Petition updateMedizinische Cannabis Patienten Behandlung Recht auf die Kostenübernahme der Kranenkasse!!Damals am hieß es noch „Eine Droge als Medikament“
Luigi SpangenbergIngolstadt, Germany
Sep 20, 2023

Artikelbericht:
23.09.2013 | Stand 02.12.2020, 23:38 Uhr
 

Ingolstadt (DK) Als Kind machte er Leistungssport. „Ich wollte Profifußballer werden“, erzählt Luigi Spangenberg. Dann ist er mit 16 auf einmal umgekippt. Diagnose: Epilepsie und Reizdarm. Heute, mit 28, ist der Ingolstädter bettlägerig. Dabei wäre in der Natur ein Kraut gewachsen, das ihm helfen würde: Cannabis.

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, krampfartige Schmerzen. Dazu die ständige Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit: Wenn Luigi Spangenberg seine schnelle 13-jährige Leidensgeschichte schildert, ist die Bitterkeit, die in seiner Stimme schwingt, unüberhörbar. Die Medikamente, die ihm seine Ärzte verschrieben hatten, wirkten kaum gegen die Krampfanfälle, hatten dafür aber jede Menge Nebenwirkungen. „Ich hab' zum Teil acht Sorten Tabletten geschluckt“, erzählt der Programmierer. Doch sein Zustand wurde immer schlechter. Luigi Spangenberg verlor an Gewicht. Um das Jahrtausendwende wog er gerade mal 38 Kilo.

Dann hat der junge Mann, der Rauchen, das Trinken und andere Drogen verabscheut, etwas versucht, von dem er gelesen hatte, dass es gegen Schmerzen und Appetitlosigkeit helfen soll. Er probierte Cannabis. Und siehe da: Innerhalb kurzer Zeit nahm der Ingolstädter zu. „Ich hatte keine Nebenwirkungen, es ging mir gut“, erinnerte sich Spangenberg.

Nach einem Artikel im DONAUKURIER, in dem es um Cannabis als Heilmittel für Schwerkranke ging, haben sich Luigi Spangenberg und seine Mutter intensiv mit dem Thema beschäftigt. Weil die Ärzte in Ingolstadt Luigi kein Cannabishaltiges Medikament aufschreiben wollten, wandte sich die Familie an den Rüthener Arzt Franjo Grotenhermen. Er ist Vorsitzender der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM). Und von der Wirksamkeit der Hanfpflanze absolut überzeugt.

Unter den herkömmlichen Medikamenten gibt es für Luigi Spangenberg, vor allem wegen dessen ausgeprägter Reizdarm-Symptomatik, „nichts Vernünftiges“, sagt Grotenhermen. Er braucht eine Substanz, die wirklich wirke, damit er ein einigermaßen vernünftiges Leben führen kann – am besten Cannabis oder ein Cannabishaltiges Medikament.

Nur: In Deutschland ist die Hanfpflanze eine illegale Droge. Seit 2011 können sich zwar auch hier schwerkranke Menschen Cannabis-Medikamente vom Arzt verschreiben lassen – allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verfügen derzeit 147 Patienten über eine solche Erlaubnis von der Bundesopiumstelle. Sie dürfen Cannabis unter strenger ärztlicher Aufsicht konsumieren. Auf Privatrezept, denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. 

Doch das mehr als 300 Euro teure Spray und die Tropfen, die 600 Euro kosten, übersteigen das Budget Spangenbergs und seine Mutter bei Weitem. Der junge Mann kann wegen seiner Krankheit nicht arbeiten, seine Mutter Sabine versorgt ihn mit ihrer Erwerbsunfähigkeitsrente („etwa so viel wie Hartz IV“) mit. Die Kasse hat die Kostenübernahme für die Medikamente abgelehnt. Der Gemeinsame Bundesausschuss habe festgelegt, dass eben jenes in Deutschland nicht zugelassene Präparat „nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden darf“, betont AOK-Direktor Ulrich Resch. Dazu gebe es Urteile. „Wir sind hier in einer juristischen Zwickmühle.“

 
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Dabei wurde die Wirksamkeit von Cannabis oder Cannabishaltiger Medikamente in mehreren klinischen Studien nachgewiesen. Der Ingolstädter Apotheker Christian Pacher ist von den Medikamenten überzeugt. Wegen der appetitanregenden Wirkung kann sich die Manchinger Heilpraktikerin Brigitta Arndt Cannabishaltige Präparate auch als sinnvolle Ergänzung zur Chemotherapie für Krebserkrankungen vorstellen. „Damit die Menschen wieder zu Kräften kommen.“

https://www.donaukurier.de/archiv/eine-droge-als-medikament-4483324

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