Lasst mich endlich inklusiv arbeiten!

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Ich bin Duygu Özen. Ich sitze im Rollstuhl und habe Lern-Schwierigkeiten. Meine Schulzeit habe ich in einer Förderschule zunächst für körperbehinderte dann für geistig behinderte Menschen verbracht. Das war wenig fordernd. Mir fehlten Menschen auf meinem Niveau. Menschen mit denen ich mich austauschen konnte. Deshalb zog ich mich immer mehr zurück.

Nach dem Ende meiner Schulzeit wollte ich deshalb unbedingt inklusiv auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. Ich möchte mich dieser Herausforderung stellen. Denn ich und alle Unterstützer*innen glauben fest, dass in mir noch viel Potential steckt. Doch dafür brauche ich:

  • (Arbeits-)Assistenz
  • eine Bildungsbegleitung. Das ist eine Person, die mir und dem Betrieb zur Seite steht.
  • Unterricht in Mathe und Deutsch, damit ich besser werde.  

Doch die Agentur für Arbeit Berlin Nord sagt: Ich muss in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) eine Ausbildung (Berufsbildungsbereich) machen. Erst dann darf ich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, z. B. über das Budget für Arbeit. So steht es in derem medizinischen und psychologischen Gutachten. Alles andere bezahlen sie nicht.

Doch da bin ich wieder nur unter Menschen mit Behinderung. Ich hätte wenige Herausforderungen. Wisst ihr:  Nur sehr wenige Menschen kommen aus einer WfbM überhaupt wieder heraus (>1 %). Politische Bestrebungen laufen darauf hinaus, dass mehr Menschen mit Behinderungen den Weg aus einer WfbM schaffen. Doch was ist mit denen, die gar nicht erst in eine WfbM möchten? Die sind bislang von der Politik völlig vergessen.  Hinzu kommt, dass ich in einer WfbM nicht mehr als ein Taschengeld verdienen würde. Dabei hat sich Deutschland mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention vor 10 Jahren zu einem inklusiven Arbeitsmarkt verpflichtet.

Seit fast drei Jahren streite ich deshalb mit der Agentur für Arbeit Berlin Nord. Doch die hält sich weder an die  Vereinbarungen vor Gericht noch an gesetzliche Bestimmungen und Fristen. Dabei habe ich sogar schon einen Betrieb. KOPF, HAND + FUSS möchte mich gern zur “Prüferin in leichter Sprache” ausbilden und danach anstellen.

Deshalb fordere ich: Bearbeiten Sie sofort meinen Antrag! Bezahlen Sie mir die Unterstützung, die ich brauche. Das ist mein Recht und das von anderen Menschen mit Behinderungen auch! Wir wollen von Anfang an selbst entscheiden, wo und wie wir arbeiten!