Altenpflege verstaatlichen! Keine Profite mit menschlichen Grundbedürfnissen.

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Meine Mutter braucht gute Pflege, weil ihre Krankheit einen Verbleib in ihrer häuslichen Umgebung nicht länger zulässt. Auf der Suche nach einem geeigneten Pflegeheim habe ich unterbesetzte Stationen, überforderte und nachts mit 80 Bewohnerinnen und Bewohnern allein gelassene Nachtschwestern, horrende Mieten für winzige Zimmer und die standardisierte Abfertigung, teilweise sogar Ablehnung besonders betreuungsbedürftiger Patienten erlebt. Ich kann nicht verstehen, schon gar nicht gutheißen, dass Alten- und Pflegeheime im Portfolio von Investoren für hohe Rendite sorgen und dass die wenigen privaten Anbieter, die noch eine hohe Qualität bieten, von eben jenen Investoren aufgekauft und "kostenoptimiert" werden, um unter dem Vorwand guter Pflege künftig satte Gewinne zu liefern. Diese Gewinne werden finanziert durch die Lebensleistung der alten Menschen - ihr Haus, ihr Sparguthaben, das dabei drauf geht - und durch unser aller Pflegeversicherungsbeiträge. Eine solche Umverteilung von unten nach oben zu Lasten der Alten und Kranken macht mich einfach nur wütend!

Auch das Argument, Konkurrenz erhöhe die Standards, kann mich hier nicht überzeugen, denn durch die hohe Nachfrage nach Pflegeplätzen können auch Anbieter schlechter Qualität am Markt bestehen.

Eine gute, menschliche und würdige Pflege im Alter ist aber ein elementares Bedürfnis, das - wie Erziehung und Schulbildung - als hoheitliche Aufgabe des Staates gesehen werden muss und nicht ein Spielball von Investoren sein darf. Deshalb fordere ich die Verstaatlichung aller Alten- und Pflegeheime. Oberstes Ziel muss dabei sein, die Kommunen und Kreise mit den vor Ort benötigten Pflegeplätzen auszustatten, statt möglichst kostengünstige Großeinrichtungen auf der grünen Wiese zu bauen, wie ich es heute oft beobachte. Durch den Wegfall des Profitzwangs wäre eine zielgerichtete finanzielle und personelle Ausstattung der Heime möglich. Einheitliche Qualitäts- und Ausbildungsstandards und deren regelmäßige Kontrolle wären bei einem staatlichen Regime viel leichter durchzusetzen. All dies, weil nicht die Rendite, sondern das Wohl der betreuten Menschen an erster Stelle stünde.