Hauptbahnhof Fürth endlich barrierefrei ausbauen

Das Problem

Am Fürther Hauptbahnhof steigen täglich mehr als 10.000 Fahrgäste ein, aus und um. Mit einem Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator oder Fahrrad sind die Gleise jedoch schwer zu erreichen: Nur der Zugang zum S-Bahn-Gleis ist barrierefrei ausgebaut. Als Familienvater mit Kinderwagen und als Radfahrer erlebe ich selbst jedes Mal wenn ich mit dem Zug fahre, wie untragbar die Situation ist. Notfalls kann ich tragen - viele andere können das nicht. 

Bisherige Versuche der lokalen Politik, auf das Thema aufmerksam zu machen, sind erfolglos geblieben. Deshalb versuchen wir es mit einem großen Aufruf der Fürtherinnen und Fürther:

Kaum ein anderer Bahnhof dieser Größenordnung ist so schlecht zugänglich wie unserer! Die Deutsche Bahn AG und der Verkehrsminister sind zuständig, endlich zu handeln. Sie sollen den Bahnhof schnell barrierefrei ausbauen, damit alle ihn nutzen können.

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Das Problem

Am Fürther Hauptbahnhof steigen täglich mehr als 10.000 Fahrgäste ein, aus und um. Mit einem Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator oder Fahrrad sind die Gleise jedoch schwer zu erreichen: Nur der Zugang zum S-Bahn-Gleis ist barrierefrei ausgebaut. Als Familienvater mit Kinderwagen und als Radfahrer erlebe ich selbst jedes Mal wenn ich mit dem Zug fahre, wie untragbar die Situation ist. Notfalls kann ich tragen - viele andere können das nicht. 

Bisherige Versuche der lokalen Politik, auf das Thema aufmerksam zu machen, sind erfolglos geblieben. Deshalb versuchen wir es mit einem großen Aufruf der Fürtherinnen und Fürther:

Kaum ein anderer Bahnhof dieser Größenordnung ist so schlecht zugänglich wie unserer! Die Deutsche Bahn AG und der Verkehrsminister sind zuständig, endlich zu handeln. Sie sollen den Bahnhof schnell barrierefrei ausbauen, damit alle ihn nutzen können.

