Petition updateCorona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT!Dringender Appell von Jordanis Georgiou: Rettet die Flüchtlinge in Moria!
Adelheid GruberKorb, Germany
1 Apr 2020

Jordanis Georgiou, gebürtig aus Edessa in Griechenland, Metallarbeiter, Vertrauensmann und Betriebsrat, wendet sich mit einem dringenden Aufruf an alle Menschen in Europa, tätige Solidarität zu leisten zur Rettung der Flüchtlinge in Moria!

Er berichtet über seinen Freund Michalis Aiwaliotis, Direktor einer Schule in Mytilini/Lesbos: „Er arbeitet seit Jahren ehrenamtlich im Camp Moria und unterrichtet Kinder. Jetzt, wo die Schulen geschlossen sind als ‚Vorsorgemaßnahme‘ gegen Corona, ist er dennoch jeden Tag im Camp und setzt sich voller Herzblut für die Menschen ein. Hier sein Bericht:

Die Helfer der ausländischen NGOs wurden von ihren Regierungen oder Konsulaten wegen des Virus zurückgeholt und die einheimischen Helfer und die Flüchtlinge sind allein auf ihre Selbstorganisation angewiesen. Sie organisieren nach Kräften die Ordnung im Lager, den Umgang mit Müll und sie lehren die Kinder so gut es geht, hygienische Maßnahmen einzuhalten. Das ist aber kaum möglich, wenn sich 167 Leute je eine Toilette teilen, mehr als 240 eine Dusche, zuweilen nur eine Wasserzapfstelle für 1300 Bewohner vorhanden ist – und keine Seife und Möglichkeiten, sich nur annähernd angemessen vorsorglich die Hände zu waschen.

Auch weitere elementare Sicherheitsmaßnahmen, wie 1,5 m Abstand zu halten, sind absolut undurchführbar, denn die Menschen leben ganz eng zusammen.

In ihrer engagierten Selbstorganisation verwirklichen sie derzeit drei Projekte:

1)                    Sie nähen Schutzmasken für das Camp. Alle sind sehr fleißig, es gibt aber nicht genug Nähmaschinen und Stoff.

2)                    Es gibt kein fließendes Wasser. Sie wollen einen Tankwagen mieten, der sie täglich mit sauberem Wasser beliefert am Camp, und Seife organisieren sowie eine Massenausbildung zu Hygiene machen. Zur Herstellung von Seife wollen sie die Olivenbauern gewinnen, ihnen die Kerne zu schenken, um sie in den Olivenpresseanlagen verarbeiten zu lassen.

3)                    Durch die jahrelange Wirtschaftskrise und das Flüchtlingscamp kommen überhaupt keine Touristen mehr nach Lesbos. Die Inselbewohner vor allem in den Dörfern sind sehr arm und sie hungern. Es gibt hier den besten griechischen Ouzo und den weltberühmten Kaugummi Masticha von Hios, aber in diesen Fabriken arbeiten sehr wenige, wenn überhaupt. Es gibt fast nur noch Olivenöl. Sie wollen Spenden sammeln und Lebensmittelpakete kaufen und mit den Flüchtlingen unter den Dorfbewohnern verteilen. Aber jetzt sind die Flüchtlinge eingesperrt. Die Hilfe muss sich deshalb beziehen auf die Einwohner von Lesbos und die Flüchtlinge in den Camps!“

Spendet für die Rettung der Menschen in Moria:

Spendenkonto: Stichwort: Moria - Hilfe
Kontoinhaber: Solidarität International eV
IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84
BIC: FFVB DEFF (Frankfurter Volksbank)

Jordanis Georgiou war Im Jahr 2011/2012 Initiator einer Solidaritäts- und Spendenbewegung mit dem Streik der Stahlarbeiter in Aspropirgos/Griechenland, bei der fast 14.000 Euro und eine LKW-Ladung voller Hilfsgüter gesammelt wurden.

Seit der Veröffentlichung dieses neuen Aufrufs verhandeln er und die Freunde in Griechenland über einen Solidaritätspakt im Rahmen der Organisation Solidarität International. Man darf gespannt sein!

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