
Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,
viele Massenmedien und Politiker taten schon vor Monaten so, als wäre der Schutzstatus der Wölfe in der EU bereits herab gesetzt. Man erwartete sich wohl dadurch weniger Proteste. Tatsächlich will die EU-Kommission aber erst am Dienstag, den 3. Dezember 2024 die Herabsetzung des Schutzstatus vorschlagen.
Nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) gilt für Wölfe als einheimische Art in Europa ein besonderer Schutz. Nach Anhang IV der Richtlinie ist Deutschland verpflichtet, Wölfen langfristig einen lebensfähigen Bestand zu garantieren. Grundlage für die Richtlinie ist die Berner Konvention, die neben der EU auch Staaten wie die Türkei, Marokko und die Schweiz unterzeichnet haben. Die Schweiz hält sich schon jetzt weder an die Konvention noch an den Willen des Stimmvolkes und tötet im großen Stil ganze Wolfsfamilien und Welpen.
In Deutschland regelt das Bundesnaturschutzgesetz den Umgang mit den „streng geschützten Arten“. Sie dürfen nicht getötet und ihre Lebensräume nicht beschädigt oder zerstört werden.
Mit der Herabsetzung des Status will man den Weg für die allgemeine Jagd auf Wölfe frei machen. Einige Bundesländer haben im vorauseilenden Gehorsam den Wolf bereits ins Jagdrecht gesetzt. Noch ist damit eine ganzjährige Schonzeit in Kraft, doch bei einer Änderung des Schutzstatus würde sich das ändern.
Eine Mehrheit der 27 EU-Staaten sei dafür, den Schutzstatus des Wolfs in der Berner Konvention von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzusetzen. Ob dies wirklich so ist, werden die nächsten Monate zeigen.
Bis dahin bleibt es dabei, weiter bei der Konvention massiv zu protestieren, aber auch selbst in die Verantwortung zu kommen.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. brauchen als unabhängiger Verein mehr aktive Hilfe direkt in den Wolfsgebieten und auch finanzielle Unterstützung:
Jetzt zu Weihnachten können Sie uns helfen und sich oder ihren Lieben gleichzeitig ein wertvolles Geschenk mit unserem Wolfskalender 2025 machen. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/09/24/unser-wolfskalender-2025-ist-da/
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Während für uns Menschen jetzt ab dem 1. Advent, die besinnliche Zeit etwas zur Ruhe kommen lässt, müssen viele Wildtiere das Jahresende wie im Kriegszustand erleben. Zahlreiche Druckjagden machen ihnen das Leben zur Hölle: Wir haben hier eine dieser Drückjagden dokumentiert: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/11/24/hessen-erneute-drueckjagden-im-wolfsgebiet-butzbach/
Auch jedes Jahr vor Weihnachten kommt die Politik auf die Idee, teilweise geheim gehaltene Schießgenehmigungen auf Wölfe auszustellen:
Hier zwei aktuelle Fälle:
Vielen Dank fürs Lesen und Helfen und ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e. V.