Mega-Lockdown - Social Distancing für arme Schweine

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Es muss jedem Schwein entsprechend seiner Größe möglich sein, jederzeit ungehindert in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmaßen zu ruhen.
Unzulässig ist damit insbesondere eine Kastenstandshaltung, bei der ein Schwein seine Gliedmaßen in einen benachbarten Kastenstand hineinstrecken muss, daran aber zumindest zeitweise durch ein dort befindliches Schwein gehindert sein kann.“ Das war seit 1992 gültige Rechtslage.

Das Leerstehen-lassen jeder zweiten Bucht wurde von Verwaltungsbehörden nach dem Magdeburger Urteil als einfachste Variante zur Umsetzung des Urteils in bestehenden Deckzentren genannt.  https://www.offensive-nachhaltigkeit.de/wp-content/uploads/2018/12/Diskussionsstand-zur-Haltung-von-Sauen-im-Deckzentrum.pdf

Eine andere Rechtsauffassung von Europas größtem Ferkelerzeuger LFD wurde durch das Bundesverwaltungsgericht 2016 zurückgewiesen.

Aber unter dem Deckmantel „Tierschutzstandards verbessern“ wurde den Forderungen der Schweineindustrie nachgegeben und deren illegale Zustände in der Massentierhaltung für eine weitere „Übergangsfrist“ von bis zu 17 Jahren legalisiert.
Tierquälerei: 43 Jahre geltendes Recht ausgehebelt

Das war am 3. Juli, im Sommerloch der aktuellen Corona-Pandemie.
Die Hoffnung einer durchlaufenden Infektionswelle, die in der Zeit von Juni bis August ihr Maximum erreichen wird (Virologe Christian Drosten), hat sich offensichtlich nicht erfüllt. Der Mega-Lockdown mit harten und in ganz Deutschland geltenden Ausgangssperren droht. 
Es wird höchte Zeit, sich endlich mit den Ursachen der Virus-Expansion zu befassen!

Massentierhaltungssanlagen sind Zuchthäuser für Pandemien und Multiresistenzen. Aber statt sie stillzulegen, wird unser aller Leben deren Effizienzmaßstäben untergeordnet.

„Etwa 60 Prozent der menschlichen Infektionserreger stammen ursprünglich aus dem Tierreich, darunter Humane Immundefizienz-Virus (HIV), Ebola, Influenza, Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS) und Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom (SARS). Die Wissenschaft bestätigt, dass der Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung von intakten Ökosystemen durch menschliche Eingriffe die Übertragung neuartiger Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen wahrscheinlicher macht... Wir müssen aber auch die Krise hinter der Krise sehen. Durch die zunehmende Zerstörung bislang noch intakter Lebensräume nimmt das Riskio von Krankheitsübertragungen vom Tier auf den Menschen zu. Pandemievorsorge braucht deshalb engagierten internationalen Natur- und Artenschutz... Die Corona-Pandemie verdeutlicht einmal mehr, dass wir die Erkenntnisse der Wissenschaft ernst nehmen müssen.
Die Aufgabe an die Politik lautet: Wir müssen weit mehr als bisher dafür tun, um bereits zerstörte Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen.
Diese Aufgabe müssen wir jetzt entschlossen angehen, das dürfen wir nicht in die Zukunft verschieben.“ (Bundesumweltministerin Svenja Schulze)

Das langjährige vom Bundesrat beschlossene Ausstiegszenario aus der Kastenstandhaltung im praktizierten Schweinesystem erscheint in diesem Kontext mehr als fragwürdig.

Die so praktizierte tierquälerische Sauenhaltung soll also nicht gestoppt werden, um ein „weiter so“ des Imports von Soja-Futter von ehemaligen Regenwaldflächen zu ermöglichen?

Cui bono - wem nützt das?

Die Haltung von Tieren auf engstem Raum unter hohen Besatzdichten ist ohne hohen Medikamenteneinsatz meist nicht möglich.

