Confirmed victory
Petitioning Landesregierung Brandenburg Büro des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck and 2 others
This petition was delivered to:
Landesregierung Brandenburg
Büro des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck
Bundesregierung
Bundeskanzleramt
Bundesinnenminister
Hans-Peter Friedrich

Bundestag & Brandenburg: Medizinische & psychotraumatische Versorgung für Usman Manir statt Abschiebung

Abschiebung von Usman Manir stoppen! Medizinische und psychotraumatische Betreuung als ultimatives Menschenrecht auch für Flüchtlinge, egal mit welchem Aufenthaltsstatus ab dem ersten Aufenthaltstag in Deutschland garantieren.

+++ UPDATE: Die Abschiebung von Usman Manir vorerst gestoppt! Aus der Abschiebehaft entlassen! Er lässt ausrichten: Unendlichen Dank an alle, die mir bis hierher geholfen und mich unterstützt haben! Wir haben versprochen, wir bleiben weiter dran! Danke! +++

In Deutschland haben Flüchtlinge sowie „Menschen ohne Papiere" generell und insbesondere Flüchtlinge in Abschiebegefängnissen de facto keinen ungehinderten Zugang zu dringend benötigter medizinischer sowie psychologischer Versorgung. Der Aufenthaltsstatus darf aber für Menschenrechte ebenso wenig ausschlaggebend sein, wie durch die herrschende Politik geschaffene Sachzwänge mit Bezug auf Menschenrechte unter Finanzierungsvorbehalt. Viele Flüchtlinge haben bereits in Deutschland in Abschiebeknästen oder Flüchtlingslagern Selbstmord begangen oder Versuche dazu unternommen. 

Der pakistanische Flüchtling Usman Manir, 27 Jahre, wurde 50 Tage im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt eingesperrt, ohne einen Asylantrag stellen zu dürfen. Auf Grund des Dublin-II-Abkommens sollte er am 20. Juni zurück nach Ungarn abgeschoben werden. Dort war er vor seiner Flucht nach Deutschland im Flüchtlingslager Debrecen eingesperrt. Die Situation von Flüchtlingen in Ungarn ist mehr als prekär, das Lager ist für Gewalttätigkeiten bekannt. Usman wurde dort nachts physisch angegriffen und erlitt einen Schädelbasisbruch. Heute leidet er an Gehörverlust auf dem rechten Ohr, Tinitus, Panikattacken, starken Kopfschmerzen und ständigen Schlafstörungen, die seine Traumata noch verstärken. Eine ausreichende medizinische und psychologische Versorgung bekam Usman im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt nie. Stattdessen sollte er am 20. Juni mit Hilfe von Air Berlin vom Flughafen Tegel aus abgeschoben werden. Dies konnte Dank seines Widerstands im Flugzeug und der Solidarität eines Passagiers, der Weigerung des Piloten sowie durch Proteste im Flughafen durch ca. 60 Flüchtlingsaktivist_innen und Unterstützer_innen verhindert werden.

Usman befindet sich derzeit wieder im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt. Ohne anwaltliche Vertretung musste er erneut vor einen Richter, der die Abschiebehaft um weitere drei Wochen verlängerte. Die zuständigen Behörden verweigern weiterhin die notwendige psychologische Versorgung. Schlafmittel gegen die Kopfschmerzen und ein Arztbesucht wurden ihm laut letzten Informationen am Abend nach dem gescheiterten Abschiebeversuch verweigert. Eine externe, unabhängige psychologische Untersuchung und Behandlung lehnten die zuständigen Behörden ebenfalls erneut ab.

Wir fordern daher:

1) Abschiebegefängnisse und Abschiebungen abschaffen!
2) Medizinische und psychologische/psychotraumatische Versorgung für jeden, unabhängig von seinem Aufenthaltsstatus und der Existenz von Papieren, ab dem ersten Tag seines Aufenthaltes in Deutschland!
3) Freie Wahl von Gutachter_innen, Mediziner_innen und Psycholog_innen - auch und insbesondere externe und unabhängige!
4) Abschiebung von Usman Manir stoppen! - Externe und unabhängige psychologische Betreuung sofort!

Sobald Sie unterschrieben haben, leiten Sie die Petition gern an Freunde und Bekannte weiter. Vielen Dank, dass Sie sich engagieren.


Letter to
Landesregierung Brandenburg Büro des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck
Bundesregierung Bundeskanzleramt
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich
An die Bundesregierung und die Landesregierung Brandenburg:

Abschiebung von Usman Manir stoppen! Medizinische und psychologische/ psychotraumatische Betreuung als ultimatives Menschenrecht auch für Flüchtlinge, egal mit welchem Aufenthaltsstatus ab dem ersten Aufenthaltstag in Deutschland garantieren! Frei Wahl von Gutachter_innen, Mediziner_innen und Psycholog_innen für jede_n Betroffene_n! Abschiebeknäste abschaffen!

