Petition updateCorona-Krise: Gemeinsamer Aufruf von Pflegefachkräften an Jens Spahn!Aufwertung jetzt! #gibuns4tausend
Paul-David Deike, Eva Ohlerth, Marcus Jogerst-Ratzka, Yvonne Falckner
Nov 19, 2020

Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen,

Es wird immer wieder gefragt, warum die Pflege nicht laut ist?

DIe Pflege ist nicht still, aber es fällt ihr teilweise schwer, sich wirklich verständlich zu machen und mit Nachdruck für ihre Interessen einzustehen. Zudem sind die Begriffe "Pflege", "Pflege(fach)kraft" und "Pflegebedürftigkeit" mit sehr privaten und emotionalen Inhalten gefüllt.

Jeder Mensch hat Pflegeerfahrung.

Dennoch befindet sich die professionelle Pflege oftmals außerhalb des Wahrnehmungshorizonts politischer und gesellschaftlicher Debatten.
Nachdem wir jahrelang angeblich nur „Händchen gehalten" haben, sah man jetzt, während der Pandemie, die Profis auf den Intensivstationen. Ein kleines Schlaglicht auf die Relevanz und das hochkomplexe Können von professionellen Pflegefachkräften.

Professionelle Pflege findet an sehr vielen unterschiedlichen Orten mit oftmals mehrfachqualifizierten oder studierten Pflegefachpersonen statt. Es gibt komplexe Bereiche, die sich im hochspezialisierten Bereich der Medizin abspielen,wie z.B. der Knochenmarkstransplantation oder im psychiatrischen Raum, wie z.B. in forensischen Gefängnissen. Die hochkomplexe und mehrdimensionale Kinderkrankenpflege wird sogar gerne vergessen.
Wir könnten noch mehr Bereiche aufzählen, aber das wäre zu lang. Pflege besteht also nicht nur aus dem Gefälle zwischen Intensivstationen und der zu Unrecht abgewerteten professionellen Altenpflege.

Uns ist es wichtig, dass die Gesellschaft für die Bedeutung professioneller Pflege sensibilisiert wird. Das würde immens zu einer pflegesensibleren Gesellschaft beitragen und auch sorgende Angehörige entlasten.

Momentan ist das Fundament der professionellen Fachpflege marode.

Es bricht an allen Ecken und Enden. Wir werden gegeneinander ausgespielt. Laienpflege gegen professionelle Pflege, Krankenpflege gegen Altenpflege. Wir lehnen das ab. Es hindert uns nur daran, die Pflege und die Sorgearbeit insgesamt zu verbessern.

Deutschland orientiert sich sehr stark an einem familienzentrierten Pflegesystem. Dieses System birgt aber, neben der immens hohen Belastung für die sorgenden Familienmitglieder, letztendlich Mehrkosten. Studien besagen, dass eine Mehrinvestition in die professionelle Pflege volkswirtschaftliche Kosten senkt.

Ein Grundstein liegt darin, die berufliche Fachpflege aufzuwerten. Wir denken, dass es dazu ein einheitliches Einstiegsgehalt von 4000€/brutto für Pflegefachkräfte bedarf. Mit diesem Einstiegsgehalt folgen wir Forderungen der berufsständischen Organisationen, die Richtigkeit wird auch durch soziologische Studien untermauert.

Schließt Euch dieser Forderung an! Schickt uns Fotos von Euch mit einem Schild und dem folgenden Text: Aufwertung Pflegefachkräfte, jetzt! #gibuns4tausend.

Nähere Informationen findet ihr, wenn ihr auf die verlinkte Seite geht.

Wir brauchen Eure Unterstützung, denn nach Corona befürchten wir eine weitere Berufsflucht.

Liebe Grüße und beschäftigt Euch weiterhin mit Pflege!

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