Anrechenbarkeit von Kurzarbeitergeld auf das Elterngeld während der Corona-Krise

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Während die Corona-Krise unser Leben fest im Griff hat, versucht die Politik mit Maßnahmen die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger sowie auch für Unternehmen abzufedern.

Die Geschwindigkeit in der diese Hilfspakete auf den Weg gebracht werden ist enorm und beeindruckend.

Hierbei ist explizit das Kurzarbeitergeld zu nennen.

„Allerdings verträgt sich Kurzarbeit nicht mit Elterngeld, denn Kurzarbeit bedeutet – trotz Kurzarbeitergeld – automatisch weniger Gehalt und weniger Gehalt bedeutet weniger Elterngeld.“.   (Zitat 1)

„Auf einen späteren Anspruch auf Elterngeld wirkt sich der Bezug von Kurzarbeitergeld leistungsmindernd aus. Da sich die Höhe des Elterngelds ausschließlich nach dem vorher erzielten Erwerbseinkommen richtet, bleibt das Kurzarbeitergeld bei der Berechnung des Elterngeldes unberücksichtigt. So wird beispielsweise bei „Kurzarbeit Null“ ein Nettoeinkommen von 0 € zugrunde gelegt.“ (Zitat 2)

Hier ein vereinfachtes Beispiel:

Durchschnittliches Netto Monatseinkommen in den letzten 12 Monaten vor der Geburt: 2.400,00€
Das Elterngeld beträgt damit ca. 1.505,00€ je Monat.

Geht man nun davon aus, dass für 6 Monate der Anwartschaftszeit Kurzarbeit mit 0% Arbeitsleistung eingeführt wird, so verringert sich das zu erwartende Elterngeld auf ca. 748,00€ je Monat. Für die letzten 12 Monate vor der Elternzeit werden anteilig 6x 2400€ (6 Monate normales Nettoeinkommen) und 6x 0€ (6 Monate „Kurzarbeit 0“) zu Grunde gelegt. Als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld ergibt sich damit ein durchschnittlicher Nettolohn von 1200€ je Monat für die vorangegangenen 12 Monate. Daher die hohe Differenz von 748€ zu 1505€.

Genau diese Situation betrifft nicht nur meine Frau und mich, sondern wird viele werdende Eltern treffen, welche die wirtschaftlichen Folgen des sich ausbreitenden Corona-Virus zu spüren bekommen. 

Werdende bzw. junge Familien sind so, zusätzlich zu den gesundheitlichen und sozialen Ängsten, auch noch einer wirtschaftlichen Existenzangst ausgesetzt.

Eine Regelung, befristet bis zum 31.12.2020, die Anwartschaftszeit des Elterngeldes auch auf Sozialleistungen wie Kurzarbeitergeld auszudehnen ist zwingend erforderlich um die finanzielle Absicherung werdender Eltern in dieser schwierigen Zeit zu gewährleisten.