In Deutschland haben Flüchtlinge sowie "Menschen ohne Papiere" generell und insbesondere Flüchtlinge in Abschiebegefängnissen de facto keinen ungehinderten Zugang zu dringend benötigter medizinischer sowie psychologischer/psychotraumatischer Versorgung. Der Aufenthaltsstatus darf aber für Menschenrechte ebenso wenig ausschlaggebend sein, wie durch die herrschende Politik geschaffene Sachzwänge mit Bezug auf Menschenrechte unter Finanzierungsvorbehalt. Viele Flüchtlinge haben bereits in Deutschland in Abschiebeknästen und/oder Flüchtlingslagern Selbstmord begangen oder Versuche dazu unternommen. Zuletzt nahm sich Djamaa Isu, gerade einmal 20 Jahre alt, im Flüchtlingslager Eisenhüttenstadt das Leben. Nicht nur in diesem Fall, sondern schon lange vorher kritisierten Flüchtlingsorganisationen die mangelnde medizinische und psychologische Versorgung und das nicht nur in Eisenhüttenstadt.

In selbigem Lager sah sich vor kurzem eine junge, psychisch vorbelastete Romnija und ihre Familie dermaßen allein gelassen und unter Druck vor der bevorstehenden Abschiebung per Flugzeug und Existenz- sowie Zukunftsängsten gesetzt, dass sie letztendlich trotz Kinderwunsch einer Abtreibung zustimmte. Dabei ignorierten die Behörden beim Abschiebetermin nicht nur ein auf Grund der psychischen Situation der Betroffenen ausgestelltes Reiseunfähigkeitsattest, sondern unterließen auch jede Hilfestellung bzw. positive Beratung, die eine Abtreibung verhindern hätte können. Die Abtreibung durch das Krankenhaus Eisenhüttenstadt erfolgte dann auch nicht komplikationslos, sondern machte eine Nachbehandlung notwendig.

Der pakistanische Flüchtling Usman Manir, 27 Jahre, wurde 50 Tage im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt eingesperrt, ohne einen Asylantrag stellen zu dürfen. Auf Grund von Dublin II sollte er am 20. Juni zurück nach Ungarn abgeschoben werden. Dort war er vor seiner Flucht nach Deutschland im Flüchtlingslager Debrecen eingesperrt. Die Situation von Flüchtlingen in Ungarn ist mehr als prekär und auch dieses Lager ist für Gewalttätigkeiten bekannt. Usman wurde dort nachts physisch angegriffen und erlitt einen Schädelbasisbruch. Folgen sind Gehörverlust auf dem rechten Ohr, Tinitus, Panikattacken, starke Kopfschmerzen und ständige Schlafstörungen, die seine Traumata in Bezug auf Fluchtgründe und die Flucht selbst noch verstärken. Eine ausreichende medizinische und psychologische Versorgung bekam Usman im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt nie. Stattdessen sollte er am 20. Juni mit Hilfe von Air Berlin vom Flughafen Tegel aus abgeschoben werden. Dies konnte Dank seines Widerstandes im Flugzeug und der Solidarität eines Passagiers, der Weigerung des Piloten die Abschiebung durchzuführen sowie durch Proteste im Flughafen sowie dessen Umfeld durch ca. 60 Flüchtlingsaktivist_innen und Unterstützer_innen verhindert werden.

Usman befindet sich derzeit wieder im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt. Ohne anwaltliche Vertretung musste er erneut vor einen Richter, der die Abschiebehaft um weitere drei Wochen verlängerte. Die zuständigen Behörden verweigern weiterhin die notwendige psychologische Versorgung. Schlafmittel gegen die Kopfschmerzen wurden ihm lt. letzten Informationen am Abend nach dem gescheiterten Abschiebeversuch ebenso wie ein Arzt verweigert, der erst für den folgenden Morgen angekündigt wurde. Eine externe, unabhängige psychologische Untersuchung und Behandlung lehnten die zuständigen Behörden ebenfalls erneut ab.

Wir fordern daher:

Abschiebegefängnisse und Abschiebungen abschaffen!
Medizinische und psychologische/psychotraumatische Versorgung für jeden, unabhängig von seinem Aufenthaltsstatus und der Existenz von Papieren, ab dem ersten Tag seines Aufenthaltes in Deutschland!
Freie Wahl von Gutachter_innen, Mediziner_innen und Psycholog_innen - auch und insbesondere externe und unabhängige!
Abschiebung von Usman Manir stoppen! - Psychologische Betreuung sofort, auch und insbesondere externe und unabhängige!