Die Pharmaindustrie profitiert von der so praktizierten Agrarindustrie:
„Muttersauen werden wie Gebärmaschinen behandelt.
Ihr Leben ist ein ununterbrochener Zyklus aus künstlicher Besamung, Trächtigkeit, Geburt, Säugezeit und erneuter Besamung.
Eine Sau kann so zwei bis drei Mal im Jahr trächtig werden. Mit rund sieben Monaten wird die Jungsau zum ersten Mal besamt. Dazu wird sie im „Deckzentrum“ in den Kastenstand gesperrt. Per Hormonspritze wird die „Rausche“ (Phase der Empfänglichkeit) herbeigeführt. So kann die Sau künstlich besamt werden. Danach bleibt sie für mindestens vier Wochen im Kastenstand. Die Industrie argumentiert, dass es so wahrscheinlicher sei, dass die Trächtigkeit erhalten bleibt.“ 
https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/nutztiere/schweine/kastenstand

Diese Trächtigkeit der Massentierhaltung hat ihren Preis:

Die Verschreibung der sogenannten Reserve-Antibiotika in der Tierproduktion hat zugenommen. Der WHO zufolge sollen diese Notfall-Antibiotika dem Menschen vorbehalten sein, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken.

Jetzt in der Corona-Pandemie werden die Menschen mit der Angst konfrontiert, handlungsunfähig dem Zerfall ihrer Wünsche und Wertmaßstäbe zuzusehen.

Im Mega-Lockdown können sie in der Gleichzeitigkeit von erzwungenem Abstand und erzwungener Nähe zu gespaltenen Persönlichkeiten werden.
Home-Office und Kinderbetreuung in zu kleinen Wohnungen läßt das Gewaltpotential im familiären Umfeld wachsen.

Schweine gehören zu den intelligentesten Tiere auf unserem Planeten.
Sie sind sogar klüger als Hunde und einige Primatenarten. Sie sind sehr reinliche Tiere, trennen ihren Schlafplatz strickt von ihrer „Toilette“ und vermeiden es den Futterplatz zu beschmutzen. Schweine schlafen gerne eng aneinander gekuschelt.
Im Zwang des Kastenstandes geht das alles nicht.

Die Sau im Nachbarstand wird zum Problem.

Darum fordern wir den notwendigen Abstand zwischen den armen Schweinen. Durch das Leerstehen-lassen jeder zweiten Bucht wird ein erster Schritt zur Agrarwende machbar.

Die sogenannte Bio-Sicherheit hat ein System ermöglicht, in dem kein Schwein leben möchte. https://monde-diplomatique.de/artikel/!5710120
Die Mas­sentierhaltung  wird  als  Lösung  eines Problems präsentiert, das sie selbst mit verursacht hat. Ihre Hygieneregeln können nicht eingehalten werden.
Gut 65 Kilometer östlich der deutschen Grenze mussten 2020 in einer polnischen Ferkelfabrik knapp 24.000 Hausschweine getötet werden.
Die Afrikanische Schweinepest hat inzwischen die deutsche Grenze überschritten.  
Aktuell ging in Thüringen eine 9.000er-Sauenanlage insolvent.
„Schlachtungen an Sonn- und Feiertagen müssen möglich sein“ forderte DBV-Präsident Rukwied am 16.10.2020.
Aber der Schweinestau wird weiter wachsen.

Darum: Veganuary 2021 – bewusst ins neue Jahr starten.
Nicht nur ALDI ruft zur veganen Ernährung auf.
Till Lindemann (Rammstein) isst Pflanzen-Burger von LikeMeat.
https://www.youtube.com/watch?v=iM2FN9RDX-U

Für einen Ausstieg aus der Kastenstandshaltung in eine bessere Zukunft jetzt!

Wer mehr will kann gerne nachlegen. 
Auch an den Bundespräsidenten kann diese Petition unterzeichnet werden: bei weACT
Denn: Teilen macht Sinn (selbst im Kapitalismus)