"Ja heißt Ja" - Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung

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Ja heißt Ja. Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung.

Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung kommen bei Menschen jeden Geschlechts und aller Sexualitäten vor. Bei den meisten Vergewaltigungen kennen sich die Menschen bereits vor dem Übergriff. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Sex nur in gegenseitigem Einverständnis stattfindet. Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung. Denn nur Ja heißt Ja.

Wir fordern:
1. Ein gesellschaftliches Umdenken zum Thema Einverständnis, um Sex aus der Grauzone zu holen
2. Änderung des Sexualstrafrechts nach dem Grundsatz "Ja heißt Ja"

Seit 2016 gilt im deutschen Sexualstrafrecht der Grundsatz „Nein heißt Nein“. Eine Vergewaltigung ist dadurch strafbar, sobald die betroffene Person ihr „Nein“ zum Ausdruck bringt. Wer nicht ausdrücklich und erkennbar „Nein“ zu sexuellen Handlungen sagt, stimmt somit zu. Aber sollen wir es uns so einfach machen?

Warum ein „Ja“ so wichtig ist

Es gibt Situationen, in denen Betroffene von sexualisierter Gewalt sich nicht trauen, „Nein“ zu sagen oder es schlichtweg nicht können. Betroffene von Vergewaltigungen stehen häufig unter Druck oder werden von der Überschreitung ihrer eigenen Grenzen überrumpelt. Ein fehlendes „Nein“ heißt jedoch nicht automatisch, dass der Sex auch gewollt ist. Durch die Nachfrage nach Zustimmung haben Betroffene die Möglichkeit, die Situation noch einmal zu reflektieren und sich selbst zu fragen: Will ich das? Will mein Gegenüber das auch? Und genau hier setzt der Grundsatz „Ja heißt Ja“ an. Nur wer sich durch ein klares „Ja“ rückversichert kann auch wirklich wissen, ob die andere Person Sex haben will.  

In Schweden gilt „Ja heißt Ja“ bereits seit 2018. Andere Länder wie Dänemark und Spanien ziehen nach. Wer nicht sicherstellt, dass alle Personen dem Sex zustimmen, macht sich der "unachtsamen" (fahrlässigen) Vergewaltigung strafbar. Nun muss auch Deutschland an der Reihe sein! Schon jetzt möchte fast die Hälfte der Deutschen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov (2018) zufolge ein strengeres Sexualstrafrecht nach schwedischem Vorbild. Es kann doch nur im Interesse aller sein, dass Sex nur in beiderlei Einvernehmen stattfindet. 

Vor allem aber wird der Grundsatz „Ja heißt Ja“ die Einstellung und Sichtweise der Gesellschaft gegenüber Sex verändern. Viel zu oft wird die Verantwortung für sexuelle Übergriffe auf die Betroffenen abgewälzt. Flirten, Alkoholeinfluss oder aufreizende Kleidung werden dabei als Entschuldigung für sexuelle Übergriffe genutzt, ohne die Verantwortung bei der einzigen Person zu suchen, die sie übernehmen muss: die sexuelle Gewalt anwendende, vergewaltigende Person. Nach dem Modell „Ja heißt Ja“ liegt die Verantwortung, sich über das gegenseitige Einvernehmen abzusichern, stattdessen bei allen Beteiligten. So liegt es nicht an der Person, die potenziell Betroffene einer Vergewaltigung wird, verbal oder nonverbal und vor allem eigenständig „NEIN“ zu sagen. Die Person, die den Sex initiiert muss aktiv werden und nach Zustimmung fragen.

Sex muss aus der Grauzone geholt werden

Die #Metoo-Debatte hat gezeigt, dass sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft immer noch ein alltägliches Problem ist. Etwa 94,2  Prozent der Betroffenen sind weiblich und 5,8 Prozent männlich (PKS 2019), genauere Statistiken fehlen. Viel zu oft wird von einer Grauzone gesprochen, in der sexuelle Handlungen stattfinden. Lasst uns gemeinsam über Sex und Zustimmung sprechen, um Sex aus dieser Grauzone zu holen. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass sie Grenzen überschreiten. Wer nach dem Einverständnis fragt, ist achtsamer für die Bedürfnisse des Gegenübers. 

Seit dem 1. Februar 2018 ist die Istanbul-Konvention, ein völkerrechtlicher Vertrag auf den sich bisher 46 Mitgliedsstaaten des Europarats geeinigt haben, in Deutschland rechtlich verbindlich und definiert sexuelle Gewalt als jede sexuelle Handlung mit einer anderen Person ohne gegenseitiges Einverständnis. Wir fordern daher eine Reformierung des deutschen Sexualstrafrechts und die Aufnahme des Grundsatzes „Ja heißt Ja“, und damit eine konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention, die Betroffene von Gewalt schützt.

Die Unschuldsvermutung für der Täter bleibt bestehen. „Ja heißt Ja“ bietet jedoch die Möglichkeit, ein wenig mehr Licht ins Dunkel der sexuellen Handlungen zu bringen, die so oft in der sogenannten Grauzone stattfinden.

Mit der Petition "Ja heißt Ja" wollen wir die Diskussion weiter anstoßen, dass Sex nur im gegenseitigen Einverständnis stattfinden darf. Primär ist es uns also erst einmal wichtig zum Thema "Einverständnis" aufzuklären. Eine Instagram-Seite ist dazu schon im Aufbau. Schaut doch gerne auf @jaheisstja vorbei! Das weiterführende Ziel ist eine Änderung des Sexualstrafrechts hin zum "Ja heißt Ja", bei dem Spanien, Dänemark und Schweden als Vorbild dienen. Dazu sind wir schon mit Jurist*innen im Gespräch.

Lasst uns laut werden ! #jaheißtja #konsensistsexy

Special thx to Isa (Instagram: @isa.tatu) for the beautiful Logo! We love you #womensupportingwomen

Initiatorinnen der Petition:

Wir sind Maria Schrammen (Historikerin) und Vanessa Bell (Erziehungswissenschaftlerin), zwei Aktivistinnen für Menschenrechte, die sich vorgenommen haben, den Stein zu "Ja heißt Ja" weiter ins Rollen zu bringen. In Gesprächen mit Freundinnen und Bekannten stellten wir immer wieder fest, dass sexualisierte Gewalt erschreckend alltäglich ist. Das zeigt sich auch deutlich in den Zahlen der EU-weiten FRA-Erhebung. Es ist Zeit für einen Wandel und dazu braucht es Aufklärung und die Reformierung des Sexualstrafrechts, es muss endlich mehr darüber gesprochen werden. Genau deshalb wollen wir gemeinsam mit euch laut werden, aufklären, an einem Gesetzesentwurf arbeiten und mit Politiker*innen ins Gespräch kommen! Let's do this !

Unterstützer*innen:

- Mirka Pigulla (Schauspielerin)

- Kristine Holst (Aktivistin, die aktiv an der erfolgreichen Gesetzesveränderung "Ja heißt Ja" in Dänemark mitgearbeitet hat)

- Romy Stangl (Vorstandsfrau von OnebillionRising, Moderatorin, Model & Aktivistin)

- Julia Steenken (Vorstandsmitglied von "Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität")

- Jorinde Wiese (Aktivistin)