Wir fordern die Einrichtung einer Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag, Dr. Schäuble

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An den Präsidenten des Deutschen Bundestages,

Herrn Dr. Wolfgang Schäuble

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,

Die 1.Community-Ehemalige Heimkinder NRW e.V. fordert die Einrichtung einer Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag!

Begründung:

Die in unserer Verfassung verankerte Menschenwürde gebietet es das Unrecht, das über Jahrzehnte den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft angetan wurde -den Kindern- staatlich zu untersuchen und das Ergebnis öffentlich zu machen.

Kindesmissbrauch in großem Umfang war in den vergangenen Jahrzehnten (von 1945 - 1980) insbesondere auch in deutschen Kinderheimen, Anstalten, Psychiatrien, Internate, Schulen durch kirchliche Würdenträger deshalb möglich, weil viele dieser Einrichtungen unter kirchlicher Leitung geführt wurden und sie sich oftmals den staatlichen Kontrollen entzogen haben.

Waren diese ehemaligen Heimkindern schon in ihren Familien nicht geschützt, weshalb man diese Kinder in die Obhut staatlicher und kirchlicher Einrichtungen gab, dort aber auch nicht geschützt waren, sondern durch kirchliche Mitarbeiter*Innen, denen sie anvertraut waren, sexuell missbraucht und körperlich gezüchtigt wurden.

Das Leid der missbrauchten Kinder, das in aller Regel zu lebenslänglichen psychischen und physischen Erkrankungen bis hin zur Erwerbsunfähigkeit und ein Leben am Rande eines Existenzminimum führte, ist unsäglich!

In Deutschland gibt es eine unbekannte aber vermutlich erhebliche Zahl von Kindesmissbrauch durch kirchliche Mitarbeiter*Innen, aber auch durch Priester, Diakone oder anderer Würdenträger. Weil diese Taten durch das bislang geltende Sexualstrafrecht verjährt sind, findet eine umfassende Aufklärung durch staatliche Organe nicht mehr statt.

Eine neue Studie der katholischen Kirche offenbart: Mindestens 1670 Kleriker haben sich von 1946 bis 2014 an Schutzbefohlenen vergangen. Und der Missbrauch dauert offenbar noch an! Diese Studie wird mittlerweile von uns, aber auch von nicht wenigen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit, wie auch von den Medien angezweifelt. Akten wurden vernichtet und der Missbrauch  in Heimen, Anstalten, Psychiatrien, Schulen und Internate findet sich in dieser Studie nicht wieder und wurde einfach ausgeklammert.

In dem US-Bundesstaat Pennsylvania hat das Geschworenengericht (Grand Jury) im August 2018 festgestellt, dass über 300 katholische Priester in den vergangenen Jahrzehnten (alleine in diesem einen von 50 US-Bundesstaaten) mehr als 1.000 Kinder missbraucht haben. Die Zahl der Fälle liegt vermutlich sogar noch höher. Zahlreiche Akten seien verloren gegangen oder vernichtet und manche Opfer hätten aus Scham nicht aussagen wollen, erklärten die Geschworenen. In den Ländern Australien, Irland, Österreich, Schweiz, Chile, Mexiko, Indien hat man ähnliche Erfahrungen gemacht, dass die Katholische Universalkirche Akten vernichtet und den Missbrauch  vertuscht und verschwiegen hat.

Die Untersuchungen in den USA sind Anlass auch in Deutschland den Kindesmissbrauch umfassend aufzuklären und den missbrauchten Kindern und ehemaligen Heimkindern hierdurch  wenigstens ein wenig Menschenwürde zurück zu geben.

Wir fordern deswegen:

1. Der Bundestag, evtl. aber auch die Länderparlamente, mögen Enquete-Kommissionen einsetzen, um den institutionellen Missbrauch in Deutschland mit eigener Kompetenz umfassend zu untersuchen

2. Ziel einer solchen staatlichen Untersuchung muss es sein, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen

3. Die gesamte Arbeit der Enquete-Kommission muss öffentlich sein, nur bei der Vereinnahme von Opfern ist deren Wille zu berücksichtigen und die Öffentlichkeit auszuschliessen

Der Kirchenbeauftragte der SPD Lars Castellucci fordert ebenfalls vollständige Aufklärung und eine öffentliche und umfassende Entschuldigung für das verursachte Leid und Hermann Gröhe von der CDU erwartet Konsequenzen und Schlüsse.

Wir, als Betroffene und Verein fordern eine ehrliche nachvollziehbare Aufarbeitung, mit der wir persönlich unseren Frieden finden können und uns, so weit überhaupt möglich, ein stück weit Lebensqualität zurück gegeben wird. In der Form, dass die Enquete-Kommission Empfehlungen für Entschädigungen ausspricht, die der schwere der Verbrechen und dem Leid der Opfer angemessen erscheinen lassen. 

 



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