Die Entscheidungsträger*innen

Daniel Bayer
FDP Fürth, Kreisvorsitzender, Bundestagskandidat
Beantwortet
Aus meiner Sicht liegt dies an einer mangelhaften und nicht ausgereiften Förderrichtlinie, die dringend überarbeitet werden muss. Zudem zeigt die Deutschen Bahn, wie es in Fürth häufig geschieht (z.B. der S-Bahn-Verschwenk), wenig Sensibilität für die Interessen der Kommunen. Auf jeden Fall würden ich in dem Fall als Kreisvorsitzender versuchen, über unsere mittelfränkischen Bundestagsabgeordneten der FDP dieses Thema bei der Verkehrsministerin/dem Verkehrsminister zu platzieren. Dies beinhaltet auf jeden Fall eine Prüfung der Förderrichtlinien. Sollte ich Bundestagsabgeordneter werden, würde ich mit Anfragen an das zuständige Ministerum versuchen zu klären, wie es zu den seltsamen Kriterien in Förderrichtlinie gekommen ist, und warum diese nicht zu ändern sind. Zudem würde ich mit meinem Büro und der Fraktion prüfen, ob man solche Anforderungen für große Verkehrsbetriebe nicht an gesonderter Stelle (zum Beispiel dem Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) sichern kann. Foto: daniel-bayer.de
Carsten Träger
MdB, SPD, Sprecher für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Beantwortet
Genauso wie Sie kämpfe ich seit Jahren für einen barrierefreien Fürther Hauptbahnhof und befinde mich hierzu in einer intensiven Brieffreundschaft mit Herrn Josel (Bevollmächtigter der DB für Bayern). Er versichert mir dabei immer wieder, dass der Umbau sich bereits in Planung befände. Ich fürchte, dass dieser Prozess mit niedrigster Priorität vorangetrieben wird, denn bisher war es mir nicht möglich, weitergehende Informationen dazu zu erhalten. Würde in der nächsten Legislaturperiode die SPD die Verkehrsministerin oder den Verkehrsminister stellen, könnte ich mir vorstellen, dass es einfacher wird herauszufinden, wer hier seit Jahren auf der Bremse steht. Die SPD hat ein klares Bild davon, dass die Zeiten der ungehemmten Förderung des Individualverkehrs eindeutig vorbei sind und einem raschen und beherztem Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs Platz machen müssen. Dass Mitdenken von Inklusion bei allen Infrastrukturprojekten sollte längst Standard sein. Ich werde auch in Zukunft – genauso wie ich es seit Jahren tue – nicht locker lassen bis der Fürther Hauptbahnhof barrierefrei ausgebaut ist. Foto: Carsten Träger
Tobias Winkler
CSU Fürth, Bundestagskandidat
Beantwortet
Es scheint politisch ein äußerst schwieriges Unterfangen. Zwei meiner Mitbewerber sind ja amtierende Bundestagsabgeordnete und berichten von ihrem jahrelangen, erfolglosen Einsatz. Ob Förderrichtlinien, Priorisierung oder langwierige Planungsverfahren – dass so ein großer und wichtiger Bahnhof noch nicht barrierefrei ist, kann ich nicht nachvollziehen. Beim Ausbau von kleineren Bahnhöfen ist der Freistaat Bayern mehrfach finanziell in die Bresche gesprungen, aber in Fürth ist eindeutig die Bahn in der Pflicht. Ich möchte nicht, dass das Schicksal des Fürther Hauptbahnhofes von der Parteizugehörigkeit des Verkehrsministers oder der Verkehrsministerin abhängt. Dafür vertraue ich zu sehr auf unsere staatlichen Strukturen und hoffe, dass unabhängig von politischen Farben der barrierefreie Ausbau zügig umgesetzt werden kann. Dem aktuellen Verkehrsminister ist es gelungen, erstmals mehr Geld für die Schiene als für die Straße zu bekommen. Das sollte uns auch in Fürth beim Ausbau helfen. Ich bewerbe mich ja für die CSU um das Direktmandat, deshalb sind mir die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in meiner Heimat ein besonderes Anliegen. Ich werde alle Gespräche und Kontakte nutzen, dass Fürth ein modernes Bahnhofsgebäude bekommt, das man mit Freude betritt, auch im Bereich unter den Gleisen – Barrierefreiheit ist da eine Selbstverständlichkeit, davon profitieren schließlich alle. Foto: Tobias Winkler
Uwe Kekeritz
MdB, B90/Grüne, Sprecher für Entwicklungspolitik
Beantwortet
Barrierefreiheit war an sich zu lange zu wenig im Fokus und in die Schiene fließt im europ. Vergleich ohnehin viel zu wenig Geld. Fürth hat als wichtiger Umsteigebahnhof eigentlich eine hohe Priorität für Barrierefreiheit. Bundesprogramme haben aber oft kleinere Stationen im Fokus. In Fürth ist es mit dem Einbau von Aufzügen auch nicht getan. Es braucht auch höhere Bahnsteige und ein barrierefreies Empfangsgebäude. Fürth ist da wohl immer durchs Raster gerutscht. Aktuell laufen aber endlich Planungen. Unabhängig vom Minister*innenamt wird es mit einer grünen Regierungsbeteiligung deutlich mehr Geld für die Schiene geben – davon profitiert dann auch Fürth. Derzeit laufen erste Vorplanung für den barrierefreien Umbau des Hauptbahnhofs. Der Umbau selbst ist aber noch nicht durchfinanziert. Darum muss es dann ab Herbst 2021 gehen. Insbesondere wenn jetzt zahlreiche Bahnhöfe wie Neustadt, Zirndorf oder Emskirchen entlang der von Fürth bedienten Strecken barrierefrei umgebaut werden sollen, muss auch der Knoten barrierefrei werden. Ich bleibe da am Ball. Eine meiner ersten Aktionen in Fürth als Abgeordneter galt dem Hauptbahnhof (damals joggte der damalige Bahnchef Grube durch Fürth). In einer Regierungskoalition im Bund mit grüner Beteiligung werde ich für die Mittel für einen barrierefreien Umbau streiten und meine Kolleg*innen im Haushaltsausschuss damit nerven bis ich eine Zusage habe. Wenn der Finanzkuchen für die Schiene aber insgesamt größer wird, wird’s aber auch einfacher für Fürth etwas rauszuholen. Foto: Uwe Kekeritz
Hermann Ruttmann
DIE Linke, Landesschatzmeister Bayern, Bundestagskandidat
Beantwortet
Die DB hat leider keinerlei Gespür für den Aufbau barrierefreier Bahnhöfe und den Betrieb von barrierefreien Bussen. Wir haben für den Kreistag Neustadt/Aisch einen Antrag vorbereitet, in dem wir den barrierefreien Ausbau aller Bahnhöfen auf dem Land fordern. Die DB muss von allen Seiten auf den barrierefreien Ausbau gedrängt werden. Der Fürther Bahnhof ist ja auch im Umgriff nicht wirklich barrierefrei. Falls die LINKE die Verkehrsministerin stellen würde, wird die Barrierefreiheit Priorität haben: Die Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben muss barrierefrei möglich sein. Das muss auch nicht so teuer sein, wenn Gemeinden, Städte, Landkreise und Bundesländer an einem Strang ziehen. In meinen 8 Jahren als Pfarrer in Trautskirchen haben wir es geschafft, alle Gebäude der Gemeinde und den Friedhof barrierefrei zugängig zu machen. Beruflich bin ich im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus für die barrierefreie Gestaltung von Häusern und Freianlagen zuständig. Diese Erfahrungen werde ich im Bundestag einbringen. Foto: DIE LINKE

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Petition am 2. Juli 2020 erstellt