreien ÖPNV

Ab 2022 - ausgerechnet in dem Jahr, ab dem der ÖPNV in Schleswig-Holstein und im gesamten Bundesland barrierefrei sein soll - sollen die Barrierezüge von Stadler in Schleswig-Holstein rollen. Sie verkehren dann auf der touristisch beliebten Strecke zwischen Hamburg, Lübeck und Fehmarn. Und das für mindestens die nächsten 30 Jahre. 

Helft uns dabei die Züge jetzt zu stoppen - oder für eine barrierefreie Erweiterung der Züge zu sorgen! Teilt diese Petition und schreibt gerne rein, warum ihr findet, dass es richtig und wichtig ist für barrierefreie Regionalzüge zu kämpfen! 

Liebe Grüße
Gerda Behrends und Kay Macquarrie

P.S. Juristisch unterwegs? Lest den Aufruf “Schleswig-Holstein versus PBefG // Rechtens oder nicht rechtens – das ist hier die Frage”. 

P.P.S Was offizielle Stellen zu den Vorwürfen (spitz formuliert) sagen, dass Barrierezüge gekauft worden sind? Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung: Doof gelaufen. Aber jetzt ist es so. Wir achten darauf, dass es künftig besser wird // Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung: Nicht zuständig. Das muss S-H alleine regeln // Schlichtungsstelle in Berlin: Nicht zuständig. Die Züge sind ja noch nicht auf der Schiene. Erst dann werden wir aktiv

Die Barrierezüge von Schleswig-Holstein in den Medien // Pressespiegel

Der aktuelle Stand auf barriefreiebahn.de unter “Verrampte Züge