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Rettet die Kindertagespflege!

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Tagesmütter und -väter fürchten um ihre Existenz!

Krippenausbau in Deutschland: Der Bundesregierung ging es nur um eins: Viele Plätze zu schaffen! Egal wie!  Klagen wollte man möglichst vermeiden. Nur mit dem Ausbau von Kitaplätzen war das alleine nicht zu schaffen. Man entdeckte  die Tagesmütter und –väter für sich. Die Kindertagespflege wurde regelrecht gepuscht, viele junge Mütter  und Väter für diese Tätigkeiten angeworben. Man lockte sie mit Fördergeldern und Vergünstigungen.

Der Krippenausbau ist beendet. Die Zeiten der Geschenke sind vorbei. Wer braucht schon noch Tagespflegepersonen, wenn es doch jetzt so viele neue Krippenplätze in den  Kitas gibt.

Wir gelten noch bis Ende des Jahres als nebenberuflich selbstständig. Am 01.01.2016 beginnt die Ära, die das Aussterben der Kindertagespflege ein Stück weit vorantreibt. Die Krankenkassenbeiträge verdoppeln sich für den Großteil der Tagesmütter. Das Auslaufen einer vergünstigten Regelung zur Bemessung der Krankenversicherungsbeiträge macht es möglich.

Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 3,55 Euro und durchschnittlichen 2,8 betreuten Kindern, ist der Verdienst in der Kindertagespflege oft noch unter dem Niveau des Mindestlohns. Krankenkassenbeiträge von über 350 Euro sind für viele nicht tragbar.

Eine junge Kollegin und Freundin von uns aus Bayern, Jennifer H., ist gelernte Erzieherin  und möchte gerne noch lange in der Kindertagespflege arbeiten. Sie betreut drei Kinder. Sie würde gerne mehr Kinder aufnehmen, durch ihre eigenen Kinder darf sie das nicht. Mehr Geld von den Eltern darf sie nicht nehmen, beides untersagt ihr die Kommune. Bei einer 40 Stunden Woche bleiben ihr 2016 nur noch rund 850 Euro netto. Ohne ihre Arbeit haben 3 Familien keine liebevolle und gute Betreuung mehr.

Eine Bekannte von uns betreut fünf Kinder in Sachsen. Bis zu 45 Stunden arbeitet sie in der Woche. Sandra L. bleibt ein Gewinn von 784 Euro. Davon gehen noch Beiträge zur Rentenversicherung und Krankenkasse ab: Ab 2016 über 350 Euro für die Krankenkasse. Auch bei ihr stehen 5 Familien  dann ohne Betreuung da.

Bundesweit werden über 125.000 Kinder  von über 44.000 Tagesmüttern und –vätern betreut. Wie lange das noch so sein wird, weiß man nicht. Der Krippenausbau ist beendet, Tagesmütter und –väter werden bequem entsorgt, man macht ihre Arbeit nicht mehr leistbar. Was das aber für die Familien und Kinder bedeutet, interessiert anscheinend keinen.

Wir möchten den Kindern gerne weiterhin die Betreuung in kleinen Gruppen ermöglichen. Bei diesen Bedingungen wird es uns zunehmend schwerer gemacht. Die Politik lässt uns alleine.  Seit einigen Jahren setzen wir uns für Verbesserungen unserer Arbeit ein. Die einkommensabhängige Berechnung der Krankenkassenbeiträge, die die realen Gewinnen zugrunde legt, liegt uns am Herzen. Die wenigsten von uns sehen diese Arbeit als Hobby an. Viele unserer Kollegen und Kolleginnen hängen mit Leib und Seele an ihrem Beruf.  Das Gefühl, dass uns der Boden unter den Füßen weg gezogen werden soll, lässt sich nicht verdrängen. Unsere Eltern fühlen sich im Stich gelassen. Suchten sie doch eine familiäre Betreuung für ihre Kinder. Ohne die Kindertagespflege stirbt ein Stück Tradition in der Kinderbetreuung in Deutschland

Helft uns, die Kindertagespflege lohnenswert zu gestalten und den Kindern ihre vertrauten Bezugspersonen zu lassen!

• Interessengemeinschaft Kindertagespflege Jork Lühe Horneburg

• Interessengemeinschaft Tagespflege Stade

• Verein Hamburger Tagesmütter und –väter e.V.

Hamburg, 23.01.2015



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