Kölnerin Gönül Örs in der Türkei im Hausarrest

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Sehr geehrter Herr Bundespräsident Steinmeier,

Wir als Kurdische Gemeinde Deutschland sehen mit großer Sorge, dass auch derzeit deutsche Bürger*innen in der Türkei festgehalten werden und unter fadenscheinigen Begründungen das Land nicht verlassen dürfen. Mit dem Ziel, auf die kritische Situation der inhaftierten Kölnerin Gönül Örs aufmerksam zu machen, haben wir uns dazu entschlossen, diese Online-Petition zu starten.


Seit Dezember letzten Jahres steht die Deutsch-Kurdin Örs in Manisa unter Hausarrest: Sie darf das Haus nicht verlassen und muss darüber hinaus eine elektronische Fußfessel tragen. Davor saß Örs mehrere Monate in Untersuchungshaft, nachdem sie ihre ebenfalls inhaftierte Mutter besuchen wollte. Ihre Anstellung in Deutschland hat sie längst verloren, sie ist gesundheitlich angeschlagen. Ihr zuvor in Köln aufgebautes Leben sei zerbrochen, wie sie jüngst gegenüber dem ZDF berichtete (ZDF Frontal21, Sendung vom 23.03.2020).


Örs ist die Tochter der Kölner Sängerin und Menschenrechtsaktivistin Hozan Canê, die im November 2018 vor einem türksichen Gericht wegen vermeintlicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu knapp sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Zur Begründung hieß es, Gönül Örs habe im Jahr 2012 an einer pro-kurdischen Demonstration in Köln teilgenommen. In Deutschland war das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt worden. Teil der Anklage waren Informationen eines BKA-Mitarbeiters in der deutschen Botschaft in Ankara, der diese an türkische Behörden weitergegeben hatte.


Die Verhängung von Hausarrest und Verhinderung einer Ausreise nach Deutschland von Frau Örs sind ungerechtfertigt und führen zu einer Zerstörung ihrer beruflichen und sozialen Existenz.
Daher bitten wir Sie, Herr Bundespräsident Steinmeier, sich unverzüglich für die Freiheit von Gönül Örs einzusetzen, damit sie in ihre Heimatstadt Köln zurückkehren kann!

Vollkommene Hochachtung,

die Unterzeichner*innen