Christina MundlosBraunschweig, Germany
Jun 24, 2022

Ihr habt es geschafft!

Es ist ein riesiger Erfolg: Die BZgA hat ihre fehlerhafte und frauenfeindliche Broschüre überarbeitet. Dank Eurer Unterschriften, wurde das Heft "Körper ABC" vor einigen Monaten korrigiert. Dabei haben sie sich tatsächlich sämtliche von uns kritisierten Passagen (zum Jungfernhäutchen, Klitoris, „Schamlippen“, Menstruation, Homosexualität etc.) vorgenommen!

Es ist ein gewaltiger Fortschritt, wenn nun Mädchen und Jungen nicht mehr mit anatomischen Fehlinformationen gefüttert werden!

Durch Zufall entdeckt

Die BZgA hat uns nicht freiwillig über unseren Erfolg informiert. Die Redakteurin @marlenehellene recherchierte für die Süddeutsche Zeitung zum Thema Sexualkunde und ist dabei auf die Neuauflage der Broschüre gestoßen.

Den Artikel findet Ihr hier:

So reden Schulen über Sex - Gesellschaft - SZ.de (sueddeutsche.de) *

Auf zu neuen Ufern

Wir machen weiter und arbeiten auch an anderen Fronten daran, dass Gleichberechtigung nicht erst in 300 Jahren erreicht ist:

Christina coacht Mütter nach Trennung von toxischen Kindsvätern und schreibt an einem Buch (ihr 8. inzwischen!!) über institutionelle Gewalt im Familiengericht.

Sebastian gibt an Schulen Workshops zum Thema Toxische Männlichkeit & Sexualkunde und schreibt ein Buch über feministische Jungenarbeit.

Folgt uns gerne unter @umgang_sorgerecht_coaching und @sebastiantippe.

Geheimtipp: Christina könnt Ihr auch ab 29.7. im ZDF sehen:

37°Leben: Die Mutterglück-Lüge - ZDFmediathek

Und jetzt stoßen wir erstmal auf diesen Erfolg an! Euch allen ein schönes Wochenende!

Beste Grüße,

Christina Mundlos & Sebastian Tippe

* Auszug aus dem Artikel:

„Die Soziologin und Autorin Christina Mundlos war geschockt, als ihre neunjährige Tochter aus dem Sexualkundeunterricht im vergangenen Jahr das Heft "Das kleine Körper-ABC" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mitbrachte, das millionenfach an Schulen ausgeteilt wird. Nicht immer sind die Hefte auf dem aktuellen Stand, die in den Klassen verteilt werden, bei Christina Mundlos war es eine Version von 2018. Sie kritisiert, dass Sexualität darin auf die Penetration reduziert werde. Oder dass Frauen beim ersten Geschlechtsverkehr laut Broschüre oft bluteten.

Das sei eher ein Zeichen dafür, dass die Frau noch nicht bereit war in dem Moment, und ein mögliches Indiz für Übergriffigkeit. Kindern beizubringen, dass eine Blutung normal wäre, bedeute, Mädchen beizubringen, es wäre normal, Schmerzen beim Sex zu ertragen, und Jungen, dass die Grenzen der Mädchen missachtet werden können.

Mundlos kritisiert auch die Wortwahl in dem Material. Sie ist der Meinung, dass das Jungfernhäutchen ein Mythos ist. "Was statt dem Hymen existiert, ist der Vaginalkranz, auch vaginale Korona genannt", sagt sie. Im vergangenen Jahr hat sie Unterschriften für eine Petition mit dem Namen "Schluss mit dem Jungfernhäutchen-Mythos" gestartet, die bislang knapp 44 000 Menschen unterzeichnet haben.

Ob nun wegen dieser Kritik oder nicht, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat ihre Broschüre für die Schulen mittlerweile überarbeitet. In der aktuellen Version gibt es das Hymen zwar noch, doch viele andere Passagen wurden getilgt. Dies zeigt, dass Aufklärung immer wieder neu überdacht werden muss, ihre Begrifflichkeiten und Überzeugungen.“

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