„Ching Chang Chong“ ist kein Witz! Handeln gegen anti-asiatische Diskriminierung

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Das Problem

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1. Das Problem

Am 12. Juli stand der „ZDF-Fernsehgarten“ unter dem Motto „90er-Jahre-Dance-Party“. Während der Sendung wurden der Moderatorin Andrea Kiewel Pokémon-Karten in verschiedenen Sprachen gezeigt. Als sie eine japanische Karte sah, hielt sie diese irrtümlich für chinesisch und sagte lachend: „Chinesisch, Ching Chang Chong!“

Nach der Ausstrahlung wurde ihre Äußerung in den sozialen Medien breit kritisiert. Viele Menschen wiesen darauf hin, dass es sich dabei um einen rassistischen Ausdruck handelt, der ostasiatische Sprachen und Menschen verspottet.

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung erklärte ein ZDF-Sprecher:

„Im ,ZDF-Fernsehgarten‘ mit dem Motto ,90er Dance Party‘ wurde der damals aufkommende Pokémon-Trend beleuchtet. Die spontan getätigte Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint. Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“

Diese Stellungnahme greift jedoch zu kurz. Sie stellt den Vorfall vor allem als spontane Äußerung in einer Live-Sendung dar. Die rassistische Wirkung der Worte und der gesellschaftliche Kontext antiasiatischen Rassismus bleiben dabei weitgehend unberücksichtigt. Auch unbeabsichtigte Äußerungen können rassistische Erfahrungen aufrufen und bestehende Abwertungen reproduzieren.

Die betreffende Sendung erreichte in Deutschland 1,524 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und einen Marktanteil von 19,2 Prozent. Sie ist weiterhin online abrufbar. Die diskriminierende Äußerung bleibt damit ohne erkennbare Einordnung verfügbar und kann zur Normalisierung rassistischer Stereotype beitragen.

Nach der Kontroverse veröffentlichte der deutsche Rapper Edgar Wasser den Song „Ching Chang Chong (Chinesisch)”. Der Song trägt zur öffentlichen Diskussion über die Verwendung dieses Ausdrucks sowie über das umfassendere Thema Rassismus und Diskriminierung bei.

2. Die Bedeutung des Ausdrucks „Ching Chang Chong“

„Ching Chang Chong“ ist eine rassistische Verhöhnung ostasiatischer Sprachen. Der Ausdruck imitiert eine erfundene Sprache und reduziert unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Menschen auf ein abwertendes Lautstereotyp. Seit Langem wird er verwendet, um insbesondere ost- und südostasiatisch gelesene Menschen lächerlich zu machen und als fremd zu markieren.

Viele Betroffene kennen diesen Ausdruck aus ihrem Alltag. Kinder werden auf dem Schulhof oder im Park damit verspottet. Menschen werden auf der Straße mit dem Spruch angepöbelt. Andere hören ihn im Bus oder in der Bahn, gefolgt von Gelächter.

Solche Situationen gehören für viele ost- und südostasiatisch gelesene Menschen zum Alltag. Sie erleben, wie ihre Sprachen, ihre Herkunft oder ihr Aussehen zum Anlass für Spott und Abwertung gemacht werden.

Wenn Andrea Kiewel als bekannte Moderatorin diesen Ausdruck im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verwendet, erreicht er ein Millionenpublikum. Eine Darstellung des Vorfalls als spontane oder unbedachte Bemerkung verharmlost die Wirkung des Ausdrucks und die Erfahrungen der Betroffenen.

3.      Unsere Forderungen

Als öffentlich-rechtlicher Sender trägt das ZDF eine besondere Verantwortung. Demokratische Grundwerte wie Gleichheit, Menschenwürde und gesellschaftliche Teilhabe müssen sich auch in seinen Programmen und internen Strukturen widerspiegeln. Dazu gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit rassistischen Darstellungen und Äußerungen sowie eine respektvolle Darstellung aller Bevölkerungsgruppen.

Daher fordern wir:

  • Andrea Kiewel und das ZDF sollen die rassistische Wirkung der Äußerung öffentlich anerkennen und sich eindeutig für den Vorfall in der Ausgabe „90er Dance Party“ des „ZDF-Fernsehgartens“ entschuldigen.
  • Das ZDF soll die betreffende Passage aus der online verfügbaren Sendung entfernen oder mit einer klaren redaktionellen Einordnung versehen, damit der rassistische Ausdruck nicht unkommentiert weiterverbreitet wird.
  • Das ZDF soll verpflichtende und qualifizierte Schulungen zu Antirassismus und interkultureller Sensibilisierung für Moderatorinnen und Moderatoren, Redaktionen und weitere relevante Beschäftigte einführen. Daran sollte auch Andrea Kiewel teilnehmen.

Eine öffentliche Entschuldigung wäre ein wichtiger erster Schritt. Darüber hinaus braucht es konkrete Maßnahmen, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit antiasiatischem Rassismus und Strukturen, die ähnliche Vorfälle künftig verhindern.

Der Ausdruck „Ching Chang Chong“ verspottet ostasiatische Sprachen und reproduziert rassistische Abwertungen. Solche Äußerungen haben im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keinen Platz.

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Yihong …Petitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Dr. Norbert Himmler
Dr. Norbert Himmler
ZDF Intendant
Dr. Nadine Bilke
Dr. Nadine Bilke
ZDF Program Director

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